Steckbrief

Steckbrief

Informationen zur Wanderung

Region Bayerischer Jura (Oberpfalz), Nürnberger Land
Linien R4 S1
Länge ca. 18 km
Dauer ca. 4,5 Std.

Bewertungen

Ge­samteindruck
(3)
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Landschaft
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Gastronomie
(2)
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An­spruch / Kondition
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Weg­be­schrei­bung
(6)
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Höhenprofil

Höhe in Metern, Wegstrecke in km
Versunkene Kulturen III

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Informationen zur Wanderung

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Vorwort

Vorwort

Die beiden letzten Routen der Prospekte Versunkene Kulturen I (Hochberg bei Mittelburg) und II (Houbirg bei Happurg) lagen im südlichen Bereich von Hartmannshof und Pommelsbrunn. Dieser neue Prospekt beschreibt eine ab­wechs­lungs­reiche und geschichtsträchtige Tour im Norden der beiden Orte. In­te­res­sante Eindrücke, Erläuterungen zur Vorgeschichte und herrliche Ausblicke auf gut markierten Wan­der­wegen wechseln sich ab.

Karte

Karte

Wan­der­kar­te Versunkene Kultouren III (19.06.2018)

Weg­be­schrei­bung

Weg­be­schrei­bung

Hartmannshof Bahn­hof
Aus­gangs­punkt der Wan­de­rung

Vom Bahn­hof Hartmannshof R4 oder S1 gehen wir über den Park & Ride-Platz und orientieren uns zunächst an dem Wanderzeichen, dem Böhmischen Löwen der Goldenen Straße. Nach dem Bahnübergang zieht sich die Hunaser Straße zwischen den Steinbrüchen der Sebald Zement GmbH hoch nach Hunas.

Der erste kurze Stre­cken­ab­schnitt, der auf den ersten Blick sicher nicht den Idealvor­stel­lungen der Wanderer entspricht, gewährt dem Interessierten jedoch einen einzigartigen Blick in die Erdgeschichte zur Zeit des Oberen Jura (vor ca. 157– 145 Mil­li­onen Jahren). Wir durchschreiten gewissermaßen hier das warme Meer des Weißen Jura oder Malm, in dessen geschichteten, ammonitenreichen Bank- und Mergelkalken im tropischen Meer massive Riffe heranwuchsen, die durch Kieselschwärme mit Algen- und Bakterienkrusten aufgebaut wurden.

Diese Riffgebiete verlaufen vom Wiesentriff bei Egloffstein nach Südosten über Velden auf Kastl zu und vereinen sich dort mit dem Parsberger Riff. Bezeichnet wird dieses lang gezogene Riffgebiet als Frän­kischer Hauptriffzug. Die Schichtenfolge ist im Steinbruch der Firma Sebald seit mehr als einem Jahrhundert aufgeschlossen und in ihrer Voll­stän­digkeit mit rund 130 m in­ter­na­ti­o­nal bekannt. Im großen Steinbruch ist zuunterst der schwarzgraue Ornatenton (Oberster Dogger) erschlossen.

Durch eine mergelarme Aus­bil­dung ist der darüber liegende untere Weißjura ge­kenn­zeich­net (Hartmannshofer Bankenfolge). Nach 15 m Mergel und Mergelkalken folgt eine 26 m mächtige Schicht an Werkkalk, in dessen unterem Drittel die Grenze Weißjura Alpha/Beta liegt. Mit 3 m mächtigen Platynota-Mergeln beginnt Weißjura-Gamma. Darüber liegen 16 m mächtige Bankkalke.

Im stillgelegten westlichen Teil des Bruches folgen darüber noch 1,5 m Cussolinis-Mergel und 5 m dicke Bankkalke mit Schwämmen bis zur Gamma-Obergrenze. Dolomitisiert sind sehr dicke Bänke des Weißjura Delta und weitere 20 m über der Delta-Untergrenze setzt der massive Riffdolomit ein, der oberhalb Hunas in einigen alten Steinbrüchen (Höhlenruine Hunas) aufgeschlossen ist.

