Steckbrief

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Informationen zur Radtour

Region Städteregion Nürnberg
Linien S1 U1 U2
Länge ca. 42 km
Dauer ca. 3 Std.

Bewertungen

Ge­samteindruck
(18)
(18)
Landschaft
(10)
(10)
Gastronomie
(17)
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An­spruch / Kondition
(11)
(11)
Weg­be­schrei­bung
(15)
(15)
Knoblauchsland 8er

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Informationen zur Radtour

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Vorwort

Vorwort

Der Knoblauchsland-8er besteht aus ins­ge­samt 4 Teilen und startet an der S-Bahn-Sta­ti­on S1 in Eltersdorf. Nördlich von Höfles kreuzen sich die Wege der 8, am „Knoten Höfles“.
Zwischen den einzelnen Teilstrecken kann man die Tour auch bequem abbrechen oder beginnen, in einer anderen Rei­hen­fol­ge kombinieren – oder einen anderen Start- oder Zielpunkt auswählen.

Knoten Höfles (VGN © VGN GmbH)

Der "Knoten Höfles" ist ein frei erfundener Begriff für die hier abgebildete Wegekreu­zung nördlich von Höfles - mitten im Knoblauchsland.

„Schönere Dörfer hab‘ ich nirgends gesehen…“
Johann Kaspar Riesbeck: Briefe eines reisenden Franzosen über Deutschland, 1784

„Die Nürn­berger müssten sich glücklich schätzen, Flandern
und die Provence so nahe vor ihren Toren zu haben.“
Rudolf Schiestl, 1878–1931, Professor für Graphik an der Kunstgewerbeschule Nürn­berg

Unser „Knoblauchsland-8er“ führt Sie durch den nördlichen Teil der „Altnürn­berger Landschaft“, durch das his­to­rische Landgebiet im Norden der ehemals freien und wohlhabenden Reichsstadt Nürn­berg mit ihren an kulturellen Schätzen reichen, alten Bauerndörfern, die ihren ländlichen Charakter zum großen Teil bis heute bewahren konnten. Immer noch kann man an gewissen Stellen ihren alten Zauber erahnen, auch wenn das ursprüngliche Knoblauchsland leider immer mehr davon bedroht ist, ganz zu verschwinden, sei es durch neue Siedlungen oder durch immer neue und größere Gewächshäuser, die den freien Blick über das sanft gewellte Land nehmen.

In seiner Vielfalt, nicht nur was den Gemüseanbau betrifft, sondern auch in Kombination mit einer Fülle von Kulturdenkmälern, wie Schlösschen, Herrensitzen, Kirchen, alten Bauernhäusern, denk­mal­ge­schützten Dorf-Ensembles etc., dürfte das Knoblauchsland wohl ein­ma­lig sein.

Lollo Rosso Anbau (VGN © VGN GmbH)
Schloss Neunhof (VGN © VGN GmbH)

Erntefrische, echte frän­kische Regionalprodukte im Knoblauchsland genießen und dabei auf kleinen, verkehrsarmen, fast ebenen Wegen in über­ra­schend ländlicher Umgebung im Städtedreieck Nürn­berg-Fürth-Erlangen genussreich und entspannt Rad fahren, dazu soll Sie unser Genuss-Radweg, im doppelten Sinn, verführen.

Sogar über­ra­schende Aussichtspunkte bietet das flach gewellte Land: Den richtigen Weg gewählt, taucht nach und nach die Silhouette Nürn­bergs mit der Burg in der Ferne auf. Mit seinen bunt gestreiften Gemüsefeldern ist das Knoblauchsland ein Augenschmaus – und man könnte es sogar als eine Art Ge­samtkunstwerk bezeichnen, wenn man bei Sonnenschein die Regenbogen im Glitzer der Was­ser­spiele der Bewässerungsanlagen entdeckt.

Auch den vom Aussterben bedrohten Kiebitz, einen amselgroßen Bodenbrüter, sieht man hier öfter mal, denn er findet einen reich gedeckten Tisch, ebenso wie Fasane und Rebhühner. Es riecht frisch, an jeder Ecke anders, je nachdem was gerade hier wächst – und, wenn der Wind von Buch herweht, ist das nachher wohlverdiente Bier bereits zu erschnuppern.

Meist geteerte, fast ebene Wege und die zahl­reichen frän­kischen Gastwirtschaften machen es für Genuss-Radfahrer, die sich nicht so sehr anstrengen möchten und keine Kilometerfresser sind, attraktiv.

Im Inneren des Knoblauchslandes gibt es aber leider kaum Markierungen. Wer sich nicht auskennt und die stark befahrenen Autostraßen meiden möchte, verirrt sich leicht auf den
zahl­reichen, oft schachbrettartig angeordneten land­wirt­schaft­lichen Wegen, auf denen alle Kreu­zungen fast gleich aussehen. Mit dem neu ausgearbeiteten Genuss-Radweg mit Weg­be­schrei­bungen und GPS-Downloads möchten wir Ihnen eine gute Orientierung ermöglichen.

Der VGN bringt Sie hin. Steigen Sie ein. Steigen Sie auf. Mit der S1 nach Eltersdorf oder vom Bahn­hof Vach aus. Alternativ kommen Sie mit der U1 vom U-Bahn­hof Stadt­gren­ze oder mit der U2 ab Flug­ha­fen schnell auf den „Genuss-8er“.

Auf überwiegend verkehrsarmen Wegen fahren Sie gemütlich durch eines der größten zu­sam­men­hän­genden Gemüsean­bau­ge­biete Bayerns. Was nicht hier verzehrt wird, versorgt andere Regionen, so etwa Oberbayern. Frisches Knoblauchsländer Gemüse wird nämlich nicht nur am Hauptmarkt in Nürn­berg, sondern genauso am Viktualienmarkt in München verkauft. Hier in Franken wächst es, klimatisch bedingt, ein­fach besser. Feldfrischen Spargel gibt’s schon im April, große Mengen Rhabarber ebenso. Und woher kommt wohl fast der ge­samte Schnittlauch für das Münchner Ok­to­berfest? Für die frischen grünen Schnittlauchbrote, die ebenso wie Rettich, der „Radi“ – kunstvoll in Spiralen geschnitten – frisch und gesund zum Bier munden? Und die Radieschen, der Salat, das Kraut fürs Sauerkraut, der Rotkohl …? Aus dem Knoblauchsland, natürlich. Natürlich! Wissen und schauen, wie und wo’s wächst! Starten Sie zusammen mit uns eine Genuss-Entdeckertour, lernen Sie dabei Frankens Gemüsegarten auch einmal abseits der stark befahrenen Autostraßen kennen.

