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Nauf aff die Houbirg - nunder ins Tal

Entfernung: ca. 14 km, Dauer: ca. 4 Std.

Vorwort

Der knackige Anstieg zur 617 m hohen Houbirg belohnt uns mit herrlichen Ausblicken weit über den Happurger Stausee hinaus – auch die Höhlenformationen um den Hohlen Fels sind sehenswert. Die genussvolle Wanderung führt weiter durch drei beschauliche Dörfer, die allesamt zu einer Brotzeit einladen. Im „Alten Bahnhof“ in Hartmannshof – mittlerweile zum Gasthaus umgebaut – kann man die Wanderung in aller Ruhe ausklingen lassen oder man stattet dem ebenfalls neuen Museum URZEITBAHNHOF einen Besuch ab.

Karte

Karte "Naaf aff die Houbirg - nunder ins Tal"
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Höhenprofil

Höhenprofil "Nauf aff die Houbirg - nunder ins Tal"

Wegbeschreibung

Von der neuen S-Bahnstation aus startet unsere Wanderung, von Nürnberg her kommend, links in Richtung Happurg – das  als erstes Wegezeichen.

Happurg Bahnhof
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Auf dem Gehweg der Hohenstädter Straße nähern wir uns, mit wenigen Unterbrechungen, der Ortsmitte. An der Kreuzung zur Grabenstraße begleitet uns der  und die örtlichen, grünen Markierungen  und  linker Hand bergan in den Höhenweg (Café Ruff). Vor dem Kriegerdenkmal dann links und die Treppen hoch, wir gönnen uns eine kleine Verschnaufpause und lassen die Blicke über Happurg hinaus in Richtung Michelsberg und dem Großen und Kleinen Hansgörgel bei Hersbruck schweifen.

Großer und Kleiner Hansgörgel bei Hersbruck
Großer und Kleiner Hansgörgel bei Hersbruck

Unmittelbar dahinter weist uns ein Holzwegweiser „Rundweg Hohler Fels“ weiter mit dem  nach rechts die Richtung an einem Sperrgitter vorbei in einen Hohlweg – der Aufstieg beginnt. Entlang von Felsabbrüchen erreichen wir ein kleines Plateau, rechter Hand der verschlossene Eingang des alten Stollen F des ehemaligen Doggerwerkes.

Doggerwerk bei Happurg

Der Doggerstollen (auch Doggerwerk genannt) ist ein Stollensystem im Bergstock der Houbirg. Der Stollen wurde von Mai 1944 bis April 1945 von Häftlingen des KZ-Außenlagers Hersbruck, einem Nebenlager des KZ Flossenbürg, in Zwangsarbeit angelegt. Hier  ollten für eine geplante unterirdische Fabrik kriegswichtige Flugzeugmotoren produziert werden. Acht in sich verbundene Stollen, die sich zu Hallen von fünf Metern Höhe und bis zu sieben Metern Breite ausweiten, wurden aus dem Berg gesprengt. Bis zum Einmarsch der Amerikaner hatte die Anlage eine Länge von 4,03 km erreicht. Die Stollen sind heute zugemauert, verschlossen und nur mit Sondergenehmigung zu betreten.

Ein Pfad führt entlang einer kleinen Sandsteinschlucht weiter nach oben, schlängelt sich durch Abbruchsteine und abgeholzten Wald und mündet in einen breiten Querweg. Ohne sichtbares Wegezeichen nun rechts – der  taucht erst nach ca. 100 m wieder auf – kann man sich bald rechts des Weges an einer Schautafel über die Houbirg, eine vor- und frühgeschichtliche Höhensiedlung mit Ringwall, informieren. Danach gabelt sich der breite Forstweg. Nach links verlassen uns zuerst der  und nach weiteren 25 m die  . Ab hier ohne Wegezeichen geradeaus weiter, passieren wir eine schöne Waldwiese und tauchen vorbei an einer knorrigen Kiefer wieder in den Wald ein (km 1,5).

Spechthöhlen
Spechthöhlen

Die Abzweigung auf der linken Seite nach Reckenberg/Arzlohe  ignorieren wir. Weiter im leichten Rechtsbogen verlassen wir 60 m danach, bei einem mit Spechthöhlen durchsetzten Baumstamm rechts am Wegesrand, den breiten Forstweg. Leicht schräg nach links – immer noch unmarkiert – folgen wir dem niedrigen Hohlweg (Holzfuhre). Stetig weiter nach oben wird der Bodenbelag zunehmend verwachsener, bevor wir einen kleinen freien, ebenen Platz (Holzdepot) erreichen.