Lit. Kaulich, Meyer & Schmidt-Kaler, Wan­de­rungen in die Erdgeschichte (11) Von Nürn­berg durch die Pegnitzalb zur Bay­e­rischen Eisenstraße

( 1 ) Bereits am Ortseingang steht eine erste Hinweistafel, die das, was uns als Erstes erwartet, erläutert: Die Höhlenruine von Hunas – ein Fenster in die Eiszeit. Aber noch ist es nicht soweit; es geht zunächst vorbei an einem alten Fach­werk­haus (Nr. 2) weiter aufwärts (Durchfahrt verboten) und auf einem geschotterten Weg dann Rich­tung Steinberg aus dem Ort hinaus auf den Wald zu. Bei einem Blick zurück ist bei guter Sicht am rechten Horizont die Ruine Lichtenegg zu sehen.

Beim folgenden Querweg, der weiter ansteigt, halten wir uns rechts und kommen auf dem Steinberg zu einer Lichtung. Linker Hand ein Gedenkstein, gewidmet Brigitte Kaulich, die von 1984 bis 2005 die Ausgrabungen in der Steinberg-Höhlenruine leitete. Die Steinberg-Höhlenruine liegt im Steinbruchgelände der Firma Sebald Zement, Hartmannshof (Ge­mein­de Pommelsbrunn), und befindet sich auf ca. 520 m über NN im Osthang des Steinberges.

Die Höhlenruine von Hunas – Archiv des Eiszeitalters 

Sie wurde im Mai 1956 von dem Erlanger Uni­ver­si­tätsprofessor Florian Heller entdeckt. Noch im Herbst 1956 begann Prof. Heller mit um­fang­reichen Ausgrabungen, die er erst im Sommer 1964 abschloss.

Nach längerer Unterbrechung konnten dann die Grabungen im Jahr 1983 mit neuen, verbesserten Methoden wieder aufgenommen werden. Die Ergebnisse dieser langjährigen Ausgrabungen zeigen, dass die Ablagerungen in der ehemaligen Höhle von Hunas ein weit über Bayern hinaus einzigartiges, dokumentiertes Archiv der Geschichte des eiszeit­lichen Menschen und seiner Umwelt darstellen.

Mehr als 130 Tierarten sind bisher nachgewiesen worden:
Mehr als die Hälfte davon sind Säugetiere, knapp ein Drittel Vögel, der Rest Kriechtiere, Amphibien und Weichtiere. Die meisten Säugetiere sind Kleinformen wie Fledermäuse, Insektenfresser, Hasenartige und Wühlmäuse. Hamster, Hörnchen und Biber, Spring- und Waldmäuse kommen eben­falls vor.

Die zahl­reichen Reste von Nagetieren wiederum sind auf die Anwesenheit von Nachtgreifvögeln wie Eulen, Uhus oder Käuzen zurückzuführen. Unter den größeren Arten sind mehrere Marderartige, Füchse, Wölfe, der Höhlenlöwe, die Hyäne und natürlich der Höhlenbär zu nennen, von dem übrigens die größte Zahl der Knochen stammt.

Daneben sind Hirsch, Reh, Pferd und Rinderartige reichlich vertreten und auch Waldnashörner sind belegt.

Ganz be­son­ders in­te­res­sant sind die Funde von Primaten: Zähne und Knochen von Makaken, wie sie heute noch auf Gibraltar vorkommen. Der älteste Rest eines Menschen in Bayern ist der Zahn eines Neandertalers.

Hochaktuell: mehrfacher Klimawechsel in­ner­halb der Eiszeit

Weitere Hinweise auf die ehemaligen Klimaverhältnisse haben die Auswertung der pflanzlichen Reste, Holzkohlen und Pollen (Blütenstaub) selbst geliefert. Fasst man alle diese Ergebnisse zusammen, so dokumentiert dieses ein­ma­lige erdgeschichtliche Archiv eine wechselvolle Landschaftsgeschichte.

Die bisher aufgeschlossenen Schichten spiegeln nämlich einen mehrfachen Klimawandel wider, der mit einer durch warmzeit­liche Klimaverhältnisse ge­prägten Waldphase einsetzt, auf die zunächst eine kühlere Phase folgt, bevor sich erneut recht günstige gemäßigte feuchtwarme Verhältnisse einstellen.