Es gibt so viel zu sehen, dass es sich empfiehlt, den „8er“ samt seinen Va­ri­an­ten mehrmals oder in Teilabschnitten zu fahren oder zu begehen und immer wieder etwas anderes anzuschauen und die zahl­reichen Ein­kehr­mög­lich­keiten und Gemüsesorten durchzuprobieren.

Gemüseteller (VGN © VGN GmbH)
Salatmix (VGN © VGN GmbH)

Metzgereien, bei denen man weiß, woher das Vieh kommt, und Bäckereien, die noch selbst backen und auch Kaffee zum Kuchen ausschenken, gibt es hier, ebenso wie die zahl­reichen frän­kischen Gastwirtschaften, bei denen Sie die erntefrischen Regionalprodukte fein zubereitet genießen können. Spargel und Salat, aber auch ein­hei­misches Wild werden hier wohlschmeckend und ohne lange Transportwege serviert.
Mit Gepäcktaschen ausgestattet können Sie sich außerdem wochentags mit echten frischen Regionalprodukten bei den zahl­reichen Ab-Hof-Ver­kaufs­stel­len eindecken. (Liste mit Öffn­ungs­zeiten im Anhang.) Es gibt nicht nur Gemüse, allen voran Spargel, sondern auch Erdbeeren, zur Saisonzeit in Almoshof aus dem Au­to­maten, ebenso wie frische gekühlte Rohmilch vom Milchzapfhäusla am Ortsausgang von Eltersdorf (Rich­tung Tennenlohe), auch in kleinen Mengen zum Sofortgenuss. Flaschen und Becher können Sie mitbringen, aber auch am Au­to­maten er­wer­ben.

Karte

Karte

Über­sichts­kar­te

Die Tour hat einen sehr flachen Verlauf, es geht immer nur minimal bergauf bzw. bergab. max. 20 - 50 Hö­hen­me­ter. Auch für ungeübte Radler emp­feh­lens­wert. Beste Voraussetzungen für eine gemütliche Tour, auf der man alle Genüsse des Knoblauchslandes auskosten kann.

Etappe 1

Etappe 1

Strecke -Teil 1 Eltersdorf Bahn­hof - Knoten Höfles

Eltersdorf Bahn­hof – Kleingründlach 4,5 km – Großgründlach,
Abzweig Irrwaldschleife 6,0 km – Boxdorf, Kothbrunnengraben
9,5 km – Dampfziegelei – Rodelhügel – Knoten Höfles 12,6 km

Eltersdorf Bahn­hof
Aus­gangs­punkt

Streckenbeschreibung - Teil 1

Zum Start am Bahn­hof Eltersdorf müssen wir zuerst in die unter dem Bahn­hof hindurch­füh­rende Weinstraße.

  • Aus Rich­tung Süden (Nürn­berg) geht das aktuell wegen Bau­maß­nah­men (Stand: 1/2015) nur über eine längere Treppe. Unten auf der Weinstraße nach Osten (Rich­tung Brücke über die A3) fahren.
  • Aus Rich­tung Norden (Erlangen) können wir sofort bar­ri­e­re­frei fahren: Den Bahn­hof nach rechts in die Bahnstraße ver­las­sen, dann wieder rechts mit der Radun­ter­füh­rung unter der Bahn hindurch und Am Pestalozziring nochmal rechts und dann nach links in die Weinstraße auf die Brücke über die A3 fahren.

Vor der Brücke über die A3 nach rechts in den Feldweg zum schon sichtbaren Milchzapfhäusla abbiegen. Hier gibt es frische Milch vom Bauernhof (Rohmilch, gekühlt und filtriert, 2–3 Tage haltbar, auch in kleinen Mengen ab 5 Cent zapfbar), selbstgemachte Marmeladen und Käse in vielerlei Va­ri­an­ten aus dem „Regiomaten“ zum sofortigen Genuss oder zum Mit­neh­men.

Milchzapfhäusla (VGN © VGN GmbH)

 

Geöffnet von 7.30–19.30 Uhr.
Außerdem können an diesem Lern- und Erlebnisbauernhof auch Kinderge­burts­tage mit melken, Tiere streicheln, basteln etc. gefeiert werden, siehe www.erlebnishof-eichenmueller.de

Danach fahren wir am kurz darauf folgenden Abzweig mit der Radwegmarkierung Nr. 2 rechts und vor der Bahn­un­ter­füh­rung nach links an der Bahnstrecke ent­lang nach Süden, dann links den Hügel hinauf. Bei den beiden Abzweigungen stets rechts halten und den breiteren Weg nehmen, bis wir im idyl­lisch gelegenen Ort Kleingründlach auf die Hauptstraße stoßen. Es geht nun links nach Großgründlach mit dem weithin sichtbaren Schloss auf der Anhöhe.

Großgründlacher See (VGN © VGN GmbH)
Großgründlach (VGN © VGN GmbH)

Auf der rechten Seite des Schlosses führt eine Lindenallee geradewegs vom Schlosspark zum ehemaligen „Irrgarten“.
In der Barockzeit angelegt, gab es früher hier ein Netz von Wegen mit Abzweigungen, Kreu­zungen, Sackgassen und Wegeschleifen zum „In-die-Irre-Gehen“ als Vergnügen.

Der Verlauf des Abstechers als Zusatzschleife in das heutzutage urwaldartig anmutende, naturgeschützte Wald­stück an der Abzweigstelle im Orts­kern rechts ist in der Karte gepunktet eingezeichnet.

Zunächst aber geht es sanft bergan und nach zweimaligem Rechtsabbiegen zur Kirche und in die Großgründlacher Hauptstraße, einstmals als „eine der schönsten des Landes“ bezeichnet. Im Ensemble von Schloss und Kirche ist auch ein kleines Wächterhaus, ein Fachwerkbau von 1791, eigens für den Nacht­wäch­ter erbaut, in dem sich heutzutage ein kleines Ortsmuseum befindet.
(Geöffnet: 1. So. im Monat, 14–16.30 Uhr und n. Vereinb. Im Wesentlichen sind dort Dokumente und Bilder aus dem Ort, der 1021 erstmals genannt wird, zu sehen. Einen Schwerpunkt bildet daneben der Anbau von Tabak ab 1750 im so genannten Fürther-Erlanger An­bau­ge­biet. An die Bombardierung durch englische Flieger 1943 wird mit Bildmaterial erinnert.)

