Steckbrief

Steckbrief

Informationen zur Wanderung

Thema Aussichtspunkte
Region Bayerischer Jura (Oberpfalz), Nürnberger Land
Linien S2 S3
Länge ca. 15 km
Dauer 1,5 - 4,5 Std.

Bewertungen

Ge­samteindruck
(6)
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Landschaft
(7)
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Gastronomie
(6)
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An­spruch / Kondition
(11)
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Weg­be­schrei­bung
(5)
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Höhenprofil

Höhe in Metern, Wegstrecke in km
Panoramawege zum Goldkegelplatz

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GPS
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Vorwort

Vorwort

Sehr geehrte Be­su­cherinnen und Be­su­cher,

die beiden Ge­mein­den Postbauer-Heng (Land­kreis Neumarkt in der Ober­pfalz) und Burgthann (Land­kreis Nürn­berger Land) haben mit einem ge­mein­samen Beschluss der Bau- und Umweltausschüsse am 29. März 2011 den Startschuss und Planungsauftrag für dieses herausragende und „grenzüber­schrei­tende“ Projekt erteilt. Bereits seit vielen Generationen sind die Bürgerinnen und Bürger dieser Region am Fuße des Brenten- und des Dillberges miteinander verwurzelt. Zahl­reiche familiäre und kulturelle Ver­bin­dungen waren die Grundlage für die seit den 80er-Jahren zunehmend wachsende wirt­schaft­liche und kommunalpolitische Zu­sam­men­arbeit, die sich vor allem im ge­mein­samen Schulverbund sehr gut bewährt hat. Die Ge­mein­degrenze ist in mehrfacher Hinsicht in­te­res­sant: Neben der Land­kreisgrenze Neumarkt i. d. OPf. und Nürn­berger Land und der Grenze zwischen den Re­gie­rungs­be­zirken Mit­tel­fran­ken und der Ober­pfalz verlief hier im Jahre 1806 auch die alte Reichsgrenze zwischen Franken und Altbayern.

Wir wünschen Ihnen einen in­te­res­santen Aufenthalt und würden uns sehr freuen, Sie auch bei unseren vielfältigen kulturellen Ver­an­stal­tungen und in unseren zahl­reichen  familienfreundlichen Gasthäusern begrüßen zu dürfen.

Karte

Karte

Wan­der­kar­te "Panoramawege zum Goldkegelplatz" – Natur und Kultur zwischen Altdorf, Burgthann und Postbauer-Heng. Altdorf – Dörlbach – Schwarzen­bach – Buch – Postbauer-Heng
Wan­der­kar­te "Panoramawege zum Goldkegelplatz"

Spa­zier­gang

Spa­zier­gang

Postbauer-Heng – Oberferrieden (6 km, 1,5 Std.) orange

Postbauer-Heng Bahn­hof
Aus­gangs­punkt des Spa­zier­gangs

Aus Rich­tung Nürn­berg her kommend geht es zunächst durch die Fußgängerun­ter­füh­rung hinüber auf die andere Seite der Bahn­tras­se. Dort dann über die Rampen abwärts und auf den Fuß- und Radweg auf die B 8 zu. Durch die Tunnelröhre dann weiter an den Skateboardbahnen vorbei bis zu einem Querweg vor dem Sportheim. Rechts nach oben bis zum Wald­rand sind bis zum Ortsteil Buch die We­ge­zei­chen weiße eins auf rot weiße zwei auf rot unsere Begleiter. Am Wald­rand links bieten sich auf dem Wie­sen­weg oberhalb der Sportplätze weit­rei­chende Ausblicke ins Umland. Bei guter Sicht ist sogar der Nürn­berger Fernmeldeturm erkennbar. Rechts in den Wald hinein, steigt der Waldweg weiter an und mündet in einem breiten Forst­weg. Hier nach links und angenehm abwärts über einen kleinen Park­platz hinein nach Buch.

Immer auf der Hauptstraße bleibend, laufen wir im leichten Links­bo­gen aus dem Ort hinaus und erkennen rechts vor uns im freien Feld schon den Goldkegelplatz (km 2,5). Der kürzeste Weg zurück in den Ort führt ent­lang des Sträßchens – immer den Kirchturm als Anhaltspunkt.
Weiter nach Ezelsdorf, dann vom Stand­ort aus rechter Hand weiter, orientieren wir uns an die von rechts zu uns stoßenden dunkelblauen Hin­weis­schilder des Goldkegelweges. Noch ein Stück auf der kleinen Straße durch den Wald, nach dem Sportgelände dann rechts, führt der Weg dann an zwei Weihern vorbei in der Straße „Zur Schwärz“ vor zur Hauptstraße. Hier links und nach der Bahn­tras­se rechts bis zum Hal­te­punkt der S3.