Danach kommt es zu einer raschen und deutlichen Klimaverschlechterung, die über weitere Schwankungen zu immer ungünstigeren, trocken-kalten Umweltbedingungen mit Steppen und Tundren hinführt. Den Ab­schluss der Folge bilden aber die Ablagerungen einer neuerlichen Erwärmung. Auf die Spuren des Menschen traf man in fast allen Schichten.

Die aus Abschlägen hergestellten Geräte zeigen in ihrer Art und Weise ihrer Fertigung deutliche Unterschiede. Ver­gleich­bare, ähnlich alte Funde fehlen bislang in Bayern.

Neue Daten – neue Fragen

Für eine absolutchronologische Einordnung stand das Uran-Thorium-Datum einer Sinterdecke mit einem Alter von 260 000 Jahren (+60 000 -– 40 000 Jahren) zur Ver­fü­gung, welches in den 1970er-Jahren gemacht wurde. Da die radiometrischen Analyse-/Be­stim­mungsmethoden sich seitdem verbessert haben, wurde 2003 eine Probe aus einer Sinterschicht, der das ge­samte Schichtpaket auflagerte, entnommen.

Diese neue Datierung erbrachte jedoch einen völlig anderen Zeitansatz (78000 bzw. 118 000 Jahre), so dass diese Schichtenfolge in den älteren Teil der letzten Kaltzeit, in das Frühwürm zu stellen wäre.

Eine daraufhin unternommene neue Untersuchung an der in der Heller’schen Grabung liegenden Sinterdecke be­stä­tigte wiederum mit 270 000 Jahren jedoch das bisher verwendete Datum. Diesen Widerspruch der Ergebnisse zu klären, wird die spannende Aufgabe der nächsten Grabungskampagnen sein, die von Prof. L. Reisch und Frau Dr. Hilpert von der Uni­ver­si­tät Erlangen-Nürn­berg geleitet werden.

Besichtigungen für Gruppen sind während der Ausgrabungsphasen in den Som­mer­mo­naten auf Voran­mel­dung unter der Rufnummer 09154 4149 möglich!

Am höchsten Punkt, nach dem großen, dritten Tor in der Umzäunung angelangt, wandern wir über eine kleine Wiese ge­ra­de­aus weiter in den Wald hinein. Bei der folgenden Gabelung entscheiden wir uns für den rechten, leicht ansteigenden Weg, der stellenweise grasiger wird. An einer Waldwiese immer am Wald­rand wandern wir am Waldeck zunächst links bergab, dann nach rechts wieder in den Wald hinein bis zu einer größeren Waldkreu­zung (2 km).

Der Blaustrich über­nimmt nur kurz nach rechts, dann gleich wieder links über den Moosberg die Wegeführung bis nach Heuchling (2,1 km). Der gut markierte Weg schlängelt sich leicht aufwärts durch den Wald. Am Scheitelpunkt gesellt sich von links kommend die rote eins als weiteres We­ge­zei­chen zu uns. Wieder folgt ein Querweg, auf dem es linker Hand aus dem Wald hinausgeht. Danach gleich wieder rechts bleibt weiter der Blaustrich unser We­ge­zei­chen bis zum Heuchlinger Hutanger und an­schlie­ßend zu einem weiteren Relikt aus vergangener Zeit, einem mittelalterlichen Schöpfbrunnen. An beiden Stellen erläutern Infotafeln das Wesentliche.

Kurz nach der Löschwasserentnahmestelle im Ort dann gleich ohne Markierung rechts aus Heuchling hinaus. Wir bleiben ca. 250 m auf der Straße und genießen die weit reichende Aussicht bis hin zum Spießer Fernmeldeturm und der Burg Hohenstein. Auf der kleinen Erhebung (Turmhügel) links der Straße befand sich einst ein ehemaliger Burgstall (5 km).

