Steckbrief

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Informationen zur Radtour

Region Bayerischer Jura (Oberpfalz)
Linien R6/S2 R61
Länge ca. 78 km

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Ge­samteindruck
Landschaft
(1)
(1)
Gastronomie
An­spruch / Kondition
Weg­be­schrei­bung

Höhenprofil

Höhe in Metern, Wegstrecke in km
Altmühl-Jura (2): Roth – Wei­ßen­burg

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Vorwort

Vorwort

Knackige Anstiege und traumhafte Aussichten, anmutige Täler mit wenig Verkehr und dazwischen liebevoll aufbereitet Relikte und Rekonstruktionen aus der Römerzeit und tausenden Jahren Siedlungsgeschichte – für sportliche Radwanderer hält diese Tour auch kulturell sehr in­te­res­sante Aspekte bereit.

In Roth, Hilpoltstein, Heideck, Thalmässing und Wei­ßen­burg sollte man zumindest eine Stippvisite einplanen und sich außer den his­to­risch reizvollen Zentren auch mal ein Museum anschauen.

Un­ter­wegs warten eben­falls einige Groß- und Kleinode aus der Vergangenheit. Kelten-Fans entdecken Grabhügel oberhalb von Göllersreuth und ein Geschichtsdorf ist bei Landersdorf aufgebaut. Ab Raitenbuch wirds dann römisch, denn hier verlief der mit Wachtürmen und Kastell gesicherte Limes.

Während der ersten Etappe lässt es sich noch leichtfüssig dahintreten, denn wir fahren großenteils auf der Trasse der ehemaligen Gredl-Bahn mäßig aufwärts. Doch auf der zweiten Etappe hinter Thalmässing gehts so richtig zur Sache. Rauf nach Landersdorf und höher sind bei durch­schnitt­lich 20 % Stei­gung etliche Hö­hen­me­ter zu bewältigen. Später, über Bechthal auf die Raitenbucher Höhe, werden die Beine dann so richtig schön schwer.

Zum Relaxen dagegen die Täler von Roth, Thalach und Anlauter und am Schluss noch die Abfahrt nach Wei­ßen­burg im Rohrbachtal.

Generell nutzen wir Radwege, Feld- und Waldwege und spärlich befahrene Nebenstraßen.

Markierung: Diverse Rad- und Wan­der­weg­zei­chen, Straßenschilder und die vorliegende Beschreibung geben beste Orientierung.

Anreise mit R6 oder S2 ab Nürn­berg nach Roth. Rück­fahrt ab Wei­ßen­burg mit R6. Wer die Tour abkürzen und erst von Hilpoltstein aus starten möchte, steigt in Roth um in die R61 bis Hilpoltstein.

Karte

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Karte "Altmühl-Jura"
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Karte "Altmühl-Jura"
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Karte "Altmühl-Jura"
Karte "Altmühl-Jura"

Weg­be­schrei­bung

Weg­be­schrei­bung

Roth Bahn­hof
Aus­gangs­punkt

Start ist am Bahn­hof Roth. Vor dem Bahn­hof steuern wir schräg gegenüber mit Hinweis Zentrum abwärts und über die kühn konstruierte Rednitzbrücke. Durch den Talgrund. Über eine kleinere Brücke und auf der gepflasterten Bleichstraße leicht aufwärts bis zur Münchener Straße. Hier links Rich­tung Kirche, an der Ampel führt unsere Tour rechts in die Städtlerstraße.

Zuvor schauen wir uns gleich an der Ampel Schloss Ratibor an, dann die schönen Häuser auf der Hauptstraße rund um den Markt­platz. Danach zurück zur Ampel und in die Städtlerstraße.

Kurz darauf rechts in die Otto-Schrimpff-Straße bis Bahn­hof Lohgarten-Roth. Hier die Gleise über­que­ren und sofort links auf den Lohgartenweg. Da neben den Schienen her. Am Hasenbühl rechts und gleich links in den Weinweg, der ge­ra­de­aus in die Steinerne Eiche übergeht. Unmittelbar nach der Un­ter­füh­rung noch vor der Baumschule Zeeh rechts aufwärts auf Schotter.