Auch gibt es hier, bergab fahrend links, noch einen Bäcker, der bekannt gut selbst bäckt, was man gleich samt Kaffeeausschank, an kleinen Bistrotischen sitzend, probieren kann. Ein kleines Sortiment von Waren aller Art ergänzt die Nahversorgung, ebenso wie der Metzger zum Brotzeitholen und mehrere Ab-Hof-Läden mit frischen Regionalprodukten.

Die Straße hinab bis zu „Heidis Gemüseladen“. Kurz oberhalb der Metzgerei geht es jetzt nach links auf die andere Stra­ßen­sei­te, dann sogleich wieder rechts in die Volkacher Straße, von der wir dann nach der Bus­hal­te­stel­le „Hansengarten“ rechts in einen unbefestigten Weg abbiegen. Im Sommer und Herbst leuchten hier auf immer wieder anderen Feldern, denn Fruchtwechsel auf den Äckern ist seit jeher ein wesentliches Element der ertragreichen Landwirtschaft, abwechselnd grüne und gelbe Zucchini und orange Kürbisse in allen Größen zwischen Getreide- und Kartoffelfeldern. Fast vorne an der Würzburger Straße, rechts neben der Linkskurve, hat man die Gründlach renaturiert und eine Fischtreppe eingebaut.

Nürn­berg Hansengarten
Rück­fahr­mög­lich­keiten

An der Ampel die Straße queren, ge­ra­de­aus am Wertstoffhof vorbei, nach Boxdorf hinein und durch die Straße Zum Himmelreich zum Boxdorfer Dorfweiher vorfahren. „Bauminseln“ und Wasservögel geben einen Anblick wie aus dem Bilderbuch ab.

Hier rechts ab und dann nach der Brücke und vor dem Lottogeschäft links hinab in den schmalen Rad- und Fußweg und am Kothbrunnengraben ent­lang bis zur Infotafel fahren. Schöner Spielplatz mit Brotzeitbänken zu beiden Seiten des Baches einige Meter weiter vorne. An der Infotafel rechts ab und geradewegs hoch zur Boxdorfer Hauptstraße fahren, wo unser Weg nach links geht.

Bei einem Abstecher nach rechts kommen wir an den typischen denk­mal­ge­schützten Barockgebäuden im alten Orts­kern vorbei. Beim Schindlerhof sind Radfahrer im japanischen Teegarten oder in einladenden Gasträumen willkommen, um die Synthese von Frän­kischen Regionalprodukten und in­ter­na­ti­o­naler Küche auszuprobieren. („Franken geht fremd.“) In der Hasengasse, ein paar Meter vorne (nach rechts von der Hauptstraße abbiegen), fällt ein altes Bauernhaus (mit grünen Fensterläden) aus dem 15. Jh. mit drei ver­schie­denen Hausnummern auf, daneben kann man regionale Gastronomie in „Rainers Restaurant“ genießen, al­ler­dings nur auf Voran­mel­dung oder mitt­wochs. Wir drehen
dann eventuell um und fahren die Hauptstraße wieder zurück.

Dampfziegelei (G. Härer © G. Härer)

Von der Hauptstraße nach rechts in die Fritz-Erler-Straße abbiegen. Die imposanten roten Ziegelbauten am großen Festplatz (im Au­gust kann man sich hier bei einer großen Frän­kischen Kerwa vergnügen, ge­samter Kirchweikalender unter: http://knoblauchsland-info.de/aktuell/ ) sind die imposanten Reste einer alten stillgelegten Dampfziegelei.

Wir fahren bergauf weiter, bis es nach einer Linksbiegung zwischen Haus-Nr. 93 und 95 nach rechts auf einem unbefestigten Rad-/ Fußweg zu einer großen Wiese mit Brotzeittisch und Spielgeräten geht. Ge­ra­de­aus auf den leuchtend grünen Rodelhügel zufahren, diesen bergauf rechts umfahren, um auf dem grob geschotterten Feldweg daneben nach oben zu gelangen. 

Rodelhügel (VGN © VGN GmbH)

Der kleine Anstieg wird mit einem weitschweifenden Rundumblick belohnt.

Zur Orientierung: Rechts im Westen liegt der Boxberg mit dem eckigen Turm, noch weiter rechts davon das Industriegebiet Schmalau. Vor uns im Süden taucht nach und nach die Silhouette Nürn­bergs auf: der hohe Fernsehturm in der Mitte, rechts daneben, der kleinere, oben mit Aufbau, ist der bekannte „Quelle-Turm“.

Nürn­berg Silhouette (VGN © VGN GmbH)

Wir sind jetzt im „Herzen“ des Knoblauchslandes: Bunt gestreifte Felder mit Salat- und Gemüsekulturen, den so genannten Feinkulturen, sowie Spargelfelder in den un­ter­schied­lichen Phasen ihrer dreijährigen Kultur, nebst dem „Zubehör“, wie – je nach Jah­res­zeit – aufgespannte oder zusammengerollte ewig lange Plastikfolien (Diese haben eine schwarze und eine weiße Seite, die temperaturabhängig ausgerollt und gewendet wird) und Spargelspinnen zur Rationalisierung des Spargelstechens, einzelne Getreide- und klein getupfte Blumenfelder strukturieren zusammen mit Kohlrabi und Kohl-, Wirsing-, Lauch-, Rettich-, Spinat-, Rhabarber- und Schnittlauchfeldern die Landschaft auf vielfältige und dabei wohlgeordnete Weise – ein Augenschmaus, quasi ein Ge­samtkunstwerk. Be­son­ders schön sieht es aus, wenn im Gegenlicht der glitzernden Wasserwerfer immer wieder Regenbogen entstehen. Hier, im Norden des Knoblauchslandes, gibt es ihn noch, den kleinteiligen, ab­wechs­lungs­reichen Gemüseanbau, abseits von Monokulturen.