Die Turmhügelburg „Burckthall“ bei Bürtel  3 

Links der befestigten Orts­ver­bin­dungs­stra­ße nach Bürtel hebt sich im Gelände ein gut sichtbarer Hügel ab, der einst ein „festes Haus“ oder eine Turmburg trug. Die Bedeutung dieses Bodendenk­mals wurde erst 2006 aus einer his­to­rischen Karte erkannt, die um 1725 in Augsburg ge­druckt wurde. Dargestellt sind die Nürn­berger Pflegämter „Herspruck, Reicheneck, Engelthal und Hohenstein“.

Beim genauen Betrachten des Blattes fiel der Name „Britel“ oder „Burckthall“ ins Auge. Auf einem sanften Hügel ist ein Gebäude zu erkennen, dass deutlich au­ßer­halb der dargestellten Ortschaft „Britel“ liegen musste. Beim Besichtigen des in Frage kommenden Geländes war der Stand­ort schnell lokalisiert. Noch deutlich zu erkennen ist der etwa 30 m lange und noch ca. 2 m hohe, künstlich aufgeschüttete Hügel, der die ehemalige Turmhügelburg trug. Vom Turm aus hatte man einen grandiosen Blick zur Burg Hohenstein im Westen und zur Burg Rupprechtsstein im Osten.

Solche Blickkon­takte waren von strategischer Bedeutung, denn man konnte sich über weite Entfernungen, bei­spiels­wei­se mittels Rauchzeichen, verständigen. Dieser Burgstall hat offenbar den frühen Ortsnamen von Bürtel ge­prägt:

Im Teilungsbrief der Erben des Konrad II., Schenk von Reicheneck, vom 13. Ok­to­ber 1344 wird Bürtel noch als „Purkstal“ benannt. Die Anlage war demnach bereits im frühen 14. Jahrhundert abgegangen. Der Schenk hinterließ in „Purkstal“ die Zehentrechte über 9 Güter und 15 Äcker. Als Lehnsleute der Schenken wurden die Federsäcke genannt, die vermutlich der ein­fachen Reichenecker Ministerialität angehörten. In der strategischen Erhebung des Landgebietes, 1504 vor Ausbruch des Landshuter Erbfolgekrieges durch­ge­führt, wird der Ort bereits als „Pürktal“ aufgeführt.

(1). Robert Giersch, Andreas Schunk, Berthold Frh. von Haller. Burgen und Herrensitze in der Nürn­berger Landschaft. Schriftenr. Der Altnürn­berger Landschaft, Band L

Das Osterloch (VGN © VGN GmbH)

Weitere 200 m dahinter zweigen wir erneut ohne We­ge­zei­chen in den ersten Feldweg nach links ab. Vorbei an einer Wetterfichte wandern wir weiter bis zur nachfolgenden Birke (die We­ge­zei­chen zeigen hier alle nach rechts). Hier links abbiegen und an dem Ackerrain ent­lang bis zur Ein­mün­dung in das schmale Sträßchen Rich­tung Hegendorf. Von hier aus ist die Erhebung des ehemaligen Burgstalles noch deutlicher zu erkennen.

Auf dem wenig befahrenen Sträßchen gehen wir weiter unmarkiert bergab bis nach Hegendorf. In der Mitte des kleinen Ortes bleiben wir ge­ra­de­aus auf der Straße nach Fischbrunn bis zum Ortsende. Neben dem Bushäuschen: die Infotafel zum dahinter liegenden Osterloch ( 4 ), einer 66 m langen, ein Stück begehbaren Ganghöhle, die auf der Albhochfläche am Osthang des Osterfelsen 470 m über NN liegt. Wieder zurück zur Orts­mit­te (7 km) biegen wir nun links mit dem Grünkreuzin Rich­tung Neutras ab.

Der breite Weg führt im Tal nach einem Wanderpark­platz auf den Wald zu. Linker Hand sind in der Ferne die Fels­for­ma­ti­onen des Höhenglücksteiges erkennbar. Im Wald steigt der befestigte Weg an und führt nach Pferdekoppeln links und rechts des Weges hinauf nach Neutras – der Neutrasfelsen schon im Blickfeld.

