Genusstour durch kleine Fluss­tä­ler, urfrän­kische Dörfer und Weinberge

Steckbrief

Steckbrief

Informationen zur Radtour

Region Steigerwald
Linien R12 R81
Länge ca. 67 km

Bewertungen

Ge­samteindruck
(3)
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Landschaft
(2)
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Gastronomie
(2)
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An­spruch / Kondition
(4)
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Weg­be­schrei­bung
(3)
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Höhenprofil

Höhe in Metern, Wegstrecke in km
Genusstour durch kleine Fluss­tä­ler, urfrän­kische Dörfer und Weinberge

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Vorwort

Vorwort

Durch kleine Fluss­tä­ler und urfrän­kische Dörfer zu bekannten Weinbergen: Der südliche  Steigerwald hat viel zu bieten!

Zwischen Aisch und Zenn machen kleine Sträßchen und befestigte Wege in idyl­lischen un­be­kannten Flusstälchen allein schon das Rad­fah­ren zum Genuss. Und obendrauf die ku­li­na­rischen Genüsse der Region!

Es gilt: Je weiter südlich und westlich, desto mehr Weinfranken, aber an Brauereien ist auch kein Mangel: Gutes Bier gibt’s in Franken immer und überall, sowieso und außerdem.

Die Täler der kleinen Flüsschen, wie der „Kleinen Ehe“, der „Großen Ehe“ oder der „Tief“ sind ge­prägt von Landwirtschaft und Weinbau. Hier gibt es sie noch: die kleinen ursprünglichen Weinberge, die besonderen Lagen für Weinjahrgänge in limitierter Auflage.

Die zahl­reichen Weinorte mit all ihren He­cken­wirt­schaften und Weinstuben, haben ihr dörfliches Flair er­hal­ten. Die kleinstrukturierten Rebflächen, ein­ge­bet­tet zwischen Streu­obst­wie­sen und Hecken, geben ein günstiges Klein­kli­ma für einen körperreichen und bekömmlichen Wein.

Zusammen mit den Talauen und ihren kleinen, aber wohlbefestigten, meistens geteerten Wegen und den artenreichen Wäldern dazwischen, ist der südliche Steigerwald wie gemacht zum – im doppelten Sinne – genussreichen Rad­fah­ren.

Wirtshaus Am Markt (14.03.2017, VGN © VGN GmbH)
Weinnest (14.03.2017, VGN © VGN GmbH)

Karte

Karte

Kartenausschnitt 1 – Neustadt - Sugenheim - Markt Nordheim (24.02.2017)
Kartenausschnitt 2 – Bad Windsheim - Markt Erlbach (24.02.2017)

Weg­be­schrei­bung

Weg­be­schrei­bung

Neustadt a. d. Aisch Bahn­hof
Aus­gangs­punkt
Markt Erlbach Bahn­hof
Rück­fahr­mög­lich­keiten

Hinweise
• Der VGN bringt Sie nach Neustadt/Aisch und holt Sie am Schluss in Ipsheim oder Markt Erlbach wieder ab, aber bitte immer mit den Dieseltriebwagen der Mit­tel­fran­kenbahn (RB).

• Für die entspannte Anreise nach Neustadt/Aisch nutzen Sie bitte die Re­gi­o­nal­bahn. Von Nürn­berg über Fürth (hier aus Rich­tung Bam­berg zusteigen) dauert das nur wenige Mi­nu­ten länger als im stark frequentierten RE. In der RB finden Sie viel leichter Platz für sich und ihr Fahrrad!

• Ein einziges Ticket genügt für 2 Er­wach­se­ne samt Fahr­rädern – das TagesTicket Plus – für Hin- und Rück­fahrt gilt am Wo­chen­en­de und an Fei­er­tagen sogar noch am nächsten Tag.

WW = Weg­wei­ser
Meistens folgt unser Weg den Steigerwald-Radweg­wei­sern (grüner Radler auf weißem Grund in un­ter­schied­lichen Va­ri­an­ten: Steigerwald-Höhenweg / Vom Main zur Aisch I / Vom Main zur Aisch II). Wo diese fehlen, zugewachsen oder nicht eindeutig sind, ist es in der Beschreibung angeben.

Im Allgemeinen gilt: Ist kein WW da, so geht es ge­ra­de­aus weiter!

Tourencharakter

Etappe 1:
Im Prinzip nur leicht hügelig. Fast ebene und schöne, verkehrsarme, meist geteerte Wege im Ehebachtal und anderen kleinen Fluss­tä­lern mit nur ganz wenigen kürzeren, steileren Anstiegen. Der erste ist gleich zum Auftakt hinter Neustadt zu bewältigen, der zweite bei km 32 zur Freimarkung Osing hinauf. Einige Hügel, die man dann auch schön hinunterflitzen kann, wie der zum Schluss nach Bad Windsheim, gibt’s auch noch bei Etappe 1.

Etappe 2 (ab km 44 – Bad Windsheim)
Zunächst eben im Aischtal, ab Weimersheim (km 52) geht’s dann richtig rauf und danach auf der Höhe immer wieder rauf und runter auf kleinen Sträßchen bis Markt Erlbach. Durch die schöne ab­wechs­lungs­reiche, nahezu autofreie Landschaft und immer wieder andere Ausblicke wird man dafür aber mehr als entschädigt. Wer nimmer rauf will: Alternativ gibt’s in Etappe 2 eine Bergab-Va­ri­an­te ab km 52 zum Bahn­hof Ipsheim.

Abkürzung und Bergab-Va­ri­an­te

Frän­kische Dörfchen und Dörfer mit his­to­rischen, gut er­hal­tenen und restaurierten, se­hens­werten Ortkernen erwarten den Genussradfahrer. Einkehren, durchschnaufen, die Seele baumeln lassen – viele gute Möglichkeiten gibt’s dazu auf dieser Strecke. Um viel zu sehen, ganz entspannt zu fahren und öfters einzukehren kann Etappe 1 (Neustadt – Bad Windsheim: 44 km) gekürzt werden, indem man erst ab Markt Bibart startet (30 km).