Der ausgebleichte  bestätigt uns manchmal, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Nach rechts, etwas verwildert durch die Baumstümpfe, nähern wir uns dem gegenüberliegenden Waldrand, rechts im Wald eine Futterkrippe als Anhaltspunkt. Der Waldweg beschreibt bald einen Rechtsbogen. Kurz vor dessen Ende schwenken wir links ein und kommen so zu dem vor uns liegenden, schon sichtbaren Ringwall auf der Houbirg.

Dort rechts und dann auf oder unterhalb der Wallanlage, jetzt wieder mit dem , ergänzt durch den , steigen wir weiter aufwärts. Nach einem Linksknick geht es fast vom höchsten Punkt der immerhin 617 m hohen Houbirg nun wieder angenehm abwärts, stellenweise durch Moos überzogene Felspartien. Noch ein paar Schritte und das imposante Aussichtsplateau oberhalb des Happurger Stausees liegt vor uns.

Die zahlreichen Aussichtspunkte erfordern Trittsicherheit, können aber allesamt bedenkenlos besucht werden. Egal ob als Rastplatz oder nur um die herrliche Aussicht zu bewundern – lassen Sie sich Zeit und genießen den Aufenthalt. Über zwei aneinandergereihte Steintreppen noch weiter abwärts, stehen wir dann vor dem Hohlen Fels und nach dem Durchlass vor einer Höhle, die steinzeitliche Besiedelungen aufwies.

Vom Hohlen Fels her kommend, geht es geradewegs auf den  zu und im Linksbogen auf den unteren Pfad weiter bis zu einem Querweg, wo uns zahlreiche Wegezeichen empfangen. Der  wird unser nächster Begleiter, zunächst angenehm den Bergrücken hinunter. Beim nächsten Querweg kurz rechts, dann geradeaus und an einer Waldwiese entlang bis vor eine Schonung. Erst links, dann rechts führt der Weg an der Einzäunung entlang und an deren Ende erneut nach rechts, nach guten 50 m leicht ansteigend dann in den Wald hinein.

Die Houbirg – eine bedeutende vorgeschichtliche Höhensiedlung

Die Houbirg war und ist zu allen Zeiten ein lohnendes Ziel, hat doch der Bergstock seit alter Zeit eine überaus wichtige Rolle als Siedlungsplatz der Menschen gespielt. Er trägt zwei eindrucksvolle Bodendenkmäler: die seit der Altsteinzeit begangene Höhle „Hohler Fels“ und den mächtigen vorgeschichtlichen Ringwall. Nach dem derzeitigen Wissensstand zählt die Houbirg (= Hoher Berg) zu den bedeutendsten vor- und frühgeschichtlichen Höhensiedlungen in Deutschland.

Der Berg ist der westlichste Ausläufer eines Jurahochplateaus, das im Westen an der Hersbrucker Bucht endet. Die darauf errichtete Anlage beherrschte nach Westen das weite, untere und nach Norden das enge, obere Pegnitztal. Über das Högenbachtal führt eine Verbindung über die Oberpfalz nach Böhmen. Eine zweite Route nach Osten bot sich über das Happach- und Albbachtal Richtung Regensburg.

Diese verkehrspolitisch und strategisch günstige Lage war Anlass, den Berg in vorgeschichtlicher Zeit zu befestigen und zur heute noch beeindruckenden Wehranlage auszubauen. Ein etwa 4,5 km langer Ringwall umschließt eine 88,6 ha große Innenfl äche. Die noch heute im Gelände sichtbaren Wälle sind die verfallenen Reste ehemaliger Mauern, die vor allem im nördlichen und östlichen Abschnitt außergewöhnlich imposant sind und stellenweise 18 m in der Breite und 5 m in der Höhe messen.

 Bei der anschließenden Wegegabelung entscheiden wir uns hier allein für das , das uns ohne große Höhenunterschiede aus dem Mischwald hinausbringt, der Weiler Arzlohe – erstmals im Jahr 1289 erwähnt – bereits vor uns im Blickfeld.

Die Variationen des Dorfnamens reichen übrigens von Arzloch (1289) über Arzeloech und Artzlich (1350), Arczlo (1420), Artzloe (1520) bis zu Atzloe (1560). Paul Pfi nzing benennt den Ort in seinem Kartenwerk mit Artzlohe. Ab 1754 hat der Ort seinen heutigen Namen: Arzlohe.

Beim Backofen angekommen, bietet sich linker Hand – weiter in den Ortsmittelpunkt – eine Einkehrmöglichkeit: Gasthof zur Waldesruh.