Der Neutrasfelsen  – ein vorgeschichtlicher Opferplatz

Spuren vorgeschichtlicher Religiosität sind schon ab der Urnenfelderzeit (1200-800 v. Chr.) vor allem in den Jurahochzügen von Ostfrankreich über die Schwäbische Alb bis hinein in unsere Frankenalb zu beobachten. Eine Art von diesen „Naturheilig-tümern“ sind in der Frän­kischen Alb be­son­ders häufig zu finden: Scherbenfragmente auf dem Rabenfels bei Krottensee oder im Walde, Brand im Schambachtal bei Eichstätt sind Beispiele für Felsopferplätze.

Zahl­reiche Keramikfunde am Fuß des Neutrasfelsen sind weitere Belege dieser Opferrituale, die dort aus der Urnenfelderzeit und Hallstattzeit datieren. Ein weiterer Zusammenhang mit Opfer-ritualen äußert sich im Erscheinungsbild der Brandopferplätze. Kennzeichnend sind Spuren massiver Feuereinwirkung an Funden und Knochen. Ein Beispiel ist der Hochberg bei Mittel-burg, wobei dort ein gewaltiges Felsmassiv aus Türmen und Blöcken den kulturellen Mittelpunkt bildete.

Der Grünstrich und das Paul Pfinzing Weg (Paul-Pfinzing-Weg) sind unsere We­ge­zei­chen auf dem Sträßchen nach links kurz abwärts, dann rechts in die Anwesen hinein. Gleich vor der Brotzeitstube „Zum Res‘n“ nun rechts abbiegen, links um das Haus herum und aus Neutras hinaus. Hinter dem Spielplatz bietet sich für trittsichere Wanderer die Möglichkeit zum Aufstieg auf das Felsmassiv.

An den letzten land­wirt­schaft­lich genutzten Gebäuden vorbei führt ein breiter Weg in den Wald und endet vor einer Scheune. Hier nimmt uns im spitzen Winkel rechter Hand ein ansteigender Pfad auf, der zunächst über eine kleine Kuppe und an­schlie­ßend breiter werdend abwärts auf Bürtel zuführt. Vor dem Ort wird der Weg grasiger und erreicht im Ort die Straße, der wir nach links folgen.

Hier verlässt uns der Grünstrich nach rechts Rich­tung  Hegendorf, der Paul Pfinzing Weg -Weg bleibt unsere Markierung geradewegs aus Bürtel hinaus. Nachdem wir am Ortsende beim Weg­wei­ser mit dem We­ge­zei­chen Blaustrich und dem Paul Pfinzing Weg -Weg (das We­ge­zei­chen bis Deinsdorf) abgebogen sind, genießen wir die weit­rei­chenden Ausblicke auf beiden Seiten des Weges. An der nach 100 m folgenden Gabelung und in dem nach rund 500 m abwärts folgenden Links­bo­gen halten wir uns jeweils rechts.

Nach rund 100 m wandern wir durch ein Wald­stück, dann leicht ansteigend wieder auf freies Feld hinaus. Zwischen Wiesen und Feldern, an einem kleinen frei stehenden Hochsitz vorüber, geht es wieder auf den Wald zu, wo sich der Weg jetzt wieder aufwärts am Wald­rand ent­langschlängelt. Dort, wo der Rotring unseren Weg kreuzt, bietet sich auf diesem Waldweg ca. 150 m nach links die Möglichkeit zu einem Abstecher, um einen gut er­hal­tenen Kalkofen zu besichtigen.

His­to­rischer Kalkofen bei Deinsdorf 

Alte Kalköfen sind eine bislang kaum beachtete Gruppe von Bodendenkmälern und heute nur noch gelegentlich im Gelände zu finden. Sie sind aber Zeugen aus einer Zeit, als Bauern und Dorfmaurer ihren Eigenbedarf an Kalk noch selber brannten. In der Hauptsache bestand ein Kalkofen aus mehreren Lagen aufgesammelter Kalksteinbrocken, aus denen man ein backofen- oder zisternenförmiges Gewölbe bildete, in das man aus Eisenstangen, die nicht selten aus unbrauchbaren, geradegebogenen Wagenreifen bestanden, einen Feuerrost einbaute.