Noch können wir hier den freien Blick ohne die im Süden so zahl­reichen, störenden großflächigen Glasgewächshäuser genießen – und da taucht ein Stückchen weiter vorne auch schon am Horizont linksseitig die Nürn­berger Burg in der Ferne auf. Noch weiter links, der hohe rote Ziegelschornstein, gehört zu den Bast-Hefewerken, die seit über 150 Jahren in Betrieb sind. Er ist so etwas wie das Wahrzeichen von Buch und je nach Windrich­tung kann man die Hefe bereits hier erschnuppern und schon mal im Voraus ans genussvolle Biertrinken denken.

Bevor wir nach links in den Teerweg abbiegen, sehen wir ge­ra­de­aus, leicht rechts, weit vorne schon den Kirchturm von Poppenreuth.

Hier ist gleichsam die Wiege des Knoblauchslandes, denn man fing an diesem Ort als Erstes an, im ersten Jahrtausend n. Chr., den Wald zu roden und das einstmals sumpfige Land trockenzulegen, um Ackerland zu gewinnen und Siedlungen anzulegen. Auch war die Poppenreuther Kirche einst die Mutterkirche der jüngeren Sebalduskirche zu Nürn­berg. Was nach dem Abbiegen schräg vorne wie ein „weißer Hochstand mit Kreuz“ anmutet, ist die moderne Kirche von Boxdorf auf der anderen Seite der B 4, die die einst vereinte Ge­mein­defläche zerschneidet.

Bei dem schmalen langgestreckten Gartengrundstück links am We­ges­rand geht es erneut unbefestigt rechts ab, die Nächste wieder links, dann rechts und nochmal rechts (Teerweg), dann gleich wieder links auf geteertem Weg abbiegen. Am großen Wasserbehälter müssen wir auf der Autostraße ganz kurz nach links und sofort wieder rechts.

Am besten zählen wir jetzt die geteerten Querwege auf der linken Seite: Beim dritten geteerten Querweg linksseitig sind wir am Knoten Höfles, dem Kreu­zungspunkt unseres 8ers, angelangt (12,6 km).

Knoblauchsland-Runde: Hier können wir abkürzen, falls uns der ganze Achter zu lang werden sollte: Teil 2 und Teil 3 weglassen und sofort mit Teil 4 über Buch, Kraftshof und Neunhof noch die High­lights des Knoblauchslandes mit­neh­men. Ganz minimalistische Genussradfahrer können natürlich auch in Buch mit MaximalRegionalGenuss (Das „Bammes“ in Buch ist Mitglied bei www.regionalbuffet.de ) einkehren und sich dann gleich per Flug­ha­fen-U-Bahn U2 nach Hause chauffieren lassen.

Gasthof Bammes (VGN © VGN GmbH)

Etappe 2

Etappe 2

Strecke -Teil 2 Knoten Höfles - Abzweig Espan Quelle

Knoten Höfl es – Ronhof 1,7 km – Kronach 2,4 km (ehem. LDMKanal: Gast­haus Weigel: Schiffsmodelle) – Stadeln 4,9 km (Bf. Vach) – Regnitztal: Wasserrad 5,2 km – Zusammenfluss: Rednitz-Pegnitz 7,5 km – Abzweig Espan-Quelle 10,5 km

Streckenbeschreibung - Teil 2

Am Knoten Höfles rechts (nach Westen) abbiegen und über alle Kreu­zungen ge­ra­de­aus nach Ronhof hinein. Wenn es nicht mehr ge­ra­de­aus weitergeht, links herum und vorne an der Ronhofer Hauptstraße rechts abbiegen.

Ein kurzer Abstecher nach links führt zu einem schönen blumengeschmückten Ab-Hof-Verkauf, der seine zahl­reichen frischen Gemüsesorten durch ein ausgesuchtes Sortiment
kleinbäuerlich erzeugter Spe­zi­a­li­täten aus Südtirol (handgemachter Käse, Schinken, Salami etc.) ergänzt hat.

Auf der Ronhofer Hauptstraße ge­ra­de­aus über den Kreisverkehr bis nach Kronach fahren.

Kronach lag einst, statt an der A 73, am ehemaligen Ludwig-Donau-Main-Kanal und war damals ein vielbesuchtes, weithin bekanntes
und begehrtes Ausflugsziel für Jung und Alt. Die Nürn­berger konnten
hierher per Ausflugsdampfer, bei­spiels­wei­se von der Fürther Kreu­zung (bei Doos), fahren. Davon zeugt immer noch eine se­hens­werte Bildergalerie zur Bootsanlegestelle in Kronach mit Originalfotos aus dem 19. Jahrhundert und his­to­rischen Schiffsmodellen, die im Foyer des his­to­rischen Gasthofes Weigel zu bestaunen sind.
www.gasthof-weigel.de/his­to­rischer-gasthof.html

Unser Weg in Kronach geht kurz vor dem Gast­haus Weigel nach rechts ab in den Bisloher Weg, dann links Am Reichgraben ent­lang und mit einer Linkskurve über die A 73. Nach weiteren 1,2 km überbrücken wir die Bahnlinie. Wer die Tour hier beenden will, kann nach dem Ortsschild rechts abbiegen, am Ende der Straße wieder rechts – und parallel zu den Bahnschienen zum Bahn­hof Vach gelangen (1,1 km). Lassen Sie sich aber nicht verwirren: Wir sind hier in Stadeln, Vach liegt mehr als 2 km westlich auf der anderen Seite der Regnitz!

Vach Bahn­hof

Nun hinab in den Regnitzgrund: Nach der Bahnbrücke in die 3. Straße links, die Buchenstraße, abbiegen, an deren Ende rechts herum, nach der Linkskurve nochmals rechts, dann die Stadelner Hauptstraße bei der Druckknopf-Ampel queren, dann ein paar Meter nach rechts versetzt der Wiesengrundstraße folgen und nach der halben Linkskurve geradewegs hinab ins Regnitztal fahren.

Wir sind jetzt auf der vielfach markierten Haupt-Radweg-Achse im Regnitztal, mit der Deutschlandroute 11 und dem Paneuropa-Radweg von Paris über Nürn­berg bis nach Prag, der hier zu­ver­läs­sig mit grünweißen Radschildchen markiert ist. Hier links in Rich­tung Fürth und Nürn­berg abbiegen. Zuvor lohnt sich ge­ra­de­aus ein Abstecher zum Wasserrad an der Regnitz (den Winter über ist es abgebaut) mit mehreren Brotzeitbänken und schönem Blick.