Oben links halten und einige Zeit durch Wald. Steckerleswald. Irgendwann das Wan­der­weg­zei­chen Museumsweg. Ihm nach. Geradewegs bis zur Autostraße, drüber und ge­ra­de­aus. Im Nu sind wir aus dem Wald auf freiem Feld. Wir stoßen auf ein  Asphaltsträßchen, auf das wir links einschwenken. In weiten Bögen dahin. Wieder kurzes Wald­stück, wieder freies Feld.

Schließ­lich auf die Bahn­glei­se zu. Dort rechts auf den Schotterweg ent­lang der Gleise. Im Gegenlicht der Morgensonne leuchtende Mohnblüten. Es ist der  Mühlenwan­der­weg, dem wir bis Hilpoltstein folgen. Zunächst aber Rich­tung Eckersmühlen, die ersten Häuser sind schon bald zu sehen.

Vorher aber, wenn es etwas abwärts geht, lockt ein Hinweis zum Museum His­to­rischer Eisenhammer links über Minibrücke und Straße dahin, wo ein schwerer Lufthammer mit elektrischem Antrieb den Eingang markiert.

An­schlie­ßend zurück zu unserem Weg neben der Bahn. Eckersmühlen. Von unserem Schotterweg aus gerade auf den Wallersbacher Weg, der uns durch den Ort führt. Am Ortsende am Wald­rand ent­lang in den Wald. Eine ganze Weile erleben wir den  klassischen frän­kischen Steckerleswald – den auch die vereinzelten blutjungen Eichen am Weg kaum kaschieren. Wieder die Markierung Mühlenweg.

Dann kommt Wallersbach. Scheint aus einem einzigen Gehöft zu be­ste­hen. Es ist ein Wirtshaus, und das ist zu.

Hier, im Tal der Roth finden wir diverse Hinweise auf Wan­der­wege. Wir radeln stets ge­ra­de­aus und genießen bei Hitze den schattigen Wald. Schmusig bemooster welliger Waldboden. Später kommen Preißelbeeren, Blaubeeren und Heidekraut hinzu.

Weiterhin nicht abzweigen auf dem klasse befestigten Waldweg. Wenn der Asphalt kommt, fahren wir auf dem weiter, auch wenn der Mühlenweg kurz darauf nach rechts abgeht.

Nach der Paulusmühle aus dem Wald. Hinter der Trafosta­ti­on links über die Brücke. Schafe. Seitzenmühle. Oben auf der Straße Rechtsbogen und weiter nach Hilpoltstein (km 13).

In den Ort auf dem Mühlenweg, der in die Bahn­hof­stra­ße mündet. Wir landen direkt vor dem Bahn­hof. Wer die Fahr­rad­tour in Hilpoltstein beginnen will, steigt an dieser Stelle aus dem Zug aus und in unsere Tour ein.

Wir fahren am Bahn­hofs­ge­bäu­de abwärts, nach der Adalbert-Stifter-Straße rechts auf den Alt­stadtring über die Brücke des Gänsbachs. Und schon sind auf dem Gredl-Radweg.

Vor der Wei­ter­fahrt ein Muss: die Alt­stadt, die Burgruine mit Weitblick und das Museum Schwarzes Ross. Also nach dem Bahn­hof links auf den Alt­stadtring, dann die Zwingerstraße abwärts. Auf demselben Weg zurück zur Brücke und über den Gänsbach.

Mit Gredl auf dem Alt­stadtring an Pizzabäcker, Baustoffhandel und Supermarkt vorbei und nach der Industriestraße rechts weg. Gut markiert geleitet uns dieser Radweg bis Thalmässing.

Auf unserer neuen Piste nun schnurgerade dahin. Zunächst durch Industriegelände, dann am Ortsrand von Hofstetten ent­lang. Wir über­que­ren die Straße und passieren ein Gehöft,
kleine Brücken und lichten Wald, der gewohnt steckerlesmäßig daherkommt. Un­ter­wegs immer wieder In­te­res­santes zum früheren Zugverkehr. Genussradeln ohne jede  Anstrengung. Das finden auch nicht wenige andere Radfahrerinnen und -fahrer, denen man dauernd begegnet.