In der Vorderwand befand sich unten – in Höhe des Rostes – das Schürloch, oben im Gewölbe ein oder mehrere Abzugslöcher für den Rauch und die beim Brennen sich bildenden Gase. Größe und Fassungsvermögen dieser Öfen variieren, denn jeder Kalkbrenner baute seinen Ofen nach Bedarf.
Nebensächlich war auch die Form, die sowohl viereckig als auch mehr rund sein konnte. Hauptsache war, dass die Wände des Ofens dem Druck des Gewölbes, welches aus dem zu brennenden Steinmaterial bestand, und der Hitze standhielten. Um diese Festigkeit der Öfen – be­son­ders der Seitenwände – zu steigern, baute man sie in die Hänge und Böschungen hinein.

Da diese Kalköfen mit Holz beheizt wurden, bevorzugte man Waldränder, zumal dann das Feuerungsmaterial gleich zur Hand war. Das Brennen selbst war eine Beschäftigung für jene Jah­res­zeiten, in denen die Feldarbeit den Bauern Zeit ließ. Während des Brennvorgangs waren, ähnlich wie beim Kohlebrennen, ein oder zwei Mann dauernd mit der Betreuung des Ofens be­schäf­tigt. Nach dem Abtransport des Löschkalkes blieben nur die Grundmauern übrig, wie sie an unserem Kalkofen noch sichtbar im Wald er­hal­ten blieben.

Nach mehreren Bögen abwärts kommen wir zu einer Straße, der wir nach links hinein bis nach Deinsdorf folgen. Bei der ersten Kreu­zung im Ort rechts hoch einschwenken, dann vor dem Gasthof „Fritzenhof“ links abbiegen. Der schöne Höhenweg ist mit der weiße drei auf grünem Punkt ge­kenn­zeich­net und eröffnet erneut einen weit reichenden Rundblick.

Vor einer Heckenreihe, dahinter eine Sitzbank, gabelt sich der Weg. Wir halten uns links, laufen auf den letzten Hochspannungsmast zu und wandern auf dem linken, ausgetretenen Weg weiter in den Wald hinein.

Dort stoßen wir auf eine Infotafel des vorgeschichtlichen Pingenfeldes, die über den frühen Bergbau in den umliegenden, kleinen Trichtergruben und deren Auswurfhügeln Auskunft gibt. Nur ca. 15 m links hinter der Tafel erkennt man die alten Gruben. Unmittelbar vor der Tafel führt unser Weg dann bergab auf Oed zu.

Das Pingenfeld von Deinsdorf 

Am Rand der nach Osten geneigten Abdachungsfläche der Alb, östlich von Deinsdorf, wurde im Wald ein kleines, bislang un­be­kanntes Pingenfeld entdeckt. Cha­rak­te­ris­tisch für die Trichtergruben sind die gut sichtbaren Auswurfhügel, die diese Schürfgruben umgeben. Dies ist ein deutlicher Hinweis dafür, dass es sich nicht um Dolinen handelt. Es sind Schürfgruben, die als verstürzte Reste kleiner Tagebaugruben, aus denen Eisenerze gefördert wurden, heute noch im Gelände sichtbar er­hal­ten blieben.

Geologische Grundlage waren offensichtlich jünger kreidezeit­liche Alberze, die in dünneren Schichten die Malmkalke überlagern. In der Ober­pfalz durch­ge­führte Analysen nennen einen hohen Eisengehalt der „Alberze“. Da bei den ein­fachen Verhüttungsmethoden ein großer Teil des Eisens in die Schlacke ging, war ein hoher Eisengehalt durchaus von Bedeutung. Es ist anzunehmen, dass der prähis­to­rische und frühmittelalterliche Hüttenmann ganz andere An­sprü­che an die Eisenvorkommen richtete als ein Lagerstättenkundler des 20. Jahrhunderts.

Ein wichtiger Faktor war für eine Anwendung im ein­fachen Rennver­fah­ren ein Erz mit hohem Eisengehalt. Diese Kriterien wurden bei unserer Fundstelle offenbar erfüllt. Die herausragende Bedeutung ist jedoch der archäologische Nach­weis, dass hier in vorgeschichtlicher Zeit früher Kelten bereits nach Eisen geschürft haben.

