| Region(en): | Bayerischer Jura |
|---|---|
| Dauer: | ca. 1 Tag |
| Linie(n): |
ein wahres Schmankerl stellen wir Ihnen mit diesem Wanderführer vor. Rund um die Stadt Neumarkt führt Sie ein weiterer mit dem Qualitätssiegel „Wanderbares Deutschland“ ausgezeichneter Weg durch die Runde der Neumarkter Zeugenberge.
In diesem Heft finden Sie sechs Panorama-Wanderungen durch die einzigartige Landschaft des Neumarkter Beckens. Wer abwechslungsreiche Touren auf gut markierten Wegen, eindrucksvolle Rundblicke sowie eine gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln schätzt, kommt hier auf seine Kosten.
Die Touren liegen im Einzugsbereich der Bahnhöfe in Neumarkt und Postbauer-Heng und sind so mit der
und
nur einen Katzensprung von Nürnberg entfernt. Auch die Neumarkter Stadtbusse und Regionalbuslinien im Umland können Sie in Ihre Routen mit einbauen.
Viel Spaß beim Lesen und Wandern wünscht Ihnen
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Wie sind die einzeln stehenden Zeugenberge entstanden? Wie kommt es, dass urplötzlich aus leicht hügeligen Sandebenen fast 200 Meter höhere, imposante Berge aufragen?
Die Antwort auf diese Frage ist durchaus überraschend: Neu sind nämlich nicht die Berge, sondern die leicht hügeligen Ebenen darunter. Man kann das verstehen, wenn man sich die Ereignisse vor vielen Jahrmillionen verdeutlicht.
Die Schichten der Albhochfläche waren damals – beginnend vor 195 Millionen Jahren – Meeresboden der Tethys, einem warmen, flachen und sehr salzhaltigem Meer, auf den über viele Millionen Jahre die Überreste verstorbener Krustentiere, wie Ammoniten und anderer kalkbepanzerter Muscheltieren, hinabfielen. Die Kalkreste der toten Tiere bildeten im Lauf der Zeit dicke Schichten; besonders dick waren sie natürlich dort, wo vorher Senken im Meeresboden vorhanden waren. Unter dem Kalkpanzer, der sich so gebildet hat, lagen Sandablagerungen, die durch den Druck des Meeres und der Kalkschichten stark verdichtet wurden.
Nachdem das Meer zurückgewichen war, lag die frühere Meeresoberfläche offen. Im Lauf der Jahrmillionen kam es zu schubweise stattfindenden Fluten, die die offen zu Tage getretenen Hochflächen abgetragen haben. Die Erosionsprozesse sind allerdings nicht gleichmäßig verlaufen: Da, wo besonders dicke Kalkschichten der Abtragung Widerstand entgegensetzen konnten, also gerade an den früheren Senken, blieb die Deckenschicht erhalten. Die Wassermassen konnten diesem „Inseln“ nicht so viel anhaben, wie das rundherum der Fall war.

Die Neumarkter Zeugenberge zeigen uns also noch heute, wie hoch die Landschaft nach dem Zurückweichen von Tethys einmal war. Sie „zeugen“ von dem früheren Profil, sind also Zeugen der früheren Albhochfläche. Wenn wir also auf der Zeugenbergrunde unterwegs sind, dann wandern wir – so paradox es auch klingen mag – zum früheren Meeresboden hinauf. So ist das beim Buchberg und beim Dillberg. Andere Zeugenberge haben ihre Kalkabdeckung verloren; damit ist auch das Gipfelplateau fast völlig verschwunden und nur eine spitze Erhebung stehen geblieben, wie bei einer Sandburg am Meer, die von den Wellen zugrunde gerichtet worden ist.
Die seltsame Entstehungsgeschichte erklärt auch ein anderes Phänomen, das wir beim Wandern sehr direkt zu spüren bekommen: Der untere Bereich der Zeugenberge ist meist mit abgetragenem Geröll und Material bedeckt, das sich umso weiter ausgebreitet hat, je feiner es war. Das gröbere Geröll bildete einen etwas steileren Kegel um den Berg, und schließlich beginnt die Zone, wo das Material abgetragen worden ist – dort wird es richtig steil. Ganz oben befinden sich manchmal (beim Dillberg und beim Buchberg) flache Plateaus, der frühere Meeresboden eben. Der Aufstieg wird also immer anstrengender, je höher wir hinaufkommen.
Lassen Sie uns nun aber aufbrechen!