Auf gleichem Weg wieder zurück zum Backofen. Das  an einem Pfosten mit origineller Schnitzerei und die örtliche Wandertafel weisen den Weg links am Ofen vorbei. Am Zaun entlang und am Haus Nr. 8 vorbei, geht es aufs freie Feld hinaus. Am Ende des Feldes rechts vom Weg (Infotafel) deuten bei einer Baumreihe die Wegezeichen nach rechts den Hang hinauf. Wir aber machen einen kurzen, interessanten Abstecher hin zur Kapellenruine „Zum Heiligen Baum“.

Die Kapellenruine bei Arzlohe

Ältester (indirekter) Nachweis über dieses Kirchlein ist eine Notiz über eine Kirchenvisitation durch das Bistum Eichstätt im Jahre 1480. Dort wird eine Filialkirche „im Paum“ genannt. Nach W. Schwemmer soll die 1520 urkundlich erwähnte Bezeichnung „Zum heiligen Baum“ auf eine vorchristliche Kultstätte hindeuten. Andere Heimatforscher vermuten, dass der einschiffige spätgotische Bau als Pestkapelle entstand (mehrere Pestwellen im 14. Jh.). 1504 heißt es „Zum Paum, ein capeln, heißt zu Sant leonhart“.

1508 wird die Kapelle – damals wohl schon Ruine – in Zusammenhang mit einem Mord erwähnt. 1733 wird die Kapelle in den „Delicae Norimbergensis“ wieder genannt. Nach Aufzeichnungen von Pfarrer Otnets, der von 1637 bis 1659 in Pommelsbrunn wirkte, gab es eine Urkunde (Jahreszahl nicht bekannt), nach der vor der Zerstörung der Kapelle an sechs verschiedenen Tagen Gottesdienst gehalten wurde; danach wohl nur noch an Jacobi. Heute wird wieder am Pfingstmontag, an der Kirchweih und zur Waldweihnacht (21.12. – Thomastag) ein Gottesdienst abgehalten.

Die Kapellenruine bei Arzlohe
Die Kapellenruine bei Arzlohe

Auf gleichem Weg das kurze Stück wieder zurück, dann nach links leicht ansteigend mit dem  die Anhöhe hinauf. Wieder im Wald führt der Pfad nach einem Linksschwenk quer zum Hang und trifft u. a. wieder auf den von rechts kommenden . Ein angenehmer Waldweg schlängelt sich im leichten Linksbogen oberhalb einer Waldwiese ohne größere Höhenunterschiede durch den Wald.

Hier aufgepasst – und den unvermittelten Abzweig in einen Pfad nach rechts nicht verpassen. Nur wenige Schritte steil nach oben, treffen wir bald auf eine größere Kreuzung mit drei größeren Hinweisschildern. Mittelburg ist unser nächstes Etappenziel: 35 Min. weiter, mit dem  gekennzeichnet.

Bequem abwärts verlassen wir den Buchenwald und treffen am Waldeck auf einen Querweg. Leider sind hier die hölzernen Tafeln abgebrochen (Stand: 4/2011). Sie können uns aber mit etwas Phantasie trotzdem den richtigen Weg nach links andeuten ...

Abgebrochene hölzerne Tafeln
Abgebrochene hölzerne Tafeln

Durch die Wiesen wandern wir auf das gegenüberliegende Waldeck zu – eine dominante Birke als Blickfang. Danach bringt uns im Linksbogen der Archäologische Wanderweg (Infotafel) hinein in das 530 m hoch gelegene Mittelburg – auch hier linker Hand eine weitere Einkehrmöglichkeit: Gasthaus „Zur Linde“.

Weiter Richtung Waizenfeld begleitet uns nun der  aus dem Pommelsbrunner Ortsteil hinaus. Am Ortsausgang nach rechts eröffnen sich die Blicke hinüber auf die Hartmannshofer Steinbrüche. Der breite Weg verläuft leicht ansteigend in Bögen zwischen Waldrand und Wiese (Koppel), unterquert eine Hochspannungsleitung und führt dann Schritt für Schritt nach unten. Am Querweg links, weiter bergab geht es nach dem Wald auf einem Schotterweg im Linksbogen direkt nach Waizenfeld hinein, genau auf die vorletzte Einkehrmöglichkeit zu.

Der letzte Abschnitt der Tour führt uns zunächst vor zur Verbindungsstraße nach Hartmannshof, auf der wir nach links abbiegen. Gute 700 m müssen wir, vorbei an der Pflanzenkläranlage, neben der Straße bleiben, bevor uns der geradewegs schon sichtbare Schotterweg aufnimmt.