Nach etlichen Bögen weiter bergab treffen wir, immer auf dem Hauptweg bleibend, vor der Bahnlinie wieder auf den Paul Pfinzing Weg -Weg. Nur wenige Meter nach rechts den Gleisen nach, dann unter der Ei­sen­bahn­tras­se hindurch – und die unter Denk­malschutz stehende, neu restaurierte Oedmühle liegt vor uns.

Die Oedmühle  8 

Bereits 1368 urkundlich erwähnt, wurde die Oedmühle im Jahr 1820 mit barocker Fassade vergrößert und zum Hammerwerk umgebaut.

Komplett er­hal­tene Kunstmühle der Nürn­berger Mühlenbauanstalt Johann Wolfgang Arold. Mühlenführungen am Pfingst­mon­tag (Deutscher Mühlentag) und je­der­zeit auf Anfrage. Wechselnde Aus­stel­lungen. Original his­to­rische Gaststube aus dem Jahre 1928 geöffnet während des Sommerprogramms und auf Wunsch als Ausflugsziel.

Mühle mit original his­to­rischer Gaststube aus 1928:
Tel. 09154 91480, Internet: www.oedmuehle.net

Die Oedmühle heute (VGN © VGN GmbH)

Am Bahndamm ent­lang geht es weiter, erneut durch eine Bahn­un­ter­füh­rung und immer weiter an der Straße ent­lang. An­schlie­ßend ein kurzes Stück in die Etzelwanger Straße einschwenken, nach der Brücke aber gleich wieder links halten! Wieder unterqueren wir die Bahnstrecke. Danach rechts und mit dem Rotkreuz immer am Bahndamm ent­lang weiter bis zum Bahn­hof Hartmannhof R4.

Hartmannshof Bahn­hof
Ihre Rück­fahr­mög­lich­keiten

Einkehren

Einkehren

Bitte informieren Sie sich in Ihrem eigenen Interesse vorab über die aktuellen Öffn­ungs­zeiten und Ruhe­tage. Korrekturen können an frei­zeit@vgn.de gemailt werden.

Deinsdorf

Gasthof-Pension „Fritzenhof“

Deinsdorf
Tel: 09154 4713
Ruhetag: Mon­tag, Diens­tag für Gruppen nur nach Voran­mel­dung

Etzelwang

Berggasthof „Zum Neutrasfelsen“

Neutras 5
92268 Etzelwang
Tel: 09154 1323
Ruhetag: Di

Café und Brotzeitstube „Zum Res’n“

Neutras 3
92268 Etzelwang
Tel: 09154 919710
Do.–So. ab 13.30 Uhr geöffnet.

Oed

Gasthof „Zur Traube“
bzw. "Zum Bay­e­rischen Johann"

Lehentalstraße 16
91249 Oed
Tel: 09154 4805
Geöffnet: täglich 11-20 Uhr
Ruhetag: Mon­tag
(Über die kleine Brücke des Etzelbaches hoch)
Bay­e­rische Spe­zi­a­li­täten

Mühle mit original his­to­rischer Gaststube aus 1928

Oed
Tel: 09154 914815

Pommelsbrunn-Heuchling

Wirtshaus „Zum Schwarzen Brand“

Pommelsbrunn-Heuchling
Tel: 09154 8042
Jedes 2. und 4. Wo­chen­en­de im Monat geschlossen.

Ausarbeitung und Bilder: VGN, Werner Sörgel
Markierungen: Frän­kischer Albverein und Ge­mein­den

Impressionen

Der Freizeittipp in Bildern

Kommentare

Kommentare

7. November 2014 19:20 Uhr, Buschenwanderer, Coburg

Die Löschwasserentnahmestelle in Heuchlingen befindet sich bereits am Dorfanfang, nur wenige Meter neben dem Schöpfbrunnen. Hier gleich die Straße rechts ab. Wer den Punkt 'überwandert' hat, kann nach dem Wirtshaus rechts das Sträßchen nach Hegendorf nehmen. Auf dieses Sträßchen trifft dann auch die 'offizielle' Wanderung wieder.

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