| Region(en): | Bayerischer Jura, Frankenalb |
|---|---|
| Entfernung: | 14 - 22 km |
| Linie(n): |
Wie versteht sich ein Wanderweg, der sich mit dem Wirken des sagenumwobenen Raubritters Eppelein von Gailingen beschäftigt?
Die Geschichte des Wanderwegs ist eigentlich recht einfach zu vermitteln: Der Weg, der bereits in den späten 1920er-Jahren vom Fränkischen Albverein errichtet worden war, sollte die wunderschöne, aber nur Wenigen bekannte Landschaft der westlichen Oberpfalz bekannt machen. Mehr oder weniger zufällig entstand dabei auch der Bezug zu den Spuren des Ritters Eppelein von Gailingen, der in Postbauer-Heng ergriffen, in Burgthann zum Tode verurteilt und in Neumarkt gerädert wurde. 1989 erhielt der Traditionsweg des Fränkischen Albvereins seinen heutigen Namen.
Die Quellenlage der damaligen Zeit lässt nur selten zu, den genauen Wirkungsort des einstigen Raubritters festzustellen. Das hängt damit zusammen, dass er sich und seine Gefolgsleute mit vielerorts durchgeführten Raubüberfällen ernähren musste, weil ihm die geänderten politischen Rahmenbedingungen die wirtschaftliche Existenzgrundlage auf seiner ehemaligen Veste Wald bei Gunzenhausen entzogen hatten, und ihm daher nichts anderes übrig blieb, als in die (Schwer-) Kriminalität auszuweichen.
Für die aufstrebenden Patrizier Nürnbergs waren er und seine Leute eine dräuende Gefahr, die überall außerhalb der Reichsstadt lauerte, wenngleich freilich eine, die sie selbst erzeugt hatten. Nun, im 21. Jahrhundert, müssen wir uns vor solcherlei Überfällen nicht mehr fürchten. Trotzdem betreten wir das Gebiet, in dem damals die schlimmen Ereignisse stattfanden. Viele der einstigen Handelsstraßen führten über die Höhenrücken der Fränkischen Alb.
Man wählte die Höhenzüge, so beschwerlich das auch sein mochte, weil sich von ihnen aus besser überblicken ließ, welche Gefahren irgendwo lauern könnten; in den Tälern war das weit weniger gut möglich. Auch unser Wanderweg verläuft vielerorts auf den Höhenzügen entlang oder quert große Wälder, wie den Sebalder und Lorenzer Reichswald. Überall hier war Ritter Eppelein von Gailingen zugange. Vor unserem geistigen Auge können wir also erahnen, wo und wie er seine Überfälle geplant haben könnte. Manche der Herrensitze, an denen wir vorüberwandern, stammen aus der Wirkungszeit des Raubritters; auch sie zeugen von der damaligen Geschichte.
Lassen Sie uns nun aufbrechen zu einer herrlich abwechslungsreichen und schönen Landschaft in drei Landkreisen!