Das  leitet uns an den beiden frei stehenden Anwesen vorbei, zunächst am Waldrand entlang mit freier Sicht durch die Felder. Rechts am Horizont: die Burgruine Lichtenegg. Nach einem Linksbogen laufen wir abwärts ein Stück durch den Wald und passieren die Sängerhalle – links durch die Bäume ist schon die Bahntrasse erkennbar. In einer Spitzkehre treffen wir auf eine Straße, die wir vorsichtig überqueren und nach links schwenken. Nach nur 10 m gleich wieder nach rechts und auf dem schmalen Durchlass an der Kirche vorbei zur Hauptstraße (Hersbrucker Straße).

Einkehren

Hartmannshof
  • Gasthaus „Zum Griechen“
    Hersbrucker Straße 24, 91224 Hartmannshof
    Tel: 09154 4646
  • Gastwirtschaft „Zum Alten Bahnhof“
    Bf. Hartmannshof, Hartmannshof
    Tel: 09154 9153757
    Geöffnet: Mo., Do.–So. von 11.30–22 Uhr Ruhetage: Dienstag, Mittwoch
Mittelburg
  • Gasthaus „Zur Linde“
    Günter Biefel
    Mittelburg 5, Mittelburg
    Tel: 09154 4607
Pommelsbrunn
  • Gasthof zur Waldesruh
    Anneliese Steger
    Arzlohe 2, 91224 Pommelsbrunn
    Tel: 09154 1218
    Am letzten Sonntag im Monat geschlossen – Reservierungen erwünscht. Sollte der Haupteingang werktags mal geschlossen sein, bitte an der Haustür bemerkbar machen!
Waizenfeld
  • Gasthaus „Grüner Baum“
    Hans Tauber
    Waizenfeld Nr. 1, Waizenfeld
    Tel: 09154 4838
    Geöffnet: Fr. ab 17 Uhr, Sa./So. ganztägig

Tipps

Geologisch – Geomorphologischer Lehrpfad

Seit dem Frühjahr 2012 existiert am Hochberg ein ab der S-Bahnstation Happurg  mit  gekennzeichneter 4 km langer, archäologischer Wanderpfad südlich der Houbirg.

Insgesamt 11 Informationstafeln erläutern vorkeltische Siedlungsfunde, u. a. mit Bernsteinfunden, die Handelsbeziehungen bis an die Ostsee dokumentieren. Der Lehrpfad wurde von Schülern eines geographisch orientierten P-Seminars des Willstätter-Gymnasiums erarbeitet.

Geologisch – Geomorphologischer Lehrpfad
Geologisch – Geomorphologischer Lehrpfad
  • Vorgeschichtsmuseum URZEITBAHNHOF
    Bahnhofstraße 7a, 91224 Hartmannshof
    Tel: 09154 9153758
    Geöffnet: Di.–So. von 10–12 Uhr und 13.30 – 17 Uhr; Ruhetag: Montag
Vorgeschichtsmuseum URZEITBAHNHOF in Hartmannshof

In der archäologischen Kleinregion Hartmannshof wartet ein Streifzug durch 12 000 Jahre Menschheitsgeschichte auf Sie.

Eintrittspreise:
Erwachsene 3,– €;
Kinder/Jugendliche 1,– €; 
Kinder unter 6 Jahren frei;
Ermäßigter Einritt 2,– €;
Familienkarte 6,– €

Führungen bis 10 Personen: 10,– €, Schulklassen und größere Gruppen nach Absprache.

Eintrittsermäßigung bei Vorlage von VGN-Fahrausweisen!

Vorgeschichtsmuseum URZEITBAHNHOF I
Vorgeschichtsmuseum URZEITBAHNHOF I

Versunkene Kulturen II

Pommelsbrunn - Houbirg - Kapellenruine - Hochberg - Hartmannshof

Idee und Ausarbeitung: VGN (7/2011)
Bilder: VGN, Urzeitmuseum, Schettler Consulting
Markierungen: Fränkischer Albverein e. V.

Nürnberg

Ihr Smartphone wird zum Pfadfinder

Für alle VGN-Wanderungen und Radtouren stehen GPS-Tracks zur Verfügung. Infos unter: www.vgn.de/freizeit/gps

Entdeckungen am Wegesrand!

Alles Interessante entlang Ihrer Wanderroute finden Sie mit dem EntdeckerPass, freier Eintritt inklusive. Mehr unter www.entdeckerpass.com

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