Alsbald ein Hinweis auf das Gast­haus Fuchsmühle. Falls sowieso ein Zwischenstopp geplant und geöffnet ist – nix wie hin und wieder zurück.

Auf erhöhter Ex-Trasse durch den Wald. Steckerle zur Linken, Steckerle zur Rechten mit der üblichen Vegetation, die auf so sandigem Boden gut gedeiht: Beeren, Kraut und  Moos.

Nächste Sta­ti­on ist Seiboldsmühle. Da führt unsere Rad-und-Bahn­tras­se jenseits der Autostraße weiter nach Thalmässing.

Wir aber wollen einen Abstecher nach Heideck (km 23) machen und biegen noch vor der Radlerschranke nach rechts ab, um dem Radweg­zei­chen zu folgen, das Am Höfener Weiher von der Autostraße weg zum Heidecker Ortsteil Höfen weist. An mehreren Weihern vorbei fahren wir direkt auf die Schulstraße zu.

Ge­ra­de­aus bis zur Trafosta­ti­on, da links auf der Laffenauer Straße zum Kreisverkehr mit Strauß und Fach­werk­haus. Rechts in die Hauptstraße zum Markt­platz und vielen tollen Häusern.

Umschau auf dem Markt­platz in Heideck mit dem imposanten Rathaus und den gepflegten Bürgerhäusern.

Lust auf Rast im Grünen? Seiboldsmühle bietet dafür den richtigen Platz und Heideck die letzte Gelegenheit, sich einzudecken.

Zurück nach Seiboldsmühle auf demselben Weg, der uns hergebracht hat. Durch die Radlerschranke und auf den Radweg gegenüber. Unmittelbar nach der Kurve dann besagter Rastplatz.

Schließ­lich weiter über die kleine Brücke mit dem roten Handlauf und hinein in den herrlichen Wiesengrund.

Im Wald gehts leicht, doch stetig aufwärts. Steckerle über Steckerle, jetzt nur noch in Zahnstocher-Stärke. Nur links bringen ver­wach­se­ne Föhren etwas Abwechslung ins Waldbild. Zunehmend Brombeeren, Brennesseln, Gras und Farn. Schnurge­ra­de­aus.

Immer wieder Ei­sen­bahninfos und -anleitungen, bei­spiels­wei­se wann so ein Zug zu halten und wann ein Achtungspfiff zu ertönen hatte. Dazwischen auch erholsam abwärts.

In langen Schlangen mit „freiem Signal“ durch den Talgrund. Vor dem einen Straßenübergang heißt es dann wieder „pfeifen“. Über eine Brücke. Wieder Kilometer um Kilometer leicht  aufwärts. Der Waldbewuchs wird vielgestaltiger.

Dann ganz oben: Aufatmen, ausrollen lassen, Augen auf: Kein Baum, kein Strauch versperrt die Sicht. Blankes Panorama.

Mit Vergnügen ganz leicht abwärts. Am alten Bahn­hofs­ge­bäu­de Steindl vorbei. Wieder aufwärts.

Auf der Höhe teilt plötzlich ein gespaltener Metallpfosten die Sicht: Europäische Wasserscheide. Unmerklich haben wir die Grenzlinie der Einzugsgebiete von Donau und Rhein erreicht. Auf der einen Seite fließen die Flüsse in das Schwarze Meer, auf der  anderen in die Nordsee. Wir stehen auf 450 m NN.

Erst sachte, dann temporeicher brausen wir runter nach Alfershausen. Zur Einkehr sei hier das His­to­rische Gast­haus Zum Goldenen Ochsen empfohlen. Also runter mit Rechts­schwenk.

Die evangelische Martinskirche wurde 1742 im Markgrafenstil gebaut.

Leise grummelnd mit gut gefülltem Bauch wieder rauf zur Gredl und rechts.

Rich­tung Thalmässing nun eine rasante Abfahrt zur Thalach, die dem Tal seinen Namen gibt. Nach einer kleinen Brücke und einer engen S-Kurve mit Straßenüberquerung schickt uns der Radweg nach links und wir wissen: noch 3 km bis Thalmässing.