Für Etappe 2 (Bad Windsheim – Markt Erlbach: 23,7 km) gibt es eine weniger anstrengende Bergab-Va­ri­an­te: Schon nach 9 km kann man es ab Weimersheim, statt auf die Höhe zu fahren, recht unangestrengt hinab zum Abkürzung und Bergab-Va­ri­an­te Bahn­hof Ipsheim rollen lassen und damit die Etappe 2 auf 18,8 km kürzen – und sich dort vielleicht zum Ab­schluss in einer der zahl­reichen Weinstuben einen guten Schoppen gönnen. Die Züge fahren generell bis spät am Abend, so dass man die Tour entspannt ausklingen lassen kann. Oder auch gleich dableiben und Übernachten: Sams­tags beginnen, den Abend genießen, Sonn­tagsfrühstück, dann weiter.

Das sams­tags gekaufte TagesTicket Plus gilt beim VGN auch noch am Sonn­tag. Diese Zwei-Tage-Re­ge­lung gibt’s ebenso, wenn der Mon­tag ein Fei­er­tag ist, wie an Ostern oder Pfingsten: Am Sonn­tag gekauft ist auch der Fei­er­tagsmon­tag mit drin!

Es wird sehr viel an­ge­boten an Wein­pro­ben, Führungen, Museen und ähnliches, sodass eine längere Radtour dabei nicht immer zu machen ist. Mit Bahn und Rad sind Sie mobil und flexibel und können sich die Rosinen, oder anders gesagt – die besten Weintrauben samt ihrer Erzeugnisse – herauspicken und Teilabschnitte auswählen. Die Bahnlinien im Aischtal R81  (Neustadt, Ipsheim, Bad Windsheim) und Zenntal  R12 (Markt Erlbach) werden regelmäßig – meist stündlich – bedient und fahren bis spät am Abend. Nehmen Sie sich Zeit zum Genießen! Immer wieder kommen lohnt sich.

Detaillierte Weg­be­schrei­bung

Etappe 1: Neustadt – Bad Windsheim (43,7 km)

Vor dem Bahn­hof Neustadt folgen wir der Straße nach rechts bergab bis zur B 470. An dieser verkehrsreichen Straße mit mehreren roten Ampeln macht das Rad­fah­ren auf dem ausgeschilderten Radweg keinen Spaß.

Deshalb queren wir sie gleich hier beim Zebrastreifen zur Linken. Ein geteerter Weg führt leicht links versetzt (zwischen Blumenwiese und Hausnr. 8) in den ruhigeren Aischgrund. Hier rechts, dann ge­ra­de­aus bis zur Straße vor und nach links über die Aisch-Brücke. Hier beginnen die Markierungen: Ge­ra­de­aus weiter – die B 8 wird gequert – leiten uns diverse Rad-WW nach Hanbach.

Die Stei­gung gleich zu Beginn soll uns nicht abschrecken. Mit frischen Kräften sind die 60 Hö­hen­me­ter rasch bezwungen. Einen Rundblick weit übers Land nach Westen und rückwärts nach Norden gibt’s obendrauf, dazu bunte Blumenwiesen und goldgelbe oder sattgrüne Felder. Flott und mühelos sausen wir auf dem kleinen kurvigen Sträßchen durch schönen Misch­wald hinunter nach Hanbach.

Nanu, auf dem Ortsschild steht „Stübach“? Nicht erschrecken, stimmt schon, Hanbach ist ein Ortsteil von Stübach.

Nach dem „Daily Bistro“ unten an der Ortsstraße links ab, das Stück bis zum Radwegende in der Kurve vorfahren und hier wieder links (WW: Vom Main zur Aisch 1 – MA I ).

Aha, da ist es ja! Das Ortsschild Hanbach am Ortsende, al­ler­dings hat’s ein Spaßvogel umgedreht*. Bis Baudenbach stimmt auch der Talauenweg 4, der uns jetzt eben nach Hambühl führt.

Un­ter­wegs, am Wald­rand links, klärt eine Infotafel „Waldaufteilung der Rechtlergemeinschaft Hambühl“ über in­te­res­sante Zusammenhänge zwischen Landbesitz und Nutzungsrechten auf: Bis 1974 gehörten Grund und Boden der Ge­mein­de und das Holz den Rechtlern. Jetzt ist es ein Genossenschaftswald dessen Einzelparzellen im Losver­fah­ren mit Wertausgleich vergeben werden. Das war früher weit verbreitet. Bundesweit bekannt und auch ein Medienspektakel, ist die Osingverlosung am Osing, wo wir später vorbeikommen.

Mit dem WW MA I nach Hambühl hinein und weiter. Schöner verkehrsberuhigter gepflasterter Orts­kern um die Kirche herum. Rechts übers Brücklein am Fluss (Tafel Fischereilehrpfad) auf schmalem Plattenweg idyl­lisch hinüber nach Baudenbach. Der Fachwerkkirchturm, typisch für die Gegend hier, schaut schon herüber.

Wir folgen dem WW Talauenweg 4 durch den Ort, mit einem Blick am Markt­platz hinüber zum markanten Brunnen von 1544 mit vier wuchtigen runden steinernen Säulen und Pyramidendach.

Auffällig sind, an der Weggabelung kurz vor dem Ortseingang von Baudenbach, zwei un­ter­schied­lich geformte spätmittelalterliche Steinkreuze ohne Inschrift – wahrscheinlich Sühnekreuze, die zur Sühne für einen begangenen Mord oder Totschlag errichtet wurden. Diese sind in Franken weit verbreitet. Die Vorübergehenden sollten an­ge­hal­ten werden, Fürbitten für den Getöteten zu leisten, da dieser ohne Sterbesakramente sterben musste.