Nach 2,3 km im Regnitzgrund (ab dem Wasserrad), kurz vor der Fürther Ludwigsbrücke,
die wir dann unterqueren, sind wir am Zusammenfluss von Pegnitz und Rednitz, aus
denen hier die Regnitz entsteht. Nach weiteren 2,9 km sind wir bei der „Kleinen Mainau“ und damit beim nach links führenden Abzweig Espan-Quelle angelangt. (Die Stelle ist leicht zu übersehen; falls man schon am Quellensteg oder gar bei der Unterquerung der A73 angelangt ist, muss man wieder 200 bzw. 400 m zurück!)

Auf dem Weg zur Espanquelle (VGN © VGN GmbH)

Links am Hügel, der übrigens durch den Aushub des Ludwig-Donau-Main-Kanals entstanden ist und durch die Südwestlage ein ähnlich warmes Klima haben soll, wie die bekannte große Insel Mainau im Bodensee, ist ein kleiner roter Backsteinbau (ein in der warmen Jah­res­zeit geöffnetes Toilettenhäuschen) zu sehen. In Sichtweite davon: der 200 m entfernte Quellensteg rechts vorne, der eine Brücke zum eben­falls schon sichtbaren Fürther Rund­funk­mu­se­um schlägt.

Wer die Tour hier beenden möchte, passiert nach dem Rund­funk­mu­se­um den Durchlass durch die Gebäude und trifft auf die Kurgartenstraße. Nach dem Fußgängerübergang wenige Meter links, dann in die Ludwig-Quellen-Straße rechts und geradewegs weiter zur U-Bahn-Sta­ti­on Stadt­gren­ze U1, die wir nach der Un­ter­füh­rung durch die Fürther Straße erreichen. Für den Knoblauchsland-8er biegen wir links ab: kleines unauffälliges
Schildchen „Espan-Quelle“.

Etappe 3

Etappe 3

Strecke -Teil 3 Espan-Quelle - Poppenreuth - Knoten Höfles

Abzweig Espan-Quelle – Ruhstein – Poppenreuth 1,6 km – Höfles 3,5 km – Knoten Höfles 4,2 km

Streckenbeschreibung - Teil 3

Zur Espan-Quelle: Links in den Schotterweg abbiegen und dem 2008 renaturierten Bachlauf leicht bergauf durch die schön angelegte blumenreiche Anlage bis zum 2007 errichteten Quelltempel folgen.

Quelltempel (VGN © VGN GmbH)
Espan-Quelle (VGN © VGN GmbH)

Das beim Austreten ca. 20–22°C warme Quellwasser der Espan-Quelle ist stark eisenhaltig (weitere Infos über die Zusammensetzung, siehe Geoinfo:
www.angewandte-geologie.geol.uni-erlangen.de/espan01.htm ) und fließt deshalb als eigenartig gefärbter goldbrauner Bach in die Pegnitz. Im Sonnenlicht glitzert es wunderbar. Man kann es mal ver­su­chen, es ist nicht unbedingt wohlschmeckend, größere Mengen sollten aber nur auf ärztlichen Rat eingenommen werden (siehe Infotafel).

Danach kurz und steil bergauf (weitere Heilquellenweg-Infotafel) zur höchsten Stelle und weiter über die Fuß- und Radbrücke über die A 73, nächste Straße links, ca. 250 m nach
dem Ortsschild dann rechts in die Weigmannstraße, die stark befahrene Hans-Böckler-Straße queren, der Hermannstädter Straße bis zum Ende folgen und nach links in den Kreuzstein weg abbiegen. Poppenreuth liegt vor uns. Bevor wir nach einer Halblinkskurve in die Poppenreuther Straße kommen, sind auf einer Grüninsel linksseitig ein steinernes Sühnekreuz und ein schon etwas bemooster Ruhstein zu sehen.

Ruhsteine stammen aus der Zeit zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert, als Bauern, Knechte, Mägde, Boten, Hausierer oder Händler schwere Lasten noch mit Rückentragen oder auf dem Kopf beförderten. Damit die Benutzer das Transportgut nach der Rast selbst­stän­dig wieder aufnehmen
konnten, sind die meisten Ruhsteine deutlich höher als gewöhnliche Sitzbänke. Die jeweiligen Formen reichen von ein­fachen, grob behauenen Steinen bis hin zu mehrgliedrigen, kunstvoll gestalteten Bänken. Aufwändigere und neuere Exemplare verfügen über einen niedrigen Teil zum Sitzen und einen hohen Teil für das Abstellen der Traglasten. Oftmals war nur die Abstellmöglichkeit aus Stein ausgeführt, so dass die dazu­ge­hörige Sitzbank aus Holz nicht mehr er­hal­ten ist.

Sühnekreuze waren eine Art der Bestrafung für einen Totschlag auf der Grundlage des alten deutschen Volksrechts. Der Mörder wurde dazu verurteilt, an einer Stelle, die von der
Familie des Opfers benannt wurde, ein Sühnekreuz zu errichten. Dies war dann möglich, wenn sich Täter und Opferfamilie auf eine solche private Sühnung einigen konnten. Oft waren damit weitere Strafen wie Stiftungen, Wallfahrten oder Unterhaltszahlungen verknüpft.

Sühnekreuz (VGN © VGN GmbH)

Zum Poppenreuther Sühnekreuz erzählt man sich folgende Sage:
Dereinst soll ein fleißiger Bauer aus Poppenreuth ge­mein­sam mit seinem Knecht Heu auf sein Fuhrwerk geladen haben. Der Himmel über ihnen zog sich mehr und mehr zu, und so trieb er seinen Knecht zur Eile an, damit das Heu noch trocken eingefahrenwerden konnte. Doch alle Plackerei half nichts, nochehe der Wagen zur Hälfte beladen war, prasselte heftiger Regen – begleitet von Blitz und Donner – hernieder. Wütend über die vergebliche Mühe erhob der Bauer seine Heugabel drohend gen Himmel und schimpfte und schändete, dass der Herr im Himmel nicht hatte warten können, bis er sein Heu in die Scheune hätte bringen können. Solle ihn doch gleich der Blitz erschlagen, hörte der Knecht ihn noch zetern, als es einen heftigen Knall tat. Just in diesem Augenblick war ein Blitz aus den Wolken gefahren und hatte den gotteslästerlichen Bauern niedergerissen. An dieser Stelle, an der der Frevler von der Strafe Gottes getroffen wurde, errichtete man zur Erinnerung und eindringlichen Mahnung ein Steinkreuz.