Schließ­lich an der Äußeren Nürn­berger Straße die ersten Gewerbebauten von Thalmässing (km 36). Unversehens links über die Straße und rechts auf den Radweg. Durch die Wiesen zur Feuerwehr, links in die Florianstraße, rechts auf den Staufer Weg und kurz vor dem Markt­platz links mit Radweg Greding in die Stettener Straße.

Vorher aber genießen wir das schön anzuschauende Markt­platzensemble und besuchen das Museum Fundreich.

Zur Fortsetzung der Tour mit der Stettener Straße über die Thalachbrücke und rechts auf der Eckmannshofener Straße ortsauswärts. Nach dem Ortsende zunächst auf dem Asphaltsträßchen weiter bis zur Querstraße, die nach Aue hinauf führt.

Da rechts weg und wieder über die Thalach bis zur Staatsstraße. Vorsichtig über­que­ren und die Straße aufwärts nach Göllersreuth und Landersdorf.

Zunächst schnurgerade dahin. Dann wirds das erste Mal so richtig ernst. Wer nicht die ganz große Kondition mitbringt, wird irgendwo an dieser 20 %-igen Stei­gung absteigen.  Auf den Pedalen oder zu Fuß – wir erreichen Göllersreuth.

In anstrengenden Kurven weiter aufwärts. Noch ein paar Meter dem Hügel abgerungen, dann kommt der Bushalt Göllersreuth Grabhügel und mit ihm der Hinweis auf vorgeschichtliche Funde.

200 m weiter links sehen wir auch schon die mit Steinen und Pfählen rekonstruierten Grabhügel und eine Infotafel.

Hier ist eine überschaubare Grabstätte aus der Keltenzeit in liebevoller Kleinarbeit dem Publikum erschlossen.

Noch ein paar echt fordernde Hö­hen­me­ter mit Bilderbuchblick über die Baumwipfel – und wir sind in Landersdorf.

Zum Geschichtsdorf folgen wir demselben Ochsenduo-Logo, das wir schon vom Thalmässinger Museum Fundreich kennen.

Von Landersdorf aus weiter auf der Straße Rich­tung Waizenhofen. Achtung: Beim Abzweig Waizenhofen nicht rechts nach Waizenhofen abbiegen, sondern auf der Asphaltstraße noch ein Stück ge­ra­de­aus. Sobald die kurz darauf einen Links­bo­gen macht, steuern wir ge­ra­de­aus auf den Schotterweg zum Flugplatz.

Höhe. Gegenlicht. Gegenwind. Flott roulierende Windräder zur Linken. Neun zählen wir, und das sind nur die am Nächsten stehendsten. Wer weiß, wie viele sich in der verschleierten Ferne drehen.

Nun weite Sicht über die Höhe. Leise wogendes Getreide. Blauer Himmel mit kleinen Wattewölkchen in alle Rich­tungen.

Vorbei am Sportflugplatz und seinen Ampelanlagen. Vorbei am Rastplatz mit seinen riesigen alten Tannenbäumen. Ein­fach ge­ra­de­aus bis zur Staatsstraße.

Hier links nach Ruppmannsburg hinein. Mit Hinweis auf den Anlauter Jura-Radweg nach der Kirche rechts, vor dem Hühnerstall links, an der Scheune rechts. Freies Feld und etwa 15 Windräder.

Nach schön geschotterter Höhenstrecke – immer mit Windräder-Sicht – landen wir geradewegs auf Platte vor Thalmannsfeld.

Kurz, doch stark abwärts. Wir radeln auf der Wengener Straße in den Ort und ge­ra­de­aus durch. Ziel ist Nennslingen. Wir sind im Anlautertal. Flach gehts dahin. Syburg.

Das Wasserschloss, das die Schenken von Geyern jahr­hun­der­te­lang besaßen, jetzt aber in Privatbesitz und von Bäumen zugewachsen ist, liegt rechterhand.