Kurz vor dem Ortsausgang, beim ehemaligen „Unteren Tor“ (ovale Gedenktafel) zur Rechten, biegen wir links in die Raiffeisenstraße ein und vor dem ersten Gebäude gleich wieder rechts.

Nun geht’s mit dem WW Talauenweg 3 auf dem Radweg nach Langenfeld. Zusammen mit dem WW MA II führt das kleine Flursträßchen durch das Ehe- und Tiefenbachtal bis wir auf die Autostraße nach Ullstadt stoßen.

Links ab geht’s durch die prächtige Kastanienallee – wie aus dem Märchenbuch – in den Ort.

Und da ist auch schon das mächtige Wasserschloss, be­stimmt eines der schönsten barocken Landschlösser Frankens. Gekrönte Löwen mit einem fürstbischöflichen Wappenschild zieren die inneren Torpfosten.

Sie gehörten einst zum Reuther Tor in Forch­heim, bevor sie Freiherr von Franckenstein für sein Schloss erwarb. Die schöne schattenspendende Kastanienallee setzt sich noch ge­ra­de­aus durch den großzügigen Schlosspark fort. Wir aber bleiben auf der Straße, die beim Schloss rechts um die Kurve führt und an der kleinen Kirche vorbeigeht.

Freiherr von Franckenstein?
Hat das was mit dem Monster zu tun?
Spannende Geschichten! Jawohl, das 1718–1725 nach den Plänen von Johann Dientzenhofer erbaute Hauptschloss ist heute noch von den Franckensteins bewohnt. Schon oft wurde Baron v. Franckenstein auf seine Namensverwandtschaft mit dem Monster Victor Frankenstein angesprochen und den hat ja bekanntlich die Britin Mary Shelley 1818 als Romanfigur erschaffen.

Tatsächlich ist der Stammsitz der Familie die Burg Frankenstein bei Darmstadt-Eberstadt. Und diese Burg hat Mary Shelly, kurz bevor sie ihren meisterhaften Roman schrieb, auch wirklich besucht! Außerdem gebe es dazu noch diesen geheimnisvollen Briefwechsel vom bekannten Mär­chen­er­zäh­ler Jakob Grimm mit Shellys Schwiegermutter! 1673 wird darin von dem Zauberer Johann Konrad Dippel berichtet, der auf der dortigen Burg Frankenstein aus Leichenteilen neue Wesen erschaffen haben soll, was Mary Shelly dann den Anstoss zu dem berühmtberüchtigt schauderhaften Roman gab!

Soweit die Berührungspunkte zu jenen jahrhundertealten Schauergeschichten. Wie dem auch sei, die Franckensteins stammen sicher von daher, verließen aber diese Burg schon 1662, also 150 Jahre vor Erscheinen des Romans. Ein Zweig dieser Familie wurde und ist seitdem hier in Ullstadt sesshaft und so bewohnen aktuell Paul Freiherr von und zu Franckenstein und seine Frau Marili mit ihren sieben Kinder (Stand: 2014) das Hauptschloss, das in den 1990ern mit großem finanziellem und per­sön­lichem Engagement restauriert wurde.

Der Schlossherr, ein studierter Jurist, ist Land- und Forstwirt seiner großen Ländereien. Und leidenschaftlicher Jäger, adelstypisch für seine Vorfahren und ihn. Im Kochtopf (und auf dem Markt) landet zwar so manches fachgerecht zerlegte Wildbret, aber damit hat sich‘s auch schon und mit Mary Shellys romanhaftem Leichenfledderer Victor ... nein, damit hat er sicher rein gar nichts mehr zu tun ...

Quelle:
http://www.djz.de/jagdpraxis/2870-paul-freiherr-von-und-zu-franckenstein

Der westlich von Meierei und Schlosshof liegende sandsteinummauerte Schlossgarten mit dem „Salettl“, einem verputzen Pavillon, ist am Wo­chen­en­de zur Besichtigung geöffnet.

Wir fahren nun immer ge­ra­de­aus weiter und gelangen eben und autofrei mit WW Talauenweg 3 durchs Tiefenbachtal nach Hürfeld.

Unmittelbar vor Hürfeld leicht rechts versetzt die Hauptstraße queren (derzeit im Neubau – Stand: 11/2016), dem Verbundpflasterweg am südlichen Ortsrand zur Hauptstraße folgen, hier links ab zum Ortsausgang und weiter nach Rüdern. Immer leicht steigend begleitet uns hier der WW MA.

Achtung! In Rüdern geht’s links ab! Der efeuberankte Weg­wei­ser am dicken Baumstamm schaut zwar urig aus, ist aber im Sommer fast unsichtbar zugewachsen.

Nun geht’s bergab und flott hinab nach Sugenheim. Im Ort links in die Wiesenstraße und dann rechts in die Schulstraße. Auf der linken Seite kommt nun zuerst das Neue Schloss aus dem 16. Jahrhundert, dann das Alte Schloss aus dem 14. Jahrhundert – ein ehemaliges Wasserschloss mit vier markanten Ecktürmen.

Vis-à-vis des Schlosses lockt der Gasthof Ehegrund. Hier kann man schön im Freien sitzen. Wein oder Bier? Das ist hier die Frage! Beides ist bestens und stammt aus der unmittelbaren Region.

Der jetzige Hauptbau geht nach Renovierungen und Umbauten auf das frühe 19. Jh. zurück. 150 Jahre stand das prächtige Schloss leer, dann erwarben es Jan und Manuela Kube und sanierten es behutsam und denk­malgerecht, bevor sie darin 1988 das um­fang­reiche und se­hens­werte Spielzeugmuseum eröffneten. Sehr se­hens­wert, denn aus den Kinderzimmern vergangener Epochen wecken Puppen, Puppenstuben und -küchen, Schaukelpferde, Blechspielzeug, Spiele, Kinderbücher und Zinnfiguren nostalgische Erinnerungen. Nehmen Sie sich ein bisschen Zeit! Zudem können der opulente Renaissance-Saal und die Hauskapelle besichtigt werden.

