Der große Zeiger der Bahnhofsuhr von Neuhaus rückt auf acht Uhr und siebenundfünfzig Minuten. In Fahrtrichtung bitte links aussteigen! Fußweg zur Pegnitzbrücke. Die Kaiser-Bräu drückt Neuhaus ihren Stempel auf. Imponierend der Anblick des viereckigen Berchfrits der Veldensteiner Burg. Der Pauli mit Hausnamen „Hombauer”, passionierter Kommunbrauer mit allen Pegnitzwassern gewaschen, am Unteren Markt 3, hat seinen „Zeugel” Bierstern) ausgesteckt.
Nur noch drei Brauer halten den Bierstern als Zunftzeichen hoch in Ehren. Sie führen allesamt zwei Namen, einen Schreibnamen und einen Hausnamen. Sie schreiben sich Bennaburger, Döth und Reindl und werden Brunnhuber, Schaffer und Hombauer geheißen. Mattgrüner, ungestalter Bau vor der Brücke gibt Rätsel auf? Andachtsstätte der Evangelischen. Neubau der Sparkasse vis-a-vis.
Ich vermisse den Brückenheiligen Nepomuk als Brückenwächter am angestammten Platz. Über die Brücke der Pegnitz. Unmittelbar nach der Brücke scharf rechts ab Treppenstufen). Wanderwege 2, 3, 4, 5, 9 und 10. Wirrwarr der Markierungen nummeriert und farbig. Einzig in seiner Art das Piktogramm der Pendolino-Wanderung. Ich fische mir den Grünpunkt (Karstkundlicher Wanderweg) heraus. Mein Merker bis zur Mysteriengrotte und ein kurzes Wegstück darüber hinaus.
Grün ist die Hoffnung und die Farbe des VGN. Unmittelbar am Ufer der Pegnitz entlang. Quelltopf und Quellteich hinter Maschendraht. Forellengetümmel im glasklaren Wasser. Malerische Flusspartie. Felsen aus Dolomitgestein mit „Uferhohlkehlen”. Über die Verbindungsstraße Finstermühle-Krottensee (Ostheimstraße mündet ein) schnurstracks hinein ins Haselloher Tal.
Am Südhang des Weinberges die Distlergrotte (Infotafel). Ein Viertelstündchen vom Bahnhof. Steilpfad zur Grotte. Entdeckt 1905 durch Johann Distler. Schauhöhle bis 1915. 17 Meter unter Eingang glasklarer Höhlensee mit schwankender Wassertiefe. In den Wintermonaten verschlossen (Fledermausschutz). Nicht jedermanns Sache. Weiter im Tal. Der Weiler Rehberg, etwa 200 Meter oberhalb des Wanderweges. Trockentäler sind Trumpf. Pfahlwegweiser zur Linken. Massive Ruhebank mit Wandertafel am Wegrand. Eigener Standort markiert. Wer rastet, der rostet!
Überdachter Hochsitz zirka 200 Meter vor der Mysteriengrotte. Schmaler Trampelpfad zur Grotte. Infoschild: Mysteriengrotte, eine Felsenhalle
von 16 Meter Länge und bis zu zehn Meter Breite mit kleinen „Deckenkolken” und einem offenen „Deckenschlot”. Der Sage nach soll zuweilen die „Weiße Frau” im Schattenreich der Eingangshalle umhergeistern. Eine Frau zum Anbeißen, sinnlich und sinnverwirrend.
Im Trockentalgrund der Eichengartenponor. Der „Ponor” ist ein Wasserschlinger, der zur Zeit der Schneeschmelze die Schmelzwasser schluckt und ins Felsengeklüft hinabzieht. 45 Minuten vom Neuhauser Bahnhof, die Beine über die Achsel genommen.
Motorensingsang auf der nahen Verbindungsstraße Königstein-Neuhaus. Schnittstelle zwischen Pendolino-Wanderung und karstkundlichem Wanderpfad. Wegweiser im Steinhaufen. Nimm eine mächtige Tanne ins Augenvisier! Schwenke im rechten Winkel ab. Nach der Tanne zwei Pfahlwegweiser am Rande eines Trockengrabens. Querweg. Rechts ab (Markierung Pendolino). Reitverbot und allgemeines Fahrverbot. Privatweg. Frei für den Forstbetrieb. Hut ab, Wanderer, du betrittst den großen Staatsforst! Achtung, Augen doppelt auf! Nach gut 200 Meter Forstweg unmittelbar links beidrehen.
Pfeilhinweis (Pendolino) an einer Kiefer. Der Knackpunkt des nunmehr folgenden Forstspazierganges. Regelrechter Schwingboden auf der Waldfuhre, Ferse und Vorfuß gedämpft! Die Fuhre mündet in eine Waldstraße mit massivem Unterbau. Überschreiten! Himmelsrichtung Süd. Der Wohlgeruch frisch geschlagener, mächtiger Baumstämme steigt in die Nase. Großer Durchmesser und Astreinheit sind Qualitätskriterien. Der Wald als Ökosystem.
Am Waldbezirk „Kastenbühl” kreuzt ein einsamer Waldweg. Mit Linksdrall und Blaupunkt zur Schelmbachsteingrotte, auch als Sonnenuhr oder Bauernloch bekannt, am Westhang des Schelmbachsteins (kein Hinweisschild!). Ein Katzensprung nur. Knappe fünf Minuten durch welliges Waldgelände zur versteckten Durchgangshöhle mit zwei Eingängen. Die „Höhlenruine” mit Versturzblöcken im Innern ist 26 Meter lang, 16 Meter breit und zwei bis fünf Meter hoch. Ein idealer Rastplatz an brutheißen Sommertagen.