Bequemes Fahren auf wenig frequentierter Autostraße. Kahl ragen tote Baumstämme aus dem leise raschelnden Schilf. Frosche quaken, Raubvögel drehen ihre Runden, die Schatten werden länger.

Nennslingen (km 54). Bis zur Brücke, da rechts zum Markt­platz aufwärts. An dem schmucken Ensemble brauchen wir einen Stopp mit kurzem Kircheund-Rathaus-Dreh
und ausführlich genossenem Ritter-Bier „Fortes Fortuna Adjuvat“.

Dann den Markt­platz aufwärts.

Nach der blauen Jura-Apotheke links in die Lohgasse mit unserem neuen Radweg Bechthal. An den Kellern vorbei aus dem Ort.

Am 6 t-Schild wählen wir den rechten Gabelzinken. Mit der Sonne im Rücken umfahren wir die Steinmühle, tangieren die Kohlmühle und lenken auf beinahe gleißend hellem Schotter in Kurven durchs anmutige Anlautertal. Recht erholsame Strecke.

Über die Anlauterbrücke mit ihrer Moos-Patina bis zur Autostraße. Auf ihr rechts, durch Gersdorf.

Waldmühle. Dann kurzer, aber sehr gefälliger Abschnitt auf der asphaltierten Autostraße. Auf halber Höhe zwischen Tal und Kuppe gondeln wir dahin. Links ein blitzblank gepflegter Hutanger. Keinerlei Wildwuchs erkennbar. Nur ebenmäßig abgefressenes Gras und Bäume, die ihre Solitärstellung am Steilhang in­di­vi­du­ell entfalten.

Vor lauter Nach-links-oben-Schauen dürfen wir aber nicht die Stelle verpassen, an der wir plötzlich rechts runter und auf der anderen Seite wieder hinauf müssen – es sei denn, man will ins kühle Nass des Bechthaler Weihers eintauchen. Dazu treten wir noch ein paar kleine Mi­nu­ten auf der Kreisstraße, die uns Rich­tung Weiher bringt. Von hier unten aus gut zu sehen: unser nächstes Ziel hoch droben, die Kirche.

Wer keine Abkühlung sucht, lenkt an der fraglichen Kreisstraßenstelle rechts runter und auf Schotter mit dem Radweg Anlautertal – Jura – Wei­ßen­burg unten durchs Tal. Und hinauf.

Ob Wasser oder Schotter – bis wir in Bechthal an der Kirche anlanden, sind schlappe 20 % Stei­gung zu absolvieren. Natürlich ohne Schatten.

Kurz auf dem Friedhof bei der romanischen Kirche verschnauft, bevor uns der Radweg Anlautertal – Jura – Wei­ßen­burg auf dem steilen Anlauterweg noch weiter hinauf schickt. Es geht wirklich stark aufwärts: Die zweite größere He­raus­for­de­rung der Tour – ein Knochenjob.

Diesmal aber lindert der herrlich eichenbestandene, tief schattige Misch­wald oben die Strapazen.

Dann freier Blick zurück auf das Tal und die Hügel gegenüber. Genau lässt sich der Weg ausmachen, den wir von dort drüben zurückgelegt haben.

Noch ein weiters Stück Misch­wald der Höhe abgetrotzt, den Waldschatten noch einmal intensiv ausgekostet – und wir stehen mit bebenden Flanken ganz oben. Wieder die Windräder. Atem­be­rau­bender Blick über die Höhe, auf der wir uns bewegen. Es sind immerhin 630 m NN. Gefühlt sind es min­des­tens 1000 m NN. Beinahe im Himmel.

Gegen den Wind treten wir über die freie Hochfläche hinüber nach Raitenbuch (km 63). An der Biogasanlage links und auf der Gersdorfer Straße ortseinwärts. Links in die Nennslinger Straße mit der Frauenplastik und rechts in die Hauptstraße.

Die erstaunlich großzügige Kirche St. Blasius beherbert die berühmte Raitenbucher Madonna

Vor den letzten Häusern lenken wir links auf Asphalt. Durch die Felder ge­ra­de­aus, bis uns just an der Stelle, bevor der Schotter beginnt, die Markierungen abrupt nach links zum Wald­rand weisen.