An der Poppenreuther Straße, wo es auch zu Fränkies geht, zweigt unser Weg am Ortsrand rechts von der Straße V-förmig ab. Zuvor lohnt sich ein Abstecher (ca. 500 m) zur Poppenreuther Kirche St. Peter und Paul, die als ursprüngliche Mutterkirche der Nürn­berger Sebalduskirche wesentlich älter als diese ist. Die Poppenreuther Kirche ist fast immer offen (Projekt „Offene Kirche“), zur Besichtigung kann ein in­te­res­santer Kirchenführer mit vielen Fotos und Detail-In­for­ma­ti­onen ( http://peter-und-paul.jugend-ppp.de ) online abgerufen werden.

Vor der Kirche Poppenreuth (VGN © VGN GmbH)
St. Peter und Paul Kirche (VGN © VGN GmbH)

Poppenreuth gilt als die „Wiege des Knoblauchslandes“, denn hier begannen im 9. Jh. n. Chr. durch einen Grafen v. Poppo die Rodungstätigkeiten im Knoblauchsland, um dem einstmalig bewaldeten Landstrich Siedlungsflächen abzutrotzen, die im Laufe der Zeit zu einem zu­sam­men­hän­genden land­wirt­schaft­lichen Gebiet, eben dem Knoblauchsland, wurden. Übrigens: Der Name „Knoblauchsland“ dürfte von den Zwiebelgewächsen kommen und daher, dass früher schon als Be­son­der­heit auch Knoblauch angebaut wurde, der sehr cha­rak­te­ris­tisch für diesen Landstrich war.

Bei Fränkies abzweigen (Frän­kische Regionalprodukte und hausgemachte Spe­zi­a­li­täten, frei­tags selbst gebackenes Bauernbrot, Eigenbaupflanzen, zur Saison vielerlei Tomatensorten in allen Größen und Farben) und dem geteerten Flur­be­rei­ni­gungs­weg
folgen: Rechtskurve, Linkskurve, beim nächsten geteerten Weg rechts abbiegen, an der kleinen Straße links, nächste Straße rechts und nach Höfles hinein. Linksseitig das Alte Schloss, das auch heutzutage als Gastwirtschaft ( www.gast­haus-altes-schloss.de (auch Rezepte werden hier verraten)) genutzt wird.

In diesem Herrensitz von 1762, damals mit Stadel, Stallung, Backofen, Schweinestall, Pumpbrunnen und Sommerhäuschen, ferner Gärten, Äcker und Wiesen sowie einem Waldrecht im Sebalder Wald, kehrten schon die Ans­bacher Markgrafen auf dem Weg nach Bayreuth ein.

In der Bäckerei, wo wir ein Stück weiter vorne links abbiegen, wird noch selbst gebacken, was auch die Öffn­ungs­zeiten verraten (mon­tagnach­mit­tags geschlossen, lange Mittagspause) links ab. Am nächsten geteerten Querweg sind wir wieder am „Knoten Höfles“, dem Mittelpunkt unserer 8, angelangt.

Für den Weiterweg rechts (nach Osten) abbiegen und auf den hohen Ziegelschornstein von Buch zufahren.

Etappe 4

Etappe 4

Strecke -Teil 4 Knoten Höfles - Eltersdorf

Knoten Höfles – Buch 1,3 km – Abzweig Irrhainstraße (U-Bahn Flug­ha­fen, An­schluss: 3,8 km) – Kraftshof Kirche 3,9 km – Irrhain 5,0 km – Schloss Neunhof 6,8 km – Reutles 9,5 km – Tennenlohe Kirche 11,5 km – Eltersdorf Bf. 14,8 km

Streckenbeschreibung - Teil 4

Der Teerweg vom Knoten Höfles nach Osten stößt kurz vor Buch auf den Seeweg. Links abbiegen und in den Ort. Auf der rechten Seite: die ehemalige „Kleinkinderschule“ (Nr. 9) von 1905, die heute ein Antiquitätengeschäft beherbergt. Wir stoßen auf die holperige, gepflasterte Bucher Hauptstraße. Im alten Bucher Orts­kern gibt es nicht nur se­hens­werte his­to­rische Bausubstanz, sondern auch das bei Radlern be­son­ders ungeliebte Kopfsteinpflaster, weswegen wir die ursprünglich er­hal­tene Bucher Hauptstraße meiden.

Trotzdem lohnt das his­to­rische Ensemble im Orts­kern von Buch eine weitere Besichtigung. Das alte Buch, damals eine Gehstunde entfernt von Nürn­berg, war bekannt wegen seiner Wirtshäuser, z. B. in der Bucher Hauptstraße 112 das ehemalige Gast­haus „Zum goldnen Stern“ (1647), ein zweigeschossiger Satteldachbau mit Aufzugswalm und Fledermausgauben, der darauf wartet, wieder aus seinem Dornröschenschlaf erweckt zu werden.

Wer einen lohnenswerten Blick auf die bemalte Fassade werfen will, muss hier ein Stück nach links auf dem Kopfsteinpflaster vorfahren. Einkehren kann man hier leider nicht mehr, dafür aber im noch älteren Gast­haus Bammes von 1425, in dem 1573 der erste Spargel serviert wurde. Auch heutzutage stehen saisonale regionale Produkte mit frischen Zutaten aus dem Knoblauchsland ganz im Mittelpunkt; das „Bammes“ ist Mitglied der Regionalinitiative Regionalbuffet. http://www.regionalbuffet.de/index.php

Unser Weg quert die gepflasterte Straße nur und führt nach dem Gast­haus Bammes geradewegs in den Hofwie­sen­weg und gleich darauf rechts in den Georg-Ziegler-Weg und am Bucher Landgraben ent­lang. Hier scharren noch Hühner nach Körner und uralte dicke Bäume säumen den Weg am Bach. Eine Pferdekoppel. Ländliche Idylle im Städtedreieck, nur die nahe B 4 und der Flug­ha­fen verraten die Nähe zu den Großstädten.