Geöffnet: Von Kar­frei­tag bis zum 1. Advent immer sams­tags, sonn- und fei­er­tags von 14–17 Uhr. Für angemeldete Gruppen ab 15 Per­so­nen sind je­der­zeit Sonderöffnungen möglich.

Eintritt: Er­wach­se­ne 3,50 €, Kinder und Jugendlichevon 6 bis 16 Jahre 1,00 €, Kinder unter 6 frei
Quelle: http://www.kunstsamm­lungen-sugenheim.de/spielzeugmuseum

Für Kinder
Ein guter Platz für eine Pause mit Kindern und mit­ge­brachter Brotzeit ist auch der etwas versteckt gelegene große schöne Spielplatz im Ehegrund: Den Gasthof zur Rechten, den Eingang zum Schloss zur Linken der Straße ca. 200 m folgen, dann rechts herum zum bestens ausgestatteten Spielplatz mit Brotzeitbänken und zahl­reichen Spielgeräten neben dem Flüsschens Ehe.

Für den Weiterweg vom Alten Schloss der Hauptstraße nach Südwesten (Schloss zur Rechten, Gast­haus Ehegrund zur Linken) durch den his­to­rischen Orts­kern folgen. Se­hens­wert und fotogen kommt zur Linken nach ca. 200 m das Deutenheimer Tor von 1602. Ge­ra­de­aus weiter zieht die „Bronzehand mit Stimmgabel“ die Blicke auf sich.

Bis Markt Nordheim geht’s nun durch Wiesen und Felder im Ehegrund: ca. 300 m nach dem Ortsende Sugenheim links in den Talgrund fahren, an der Verzweigung dem bisherigen „Hauptweg“ folgen, dann ein Stück weiter vorne an der Straße rechts versetzt weiter (kein WW in Fahrt­rich­tung). In Etzelheim (ohne WW) links ab, auf die Hauptstraße. Gleich hinter dem Ortsausgangsschild (ohne WW) links, an der Verzweigung wieder links, die Autostraße (kein WW in Fahrt­rich­tung) ge­ra­de­aus queren und hinein nach Markt Nordheim. Unser Weg führt schon vor dem kleinen See am Ortseingang links hinüber zu Schloss Seehaus.

Trotzdem sollten Sie einen Abstecher in den his­to­rischen Orts­kern nicht ver­säu­men: Ge­ra­de­aus am See geht’s weiter in dieses frän­kische Bilderbuchdorf. Romantischer Weinort, Bayrisches Golddorf 2007! Hier gibt’s schöne Rastplätze am Bach, der mitten durch den Ort fließt, die alte Mühle, Brunnen, Gasthäuser, Kirche, stille Winkel – viel gibt’s zu sehen. Einige Winzer schenken Wein aus den umliegenden Weinbergen aus, den Anstieg rechts hinauf findet sich eine Gastwirtschaft mit Fernblick-Terrasse.

Nach dem Abstecher zum See zurück und rechts hinüber zu Schloss Seehaus! Den Weg­wei­ser nach Krautostheim (nach links) lassen wir unbeachtet, das Schlosstor lockt uns mehr, zieht uns quasi hinein. Also ge­ra­de­aus drauf zu und durch das Torhaus auf öf­fent­lichem Radweg in die Schlossanlage.

Schloss Seehaus (14.03.2017, VGN © VGN GmbH)

Durch das Schlossgelände hindurch, dann rechts und nochmal rechts, gelangen wir zur Straße nach Krautostheim.

Schloss Seehaus
Hier drinnen werden ab und zu musikalische Dinners bei Kerzenschein und manches mehr geboten. Das Schloss hat 40 Zimmer, kostet ent­spre­chend Unterhalt und wer hier Schlossherr ist, muss sich was einfallen lassen! Ursprünglich diente die typische dreiflügelige barocke Anlage den Ver­wal­tungszwecken der Grafen von Schwarzenberg: So wurde etwa der„Zehnt“ von den Lehen hier eingetrieben, es gab Gerichtsbarkeit in Form von kleinen Haftzellen und Verhandlungssaal, die hier vom fürstlichen Stammsitz vom 10 km entfernten Scheinfeld ausgelagert waren. Ehemals umgab das Schloss wirklich ein See, der aber um 1800 trockengelegt und in Weideland umgewandelt wurde. Heutzutage finden in dem gut er­hal­tenen und renovierten Schloss öf­fent­liche Konzerte und Bälle statt, man kann es für private Feierlichkeiten, Hochzeiten etc. mieten. Gartensaal, Billiard, ein Festsaal für 100 Per­so­nen u.v.m. sind vorhanden, es steht für Seminare und Wein­pro­ben offen, aber auch musikalische Dinners bei Kerzenschein und sogar Meisterkurse in ver­schie­denen Musikdisziplinen ergänzen das um­fang­reiche Konzertprogramm. Die her­vor­ra­gende Akustik in der Kapelle nutzen nicht nur Orchester und Chöre für CD-Aufnahmen, auch der Bayrische Rundfunk hat hier schon produziert!
Quelle und Ver­an­stal­tungsinfos: www.schloss-seehaus.de

Aus dem ursprünglichen Ostheim wurde schon vor Jahrhunderten „Krautostheim“, denn das Blau- und Weißkraut gedeiht hier be­son­ders gut. Das liegt am gehaltvollen Torfboden, dem Ried, entstanden durch regelmäßige Überschwemmungen. Zwei Höfe bauen noch über den Eigenbedarf hinaus Kohlköpfe an. 20.000 sind es bei Familie Rabenstein, die – wie auch bei Familie Neuser – in reiner Handarbeit geerntet und geputzt werden.