Ab jetzt fahren wir auf den Spuren der Römer. Und als erstes findet sich hier das Miniaturmodell eines römischen Kleinkastells. Rechts aufwärts und mit  Gegenwind am Wald­rand ent­lang. Wie ein originalgetreu nachgebauter Wachturm  bezeugt, verlief hier der Limes.

Irgendwann stoßen wir auf die asphaltierte Straße, die von Burgsalach kommt, und lenken an dieser Stelle, vor dem Sportplatz bei den eisernen Römern, nach links. Ab sofort haben wir den Limesweg nach Oberhochstatt unter den Rädern. Also am Barbaricum vorbei und wieder am Wald­rand ent­lang.

An der Gabelung halten wir uns rechts Rich­tung Burgus, um uns dieser ehemaligen römischen Befestigungsanlage schließ­lich mit Rechts­schwenk zu nähern. An den Infotafeln unter den Eichen endet der Asphalt und es geht zu Fuß auf schmalem Pfad zum Kastell.

Burgus nannten die Römer kleinere Kastellplätze im Grenzgebiet. Unser
Kleinkastell bringt es bei fast quadratischer Form auf eine Seitenlänge von immerhin mehr als 32 m.

Unsere Radtour führt nach der Besichtigung mit dem Limesweg geradewegs weiter in die Felder. Unten in der Kurve sollte man sich das Modell des römischen Straßen(auf) baus ansehen.

Danach abwärts und wieder links in kleinem Bogen zum nächsten Wald­rand. Da sind sie wieder: sechs plus vier Windräder. Aufwärts. Dann sind wir wundersamerweise ganz oben.

Oberhochstatt (km 70). Auf der anderen Seite der Jurastraße ist schon zu erkennen:
Es geht steil bergab. Wir müssen queren und Am Berg mit Radweg Wei­ßen­burg rechts hinunter. 18 % schwindelerregendes Gefälle. Glücklich, wer sich auf seine Bremsen ver­las­sen kann. Die Federgabel ist sicherheitshalber fest gestellt. In Serpentinen nach unten, erst Am Berg, dann Im Tal in Rich­tung Kirche.

Am Ortsende erwartet uns freundlich und sicher das Rohrbachtal. Rechts abwärts Rich­tung Wei­ßen­burg. In Niederhofen gibt es viele Markgrafenstraßen. Zunächst rechts von der einen in den Ort, auf der anderen Markgrafenstraße dann ortsauswärts. Doch  Obacht: Kurz vor Ortsende mit diversen Radweg­zei­chen links und am Sportgelände vorbei in den Wiesengrund.

Die Niederhofener Katzen stehen wahrscheinlich kurz vor ihrem Abendessen, wenn wir Gänswirtshaus erreichen. Vom friedlichen Radweg über eine kleine Brücke müssen wir  zunächst links auf die Autostraße. Doch vom Ortsende an haben wir rechts von der  Niederhofener Straße einen Radweg bis nach Wei­ßen­burg hinein.

Links oben thront die Wülzburg, wo der spätere französische Präsident Charles De Gaulle 1918 als Kriegsgefangener bis zum Ende des Ersten Weltkriegs einsaß. Die ellenlange Niederhofener Straße führt uns über die B2 ins Herz der Stadt. Weiter auf Obertor- und Luitpoldstraße zum Markt­platz.

Die ehemals freie Reichsstadt punktet mit so viel Sehens- und  Liebenswertem, dass man es ein­fach selbst erleben muss. Ein­fach treiben lassen, wir haben es uns verdient.

Der Weg zum Bahn­hof: Vom Markt­platz aus geradewegs am alten Reichsstädtischen Rathaus vorbei, die Rosenstraße ent­lang zum Martin-Luther-Platz. Dann links in die Westliche Ringstraße und nach der ma­le­rischen Stadtmaueransicht rechts. Mit dem  Radweg-Hinweis in die unscheinbare Gasse zur Bismarckanlage und links weiter zum Bahn­hof (km 78). Fast schon daheim.

Wei­ßen­burg Bahn­hof
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