Unter der B4 hindurch, am Weiher auf der rechten Seite vorbei, bis zur Irrhainstraße. Hier besteht ge­ra­de­aus An­schluss an die U2 (Flug­ha­fen). Bar­ri­e­re­freier Zugang mit Aufzügen. Den „Flug­ha­fenhügel“ davor kann man für einen Panoramablick auf die Startbahn und den Tower des Flug­ha­fens besteigen.

Wir fahren nach links in die Irrhainstraße. Der Irrhainstraße am Flug­ha­fen ent­lang nach Norden bis Kraftshof folgen. Links in die Schiestlstraße abbiegen, dann links der Glaserstraße bis zur Nr. 18 folgen und rechts abbiegen: Vor uns liegt die Kraftshofer Wehrkirche St. Georg, eine der wenigen gut er­hal­tenen mittelalterlichen, frän­kischen Kirchenburgen mit Wehrgang und voll­stän­digem Mauerring. Im Kirchhof sind, wie früher üblich, nicht nur der alte Friedhof, sondern auch ein ehemaliges Schulhaus und die Messnerwohnung.

VGN-Team in Kraftshof (VGN © VGN GmbH)
Kraftshof Wehrkirche (VGN © VGN GmbH)

Davor laden zwei his­to­rische Gasthäuser mit schmuckvollen Wirtschaftsauslegern zur Einkehr ein, bei denen es dann und wann auch ein­hei­misches Wild gibt. Danach fahren wir rechtsabbiegend über die Schiestlstraße und Lachfelder Straße an der Nordseite des großen sandsteinummauerten, neueren Friedhofes vorbei. Am umzäunten Grundstück, mit zwei Toren über Eck, geht es links zum Irrhain, einer Anlage des 1644 gegründeten Pegnesischen Blumenordens, der ältesten noch be­ste­henden Dichtervereinigung Deutschlands.

Damals war in der Nürn­berger In­nen­stadt am angestammten Ort an der Pegnitz kein Platz mehr für die Treffen der Dichter, weshalb er, eine Marschstunde davon entfernt, hierher verlegt wurde. Ursprünglich hatte der Irrhain einen „Schlangengarten“, ein verzweigtes Labyrinth aus einer 900 Meter langen Weißdornhecke. Die Stadt Nürn­berg wollte in den 1980ern den alten Zustand eines barocken Irrgartens zum Flanieren, wie es sie häufig in der Barockzeit gab, wieder herstellen, aber Na­tur­schutzgründe – man hätte den kleinen Park „entwildern“ müssen und dabei gefährdete Vogelarten und uralten Baum­be­stand bedroht – sprachen dagegen. Er­hal­ten sind das Eingangsportal von 1894 und Gedenksteine zahl­reicher Dichter.

Irrhain Einfahrt (VGN © VGN GmbH)
Irrhain Gedenksteine (VGN © VGN GmbH)

Nach einer kleinen Rund­fahrt den Irrhain nach hinten durch die Bretterzaunlücke nach links ver­las­sen, dann am Zaun ent­lang und ge­ra­de­aus auf geteertem Grund weiter,
beim kleinen Häuschen rechts und nach der Brücke über den Kothbrunnengraben links vor zur Hauptstraße. Schöner unverstellter Blick über die Felder und auf den Neunhofer Herrensitz!

Gemüseanbau vor Neunhof (VGN © VGN GmbH)

An der Hauptstraße rechts. Am Orteingang von Neunhof hat man um die gotische Neunhofer Martersäule vier Steinkreuze zu einem stim­mungs­vollen „Steinkreuznest“ angeordnet, eine der schönsten Gruppen in ganz Franken. Ein paar Meter weiter vorne ist rechts das se­hens­werte Heimatmuseum des Heimat- und Trachtenvereines, mit altem Ziehbrunnen davor.

Anhand der Exponate, vom Himmelbett über Wiegen und Alltagsge­gen­stän­de, wie Körbe, schönes Geschirr und Holzspielzeug bis hin zum Nachttopf, kann man sich hier das frühere bäuerliche Leben vorstellen, aber auch Trachten, Kutschen, Jagdgewehre und eine Feuerwehrleiter bewahren das Gedächtnis ans bäuerliche Leben im Knoblauchsland.
Geöffnet: jeden 1. und 3. Sonn­tag im Monat von 13–17 Uhr.

Rechts an der Straße vor zum Eingang des Barockgartens von Schloss Neunhof (geöffnet: bei schöner Witterung täglich vom 1.4.–31.10. von 10–19 Uhr).

Herrensitze wie Schloss Neunhof, einer ein­ma­ligen Anlage im Umkreis von Nürn­berg, dienten ursprünglich den Mitgliedern des Adels als Wohn- und Ver­wal­tungssitz und hier im Knoblauchsland auch gleichzeitig der Verteidigung der Stadt Nürn­berg, da so einerseits der Feind früher gesehen werden konnte, andererseits der Reichsstadt Nürn­berg das Recht eingeräumt werden musste, diese Anlagen im Angriffsfall militärisch zu nutzen.

Schloss Neunhof (mit Wehranlage, Graben, Brotbackhaus, Waschhaus, Hauskapelle etc.) gehört einer Münchner Erbengemeinschaft und kann wegen Baufälligkeit z. Zt. (Stand: 1 / 2015) nur von außen besichtigt werden. Im Barockgarten mit seinen streng symmetrischen
Wegen sind auch die Abgüsse mehrerer altfrän­kischer Gartenplastiken, zwergenähnliche, nicht unbedingt schöne Gestalten (Eiermännchen,
Bratwurstzwerg, Fresszwerg und Zwerg mit Laute), zu bestaunen.

Gartenzwerg Schloss Neunhof (G.Härer © G.Härer)

Danach empfehlen sich mehrere her­vor­ra­gende Gastronomiebetriebe, die großen Wert auf die Verarbeitung frischer Regionalprodukte legen und auch ein­hei­misches Wild und Fisch auf der Speisekarte haben. Handwerklich hergestellte Produkte aus kleinbäuerlicher Produktion sind hier in mehreren Ab-Hof-Läden zu haben, beim alteingesessenen Metzger kaufen nicht nur Ein­hei­mische ein.