Ende Sep­tem­ber kann man dann beim alljährlichen Dorffest die ver­schie­densten Krautgerichte probieren. Regionalprodukte aus Eigenproduktion wie Kren, Honig, Schnäpse etc. werden ebenso wie Kartoffeln zum Verkauf an­ge­boten. Die Kohlköpfe trägt so mancher in 10-25 kg Säcken heim, um daraus sein eigens Sauerkraut herzustellen. Quelle samt Rezepttipp:
http://aus-meinem-kochtopf.de/das-krautfest-in-krautostheim

In Krautostheim an der ersten Kreu­zung ge­ra­de­aus auf die Hauptstraße (Ri. Deutenheim) fahren, dann aber auf­pas­sen und an der kleinen Ein­mün­dung nach dem Gast­haus „Zur Krone“ rechts abbiegen, WW Osing 1,5 km (kein Rad-WW).

Obstbaumgesäumt geht es nun etwas steiler bergan zur Osing-Hütte! Offen ist sie immer, mit Infotafeln und Brotzeittischen bestückt, für eine erholsame Rast bei jeder Witterung. Ein Kehrbesen steht im Eck (nein, nicht wegen der Brotkrümmel – siehe Hin­weis­schild), ein Gästebuch liegt auch aus.

Am 3. Au­gustwo­chen­en­de (Hinweis im Ort: Schild „Osingfest“) hat man Glück: Der Anstieg wird beim alljährlichen Osingfest mit Bier und Bewirtung vor der Osinghütte am Osingsee belohnt!

Der Osing
Eine Sage erzählt, Kaiserin Kunigunde, die Gemahlin Kaiser Heinrichs des II., habe sich um das Jahr 1000 herum auf dem Ritt von Bad Windsheim her, in dem damals dicht bewaldeten Gebiet verirrt und nur durch das Läuten der Abendglocken der vier Osingorte Herbolzheim, Humbrechtsau, Rüdisbronn und Krautostheim wieder aus dem Waldherausgefunden. Aus Dankbarkeit schenkte sie den 4 Orten das Land am Osing.

Und wirklich, die Landschaft hat etwas Sagenumwobenes und zumindest eine wunderbare Aussicht. Idyl­lisch liegt der See neben der Hütte. Über Getreidefelder, Wiesen und Wälder schweift der Blick weit umher.

Ehemals, so muss man es sich vorstellen, waren die Hügel mit Burgen, Schlössern und Wachtürmen gekrönt. Diese sind längst verfallen oder zerstört, aber ein bedeutsames Ereignis aus alten Zeiten – immaterielles Kulturerbe sozusagen – hat sich bis heute erstaunlicherweise er­hal­ten, nämlich die Osingverlosung.

Was ist aber nun „der Osing“?
Zunächst ein Bergrücken mit ca. 14 km2, das ganze Osinggebiet aber außerdem eine uralte „Freimarkung“, ein­ma­lig auch in der Größe in Europa.

Gut informiert sind nach einer Pause die restlichen Hö­hen­me­ter auf dem kleinen Bergsträßchen gleich geschafft. Wir flitzen flott und froh hinab nach Humbrechtsau, fahren unten an der Hauptstraße links und dann gleich wieder rechts in den kleinen Teerweg hinein. Rad WW 2-3

Nochmal geht’s einen Hügel hinauf, linkerhand viele altertümliche verschlossene alte Keller, rechts hinüber Rückblickfernschau auf die bisherigeTour und oben ein schöner jahrhundertealter Hutewald, eine land­schaft­liche Be­son­der­heit, denoch vielfach verbreitet im südlichen Steigerwald.

Ein großes Ereignis: Die Osingverlosung
Was das Dorf Krautostheim bundesweit zu etwas ganz Besonderem macht, ist nicht nur die Zugehörigkeit zur so­ge­nannten Freimarkung „Osing“, sondern das aufwendige Ritual der 10-jährig stattfindenden Verlosung der land­wirt­schaft­liche Nutzfläche von 274 ha.

Seit dem 15. Jahrhundert, oder sogar noch früher, wird diese nach denselben strikten Regeln an die 178 Rechtler aus den vier Osing-Ge­mein­den verteilt. Über all die Jahrhunderte hinweg ging sie nie in Privatbesitz über. Auf ihr Haus oder ihren Hof haben die so­ge­nannten Rechtler nämlich seit altersher ein Recht auf Nutzung einer ent­spre­chenden Fläche.

Da die Böden aber von un­ter­schied­licher Qualität sind und um jedem die Chance auf einen guten Boden zu geben, entschlossen sich die vier Ge­mein­den Herbolzheim, Humbrechtsau, Krautostheim und Rüdisbronn die Flächen alle 10 Jahre zu verlosen – und zwar in den Jahren, die mit einer 4 enden. So zuletzt im Sep­tem­ber 2014.

Die 14 Tage dauernde (!) Vermessung zur Einteilung der Lose geschieht nach uraltem Ritual mit einem alten Breitenmaß in Gert und Schuh (1 Gert = 2,90 Meter, 1 Schuh = 29 cm), bevor die Flächen durch vier ver­schie­dene Hackstufen markiert werden. So für Krautostheim mit einem kleinen Kreuz, für Humprechtsau (unserem nächsten Ort) mit einer Pflugschleife. Wie die ganze Osing-Verlosung geht auch die Kennzeichnung mit uralten Symbolen auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Weil damals nur wenige Leute Lesen und Schreiben konnten, musste man Symbole benutzen.

