30. März 2012

Grundsatzent­schei­dung zur Zukunft der Stadt-Umland-Bahn steht bevor

In der Sitzung des Arbeitskreises zur Stadt-Umland-Bahn (StUB) am Don­ners­tag, 29. März 2012 in Nürn­berg hat der Gutachter die Ergebnisse der Planungen sowie die Berechnung der finanziellen Folgen der StUB und eines regional-optimierten Bus­netzes vorgestellt. Ein zentrales Ergebnis der Berechnungen ist der Gewinn zu­sätz­licher Fahr­gäste für den öf­fent­lichen Per­so­nen­nah­ver­kehr (ÖPNV). Mit der Realisierung der StUB ergäbe sich ein Zuwachs von täglich rund 13.200 Fahr­gästen, beim optimierten Bus­netz beliefe sich der Mehrverkehr auf 7.450 Fahrten pro Tag. Die positiven Wirkungen der Verlagerung von PKW-Fahrten auf den ÖPNV, bis hin zur CO2-Bilanz, sind bei einer Realisierung der StUB nahezu doppelt so hoch wie bei der Busva­ri­an­te.

 

Diese deutlich höheren verkehrlichen Wirkungen der Stadt-Umland-Bahn im Vergleich zum Bussystem sind auf der anderen Seite mit wesentlich höheren Investitionen in die In­fra­struk­tur verbunden. Sowohl bei der StUB als auch der Buslösung ist ein zu­sätz­licher Regnitzübergang (Kosbacher Brücke) not­wen­dig, der aber aus­schließ­lich durch die Busse bzw. die StUB genutzt werden soll. Der Ausbau der In­fra­struk­tur für die StUB bezieht sich auf das so genannte T-Netz mit einer Nord-Süd-Ver­bin­dung von Erlangen Bahn­hof nach Nürn­berg-Wegfeld und von Erlangen Bahn­hof mit einem Ast nach Westen bis Herzogen­aurach sowie nach Osten bis Uttenreuth. Beim optimierten Bus­netz werden zu­sätz­liche Busspuren und Hal­te­stel­len unterstellt. Demnach belaufen sich die Investitionen in die In­fra­struk­tur bei der StUB auf circa 250 Mil­li­onen Euro, beim Bussystem auf rund 12,5 Mil­li­onen Euro. Beide Maßnahmen könnten mit hohen staat­lichen Zuwendungen, bis zu 80 Prozent auf förderfähige Anteile, rechnen.

 

Maßgeblich für die politischen Ent­schei­dungsträger sind auch die Folgekosten, die von den drei betroffenen Ge­biets­kör­per­schaften (Städte Erlangen und Nürn­berg sowie Land­kreis Erlangen-Höchstadt) als Auf­ga­ben­träger für den ÖPNV zu tragen sind. Bei der StUB sind diese mit rund elf Mil­li­onen Euro etwa zehnmal so hoch wie bei der Busva­ri­an­te. Al­ler­dings entfallen rund 90 Prozent der ermittelten Folgekosten für die StUB auf die Finanzierung der zu erstellenden um­fang­reichen Schienen-In­fra­struk­tur.

 

Die Planungen und Bewertungen zur Stadt-Umland-Bahn sowie zum optimierten Bus­netz sind nunmehr abgeschlossen. Nach Vorlage des Ab­schlussberichtes werden im nächsten Schritt die politischen Gremien der Ge­biets­kör­per­schaften beraten. Die aktuellen Ergebnisse sollen außerdem zeitnah vom Gutachter in einer öf­fent­lichen Ver­an­stal­tung erläutert werden. Derzeit noch offen ist die künftige Aufteilung der Folgekosten, wobei mehrere Parameter zur Anwendung kommen können, wie etwa das Ver­kehrs­an­ge­bot, die Nachfrage oder die Streckenanteile der Ge­biets­kör­per­schaften.

 

Die im Arbeitskreis vorgestellten Unterlagen stehen zum Download unter www.vgn.de/stub_erlangen.pdf zur Ver­fü­gung.