Die Neunhofer Kerwa am zweiten Sep­tem­ber-Wo­chen­en­de gilt als be­son­ders stim­mungs­voll. So mancher Anwohner teilt hier das Jahr nicht nach Jah­res­zeiten, sondern nach „vor der Kerwa“ und „nach der Kerwa“ ein. Die Kerwagesellschaften des oberen und unteren Dorfes konkurrieren um den höchsten Kerwabaum und den schönsten Festwagen beim großen Umzug.

Der Oberen Dorfstraße bis zur Kreu­zung mit der Unteren Dorfstraße folgen.

Wir biegen links ab in die Untere Dorfstraße, fahren ge­ra­de­aus, bis rechts die Bebauung aufhört, und fahren kurz danach bei einem einzelnen Reiterhof halbrechts in den unbefestigten Weg, der über drei Brückchen führt: die Gründlach wird überquert und zwei Landgräben; das einst sumpfige Land wird hier durch Lachgraben, Ochsengraben, Nonnengraben und Ziehgraben in die Regnitz entwässert.

Der geteerte Weg überquert schließ­lich die B 4 – und vor uns liegt Reutles mit der links am Ortseingang sichtbaren Felicitaskapelle, ursprünglich aus dem 14. Jh. und wie alle Kirchen im Knoblauchsland einst eine Wehrkirche. Sie erinnert mit ihrem Walmdach an die Konstruktion des Schwedenhauses in Großreuth hinter der Veste.

Wir aber fahren schon davor rechts (Glaskontainer) über die Autobahnbrücke der A3 nach Tennenlohe. Am Wetterkreuz rechts vor zur Ampel und links in die Sebastianstraße. Auf der rechten Seite scharren Hühner im Gras, deren Eier vom „mobilen Hühnerstall“ in Wendlers Hofl aden zu haben sind. Am Ende der Straße geht es in einer Spitzkehre um die kleine, feine Kirche herum, die an manchen Sonn­tagen zur Besichtigung offen steht.

Durch Tennenlohe (VGN © VGN GmbH)

Moderne Glasfenster und ein über 500 Jahre altes Wandgemälde harmonieren miteinander. Außen erinnern bemerkenswerte Sonnenuhren an drei Seiten an die Zeiten bevor es mechanische Uhren gab. Auffallend an dieser Stelle ist auch das „Rote Ross“, ein altes Fuhrmannswirtshaus von 1609.

Dem Branderweg ge­ra­de­aus über den Mini-Kreisverkehr folgen, dann rechts in die Herringsstraße, links in den Franzosenweg und nach dem Hutgraben rechts in die Gründlacher Straße, der alten Straße nach Großgründlach mit his­to­rischen Bauernhäusern. An der folgenden T-Kreu­zung erst rechts und dann bei den ersten Häusern links unbefestigt zur Straße über die Autobahnbrücke der A3.

Rückweg nach Eltersdorf (VGN © VGN GmbH)

Nach der Brücke schließt sich unser Knoblauchsland-8er und wir können noch einmal frische Milch am Eltersdorfer Milchzapfhäusla links tanken, bevor wir entweder zum Bahn­hof Eltersdorf oder hinein ins Dorf fahren (Ein­kehr­mög­lich­keiten, Hofläden, An­schluss an den Regnitzradweg Rich­tung Bam­berg oder Nürn­berg).

Eltersdorf Bahn­hof
Rück­fahrtsmöglichkeiten

Termine

Termine

  • Tag der offenen Tür im Knoblauchsland
    1. Sonn­tag im Mai
    Jährlich kommen etwa 20.000 Be­su­cher. Organisiert vom Bay­e­rischen Bauernverband öffnen die beteiligten Betriebe ihre Tore und informieren über den Gemüsebau im Freiland
    und unter Glas: von der Aussaat bis zur Ernte mit Nützlingseinsatz. Maschinenvorführungen, Verkauf von Gemüse und Beet- und Balkonpflanzen ge­hö­ren ebenso dazu wie Kutschfahrten, Streichelzoo und ein Kinderprogramm.
  • Pferdetag im Knoblauchsland
    3. Sonn­tag im Au­gust
    In­for­ma­ti­onen im Internet: www.pferdefreundeknoblauchsland.de
  • Kirch­weih
    Alle Kerwa-Termine von 2015 gelistet im Internet:
    www.knoblauchsland-info.de/aktuell/kirch­weihtermine-2014

Einkehren

Einkehren

Alle Ein­kehr­mög­lich­keiten finden Sie in unserem Ringbuch!

Bitte informieren Sie sich in Ihrem eigenen Interesse vorab über die aktuellen Öffn­ungs­zeiten und Ruhe­tage. Korrekturen können an frei­zeit@vgn.de gemailt werden.

Impressionen

Kommentare

Kommentare

13. Oktober 2017 17:34 Uhr, Amica, Nürnberg

Ich schließe mich den beiden Vor-Kommentatoren an - eine sehr schöne Tour
und ganz nahe am Städtedreieck. Meine Mitfahrer und ich hatten viel Freude an den Texten zu den Sehenswürdigkeiten und kannten vieles noch nicht, obwohl sie schon oft in der Gegend unterwegs waren.
Die Schleife in Eltersdorf war landschaftlich nicht besonders reizvoll - die Einschränkung durch die Bautätigkeit der DB ist noch immer gegeben, so dass dieses Wegstück nicht befahrbar ist.

26. Mai 2016 22:24 Uhr

Die Tour hat mir Spass gemacht. Ich habe mir den gpx-Track auf mein 62s geladen und los ging es. Am Eltersdorfer Bahnhof ist es aufgrund der neuen Schallschutzwand nicht möglich den beschriebenen Weg (ca.150-200m) einzuhalten. Man kann aber leicht die asphaltierte Parallelstrasse nutzen und kommt so zur Unterführung. Ansonsten hat alles gepasst. Da die Tour durch die Knoblauchsländer Felder führt, ist es logisch, das auch ein paar Feldwege zu befahren sind (nach Regen evt. aufgeweicht).

3. Mai 2016 14:05 Uhr, RadlSusi, Nürnberg

Sehr schöne und vor allem flache Radtour, quasi vor der Haustür! Sehr zu empfehlen! Man erlebt die verschiedensten Gerüche bei vorbeifahren intensiv. Faszinierend ist auch der Irrhain. An der gesamten Strecke kann man auch sehr gut einkehren und schöne Fotos machen. Vorteilhaft sind die beliebigen Startpunkte, egal ob in N/Fü oder Erlangen.

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