Die hier verwendeten alten germanischen Runen verweisen auf die Alemanen, die schon in vorchristlicher Zeit Land verlosten. Am Festtag ziehen heutzutage die Schulkinder der vier Ge­mein­den die Namen der Rechtler aus einem Säckchen, um sie den Losen zuordnen. Dafür bekommen sie von den Rechtlern, je nach Qualität der Böden, ein ent­spre­chendes Trinkgeld.
Quelle sowie weitere Infos: http://www.osingverein.de/verlosung.html

Hutewald und Hutweiden
Diese alten Kulturlandschaften schuf der Mensch haupt­säch­lich durch Eichen, die man einst zur Schweinemast mit 10 x10 m Abstand hat wachsen lassen – be­son­ders im Herbst wurden die Tiere hierher getrieben. So entstanden gleichzeitig artenreiche Wiesen, auf denen auch Rinder und Schafe weideten. Das offene parkähnliche Aussehen ist typisch für den Hutewald bzw. die Hutweiden und entstand durch das Nebeneinander von Licht und Schatten, von Wald und Wiese. Heutzutage lässt man die toten Altholzbäume hier stehen um seltenen und gefährdeten Tieren einen Lebensraum zu bieten. Allein vom Totholzkäfer gibt es über 1.300 Arten (siehe Infotafel), aber auch Spechte und der kleine Eisvogel, eine Schmetterlingsart, fühlen sich hier wohl.

Am Totholzwald­stück vorbei und geradewegs über die Wan­der­wegkreu­zung. Mit ein paar Kurven den Wald hinuntersausen und immer ge­ra­de­aus hinein nach Unterntief. Unser Weg geht rechts herum weiter WW, aber wer hier einkehren will, quert ge­ra­de­aus Hauptstraße und Bach und findet am Eck das Wirtshaus und ums Eck herum den schönen Bier­gar­ten, mit dem Fahrrad an der Wand unterm Balkon, zur verdienten Pause.

Frän­kisch ursprünglich einkehren kann man aber auch drei Kilometer weiter in Oberntief.

Oberntief?
Wer sich über den Ortsnamen wundert („Das gibt’s doch nicht, entweder oben oder tief?“), dem sei es erklärt: Das Flüsschen Tief fließt hier von Oberntief nach Unterntief.

Dank des Flüsschens können wir uns den kleinen Anstieg und die Autos auf der Straße sparen: Nach dem Ortsausgang links WW 1 und ent­lang der Tief im Talgrund nahezu eben nach Oberntief. An der Hauptstraße angekommen, verlockt ein Blick nach rechts hinüber zur Einkehr beim „Schwarzen Adler“. Außen gibt’s Bierbänke, drinnen eine heimelige niedrige Gaststube mit urgemütlicher Holzvertäfelung wie in alten Zeiten. Weiter­fah­ren oder Pause, das ist hier die Frage ... Rechts oder links herum?

Weiter nach Bad Windsheim geht’s links, erst nochmal hinauf – zur Linken gibt’s noch einen aussichtsreichen Abstecher – dann, auf dieser Straße bleibend, flott hinunter in den Ort. Nach Querung der Bahnlinie führt diese Straße auch gleich direkt zum Bahn­hof.

Für Etappe 2 geht’s hier rechts ab, direkt in die his­to­rische Alt­stadt.

Abstecher: Der Weg zur Frankentherme (mit Salzbadesee) und zum Kurpark (mit Gradierwerk) geht gut ausgeschildert über die Fußgängerbrücke links. (Infos im Anhang)

Gradierwerk im Kurpark
Direkt gegenüber der Therme, auf der Kneipp-Insel im Kurpark, befindet sich das (kos­ten­los zu nutzende) Gradierwerk. Eigentlich dient ein Gradierwerk der Salzgewinnung.

Ein Holzgerüst wird mit Reisig verfüllt. Man nimmt meistens, wie in Bad Windsheim, Schwarzdorn. Durch die dünnen Ästchen wird flüssige Sole geleitet, das Wasser verdunstet, Salz setzt sich ab und kann geerntet werden. Hier dient das Gradierwerk, in dem 32- bis 35-prozentige Sole fließt, aber nur der Therapie der Atemwege. Die zerstäubte Sole wird eingeatmet, sie erweitert die Bronchien, der Schleim wird gelöst. Es ist wie eine Mini-Kur an der Nordsee.

Quelle: http://www.gesundes-bayern.de/d-franken-therme-bad-windsheim

Die Kneipp-Insel hat von Anfang April bis Ok­to­ber täglich zwischen 8 und 21 Uhr geöffnet. Atemgymnastikkurse finden dann immer mon­tags um 16 Uhr und diens­tags um 10 Uhr statt. Der Eintritt ist frei, eine Übungseinheit dauert etwa 25 Mi­nu­ten. Außerdem gibt es u.a. noch einen Barfußpfad und ein Kneipp-Becken.

http://www.nordbayern.de/region/bad-windsheim/mini-kur-im-gradierwerkatemgymnastik-in-bad-windsheim-1.4309277

Etappe 2: Bad Windsheim – Markt Erlbach 23,7 km

Zu Beginn von Etappe 2 folgen wir, senkrecht zum Bahn­hof, erst der Straße Bahn­hofsplatz und der Johanniterstraße über die beiden Ampeln, dann der Pastoriusstraße geradewegs in die his­to­rische Alt­stadt, bevor es weiter zum Freilandmuseum geht. Rie­sen­groß grüßt dabei der 8 m hohe Roland mit seinem Richtschwert vor der Kilianskirche auf dem Weg zum Markt­platz.

Wir fahren, ungeachtet der Radweg­wei­ser, die schönste Strecke und deshalb weiterhin ge­ra­de­aus zum Schönen Brunnen am Weinmarkt, bewacht von Karl dem Großen und in früheren Zeiten abendlicher Treff- und Tratschplatz der Mägde und anderer Leute beim Wasserholen. Die altertümlichen steinernen Bänke zum Abstellen der Bütten und Krüge sind noch zum Ausruhen da!

Der Roland, das überlebensgroße Standbild eines Ritters in Rüstung mit bloßem Schwert gilt im Allgemeinen als Symbol bürgerlicher Freiheit und Rechte.

Rolande wurden im Mittelalter in vielen Städten aufgestellt, als Zeichen der Stadtrechte, be­son­ders um die Eigenständigkeit einer Stadt mit Marktrecht und eigener Gerichtsbarkeit zu betonen.

Der bekannteste steht in Bremen, dort 1404 als Sinnbild für Recht und Freiheit im frän­kischen Reich aufgestellt, ein Affront für die damalige Kirche, da so der Wunsch der Bürger nach Unab­hän­gig­keit von der Vorherrschaft der Kirche offen gezeigt wurde.

Der Bad Windsheimer Roland wurde aber, abweichend davon, erst 1928 aufgestellt, ist also vergleichsweise jung, und dient als Mahnmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen und der beiden Weltkriege.

Zahl­reiche Ein­kehr­mög­lich­keiten, wer hier das eigens gebraute Museumsbier des Freilandmuseums probieren will, bekommt es meistens. Vor Ort kann man es nachher aber auch stilecht (mit oder ohne Museumsbesuch) genießen, und zwar in der idyl­lischen Museumsschänke unter hohen Kastanienbäumen – wir kommen dann direkt dran vorbei.

Am Schönen Brunnen jetzt rechts abbiegen, ca. 170 m vorfahren, bis zum „Goldenen Schwan“ zur Linken. Unmittelbar hier links in die Gasse, dem Pflasterweg folgen und nach dem „Goldenen Hirschen“ zur Rechten rechts ab. Am Ende der Pflasterstraße rechts, dann vorne an der Kreu­zung links zum Park­platz des Freilandmuseums.

Dort ungefähr in der Mitte nach links den Bernhard-Bickert-Weg nehmen – führt zum Kassen-/Eingangsbereich und dem „Wirtshaus zum Freilandmuseum“ mit großem Bier­gar­ten.

Auch gegenüber beim „Kramladen“ von 1622 ist das Museumsbier, und anderes mehr, zu haben.

Der Blaustrich-Wan­der­weg leitet uns nun zu­ver­läs­siger als die Radmarkierungen bis hinter Weimersheim, meistens auf geteerten breiten Wegen. Aber bitte unbedingt kurz Vorsicht und Rück­sicht am schmalen Weg ent­lang des kleinen Sees nach ca. 150 m, der einzigen engeren Wegstelle, ggf. bitte absteigen! Auf der Hauptstraße angelangt, geht’s ein kurzes Stück nach der Esso-Tankstelle rechts über die blumengeschmückte Aischbrücke. Gleich danach die Straße vorsichtig queren und nun an der Aisch ent­lang bis Lenkersheim und (mit Blaustrich) hindurch.

Am Ortsende zunächst auf dem Radweg an der Staatsstraße Rich­tung Mailheim. Nach ca. 600 m rechts ab (Blaustrich! Rad-WW „Markt Erlbach“ zu weit links angebracht!) und über kleine Wege in den Weinort Weimersheim, Heimatge­mein­de der Frän­kischen Weinkönigin, wie das Ortschild stolz verkündet.

Burg Hoheneck grüßt hoch oben von den Ipsheimer Weinbergen herüber, aber auch Weimersheim hat seine Hänge (irgendwo muss der Wein ja wachsen)!

Und diese Steilstufe müssen wir auf dem Weg nach Markt Erlbach hinauf, da hilft nichts! Vielleicht vorher im Ort bei der „Weinlaube“ noch schnell – oder besser doch gemütlich – einen Schoppen zur Stärkung einnehmen?

Bergab-Va­ri­an­te
Wer absolut nimmer rauf mag und meint, es sei genug und jetzt gleich Hinabfahren wäre doch viel schöner, versäumt zwar was, kann aber zur bequemeren Heimreise ab dem Ortsanfang Weimersheim alternativ nach links die Straße nach Mailheim hinunterrollen und von da über Oberndorf nach Ipsheim zum Bahn­hof fahren.

Am Ortsende von Weimersheim geht’s nun den nächsten halben Kilometer 60 Hö­hen­me­ter auf die schöne Hochebene hinauf, wo uns lauter kleine Sträßchen und schmucke Fachwerkdörfchen, aber auch nochmal eine Berg- und Talfahrt in Jobstgreuth erwarten. Nun gut, jetzt aber nauf! „Auf geht’s!“, wie der Franke sagt. Am Anstieg lohnt es sich, mal stehen zu bleiben und sich umzudrehen.

Oben an der Staatsstraße verlässt uns der Blaustrich, denn wir fahren rechts ab nach Jobstgreuth. Erst schön rollen lassen, dann Achtung: Im Ort nicht der Vorfahrtstraße, die rechts abbiegt, folgen, sondern ge­ra­de­aus in die Nebenstraße auf die Bus­hal­te­stel­le und das 12%-Schild zu fahren (Bitte Vorsicht und die Vorfahrt entgegenkommender Fahr­zeuge beachten!).

Ca. 600 m hinter Jobstgreuth am Abzweig nicht dem Schild „Markt Erlbach“ nach links auf die Autorasestraße folgen, sondern – viel ruhiger – dem handgemalten Schild „Blumen zum Selberpflücken“ nach rechts, nach Wilhelmsgreuth.

Im Ort 25 Hö­hen­me­ter runter, dann 25 Hö­hen­me­ter wieder rauf – so ist das Gelände hier! Schön schauen sie aus, die Sonnenblumen, die Gladiolen und die „Sonstigen“.

Pflücken zum Kaufen darf man sie auch. Doppelnutzen sozusagen, oder sogar Dreifachnutzen, denn der Blumenbauer bekommt auch noch was dafür.

In Wilhelmsgreuth links ab, vielleicht an der Ecke noch „Kartoffeln+Co.“ mit­neh­men, und im Auf und Ab durch schönste kleinräumige frän­kische Landschaft nach Haaghof (WW). Fach­werk­häuser und Bauerngärten finden sich hier und außerdem ist da auch noch das in Haaghof befindliche Gast­haus mit dem eigentümlich anmutenden Namen „Gast­haus zur Stadt Bad Windsheim“. Stimmt schon, der frühere Namensgeber hat sich wohl gedacht, dass es auf dem Weg zur Stadt Bad Windsheim als willkommene Rast für die damaligen Pferdefuhrwerke liegt. Man könnte es glatt übersehen, wenn man von hinten (= ge­ra­de­aus) vorbeifährt.

Wir dürfen als Radfahrer links in einen Privatweg vor dem Gast­haus abbiegen: „Privat – Radfahrer frei“ steht da und gleich sind wir an der Vorder- und Schauseite: Se­hens­werter markanter denk­mal­ge­schützter Mansarddachbau von 1826 mit auffälligen grünhellgelbdunkelgelb schräggestreiften Fensterläden und Gitterfachwerk! Eingang nochmal um’s Eck. Schöner Bier­gar­ten! Pause?

Das Fachwerk wurde 1953 im Rahmen der Renovierung der Gaststätte wieder freigelegt. Die Gaststube ist heute noch weitgehendst so er­hal­ten ist, wie sie damals gestaltet wurde. Auch kehrten zu dieser Zeit noch viele Holzfahrer ein, die Lang- und Brennholz aus dem Schußbachwald mit ihren Pferdefuhrwerken nach Bad Windsheim brachten.
Quelle: http://gast­haus-haaghof.blogspot.de/p/uber-uns.html

Durch eben diesen Schußbachwald fahren wir jetzt auch: Auf der Westseite des Gast­hauses – der große hölzerne Karpfen schaut eben­falls in die richtige Rich­tung – geht unser Weg nicht auf der Autorasestraße, sondern auf der kleinen geteerten Straße weiter: Rad-WW Linden 4 km.

Nach 1,6 km geht’s beim Waldhaus links herum weiter: hölzerner WW Linden. In Linden rechts in die Hauptstraße abbiegen, dieser nach Ortssende auf dem Radweg ca. 1 km folgen, dann rechts nach Hagenhofen fahren. Im Ort an der Ein­mün­dung ge­ra­de­aus in die Hauptstraße und dieser durch den Ort folgen. Ein allerletzter Anstieg bringt uns hinauf und hinein nach Markt Erlbach.

Am Ende der Hagenhoferstraße rechts in die Bad Windsheimer Straße, dann nach 150 m links in die Hauptstraße und durch den Orts­kern mit Bäcker samt Café und Eis, Geschäften, Gasthäusern etc. Nach wenigen 100 m ge­ra­de­aus und durch das schmucke Untere Tor von 1700 kommt auf der rechten Seite der Bahn­hof.

Markt Erlbach liegt am Ende der Zenntal-Bahnlinie und ist daher für Ausflügler aus dem Bal­lungs­raum Nürn­berg-Fürth mit dem VGN ausgesprochen gut zu erreichen. Die Züge fahren auch noch spät abends Rich­tung Nürn­berg. Weitere In­for­ma­ti­onen finden Sie im Internet unter www.vgn.de/fahrplan

Idylle (14.03.2017, VGN © VGN GmbH)

Einkehren

Einkehren

Alle Ein­kehr­mög­lich­keiten finden Sie in unserem Ringbuch!

Bitte informieren Sie sich in Ihrem eigenen Interesse vorab über die aktuellen Öffn­ungs­zeiten und Ruhe­tage. Korrekturen können an frei­zeit@vgn.de gemailt werden.

Wis­sens­wertes:
Wie ist denn das nun mit den Begriffen?
Straußen-, Hecken- oder Besenwirtschaft?

Je nach Region haben sich un­ter­schied­liche Begriffe für den saisonalen Weinausschank herausgebildet. Karl der Große, von 768 bis 814 König im Frankenreich, hat’s eingeführt: Wer in Deutschland eigenen Wein anbaut, darf den auch ausschenken und zwar bis zu zwölf Wochen im Jahr. Aber es muss wirklich aus­schließ­lich eigener Wein sein! Ein­fache Brotzeiten darf’s auch dazu geben, wie Wurstsalat und blaue Zipfel, aber weder Schnitzel noch Pizza. Bier ist auch tabu und mehr als 40 Plätze dürfen es nicht sein. Maximal 2x im Jahr darf offen sein, ins­ge­samt höchstens 16 Wochen, so die Abgrenzung zu Gastwirtschaften.

Das Ganze ist von außen zu kennzeichnen, aber nicht mit einem Schild, wie bei einer normalen Gastwirtschaft, sondern mit einem Busch, einem Strauß – oder in Schwaben eben mit einem Besen.

Und so pilgern zu den saisonalen Öffn­ungs­zeiten im Frühjahr zum ersten jungen Wein und im Herbst zum frischen Federweisen oder Bremser die Weingenießer – Ein­hei­mische ebenso wie Touristen – in die Privathäuser und manchmal eigens ausgeräumten Wohnzimmer der Weinbauern und genießen das Ursprüngliche, das Authentische.

Gekehrt wird vorher – ein Ritual, eine heilige Handlung auf dem Dorf, denn alles soll schön sauber sein – ein Fichtenbusch oder besagter Besen wird aufgehängt, dazu spielt hin und wieder die Musikkapelle zum Auftakt ...

Das Besondere an Straußwirtschaften ist auch die entspannte Atmosphäre. Wer gerne einen Tisch für sich hat und nicht angesprochen werden will, ist hier meistens falsch. Die Gäste sitzen oft dicht gedrängt an einem Tisch zusammen. Und je mehr Schoppen Wein über die Theke gingen, umso zünftiger geht‘s zu!

Impressionen

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13. September 2017 12:20 Uhr, Pernille, van Rosen

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