Wan­de­rung

Wan­de­rung

Altdorf – Prethalmühle – Dörlbach/ Schwarzen­bach – Buch – Postbauer-Heng (15 km, 4,5 Std.)  dunkelrot  

Altdorf Altdorf
Aus­gangs­punkt der Wan­de­rung

Nach der Ansage „Nächster Halt Altdorf – bitte alles aus­stei­gen!“ machen wir uns auf den Weg zu einer land­schaft­lich äußerst reizvollen, fast am Ende dann geschichtsträchtigen Wan­de­rung, die Mit­tel­fran­ken und die Ober­pfalz verbindet.

Vom Bahn­steig aus ge­ra­de­aus bis zum Ende des P&RPlatzes, dort weiter durch eine kleine Parkanlage. Nach ein paar Treppen geben die grünen Hin­weis­schilder „Rich­tung Stadtmitte“ nach rechts die Rich­tung vor. An der Bahn­hof­stra­ße dann nach links.

Vorsichtig über die nach links führende Türkeistraße, geht es schräg nach rechts über Kopfsteinpfl aster in der Königsbühlstraße hinauf zum Markt­platz. Links: das alte, jetzt Kultur-Rathaus; rechts: die spätbarocke Stadtkirche St. Laurentius. Ein kurzer Links­schwenk und schon stehen wir zwischen dem Oberen und Unteren Markt.

Ent­lang der rechten Häuserreihe dann rechts in die Collegiengasse und direkt auf die ehemalige Uni­ver­si­tät (1575) – heute Wichernhaus Altdorf – zu. Rechts geht es in der Neubaugasse weiter bis zu einem Rechtsbogen, hier nach links in das Gässchen und gleich wieder links in den Park­platz hinein. Schräg nach rechts führt uns der Fußweg kurz Rich­tung der Busparkplätze und ge­ra­de­aus weiter in die Prof.-Franz-Becker-Straße, vorbei an den Häusern 6/7 des Wichernhauses. An der folgenden Querstraße (Jakob-Baier-Straße) rechts, wechseln wir gleich die Gehsteigseite und schwenken im Mühlweg nach links ein. Als erstes We­ge­zei­chen dient die weiße drei auf grün des örtlichen Wegenetzes und leitet uns zunächst unter der Autobahn hindurch, danach in einer Linkskehre auf einem Schotterweg nach oben. Erste Ausblicke hinüber zu den Sendemasten am Dillberg eröffnen sich – rechts: der Brentenberg, unser „Zielgebiet“!

Weiter quer zum Hang deuten die Hin­weis­schilder des Rundwan­der­weges weiße drei auf grün nach unten Rich­tung Löwengrube. Zwischen den Obstbäumen führt ein Wie­sen­weg bis vor ein Grundstück, Treppen dann hinab zum Na­tur­denk­mal Löwengrube, einem ehemaligen Steinbruch mit Felsengalerie und Felsenkeller (links), der früher auch als Bier­kel­ler genutzt wurde. Die dort geförderten Sandsteine wurden u. a. zum Bau der Uni­ver­si­tät und der Stadtmauer in Altdorf verwendet. Die Löwengrube, früher Löwengruft, wurde nach Friedrich Gottlieb von Löwenstein benannt, der maßgeblich zu ihrer Erschließung beigetragen hat.

Über einen Holzsteg abwärts, an den Parkflächen dann rechts und ge­ra­de­aus hinab zur Prethalmühle – rechts: der ehemalige Auer’sche Bier­kel­ler. Locker abwärts durch die Häuser, richten wir den Blick rechts auf das Wohngebäude der alten Mühle aus dem Jahre 1643, links dann auf den Lauf der Schwarzach, die wir nach dem Ortsausgang auf einer Brücke über­que­ren. Die schwarze sieben auf gelb ist bis hinein nach Dörlbach (2,2 km) unser We­ge­zei­chen, das uns hangaufwärts bis zu einem Abzweig, dort dann rechts in einem Hohlweg, weiter stetig ansteigend hinaus aufs freie Feld leitet. Die Wan­der­ta­fel des Wanderzirkus Frankenalb weist uns mit der schwarze sieben auf gelb ge­ra­de­aus und nach einer S-Kurve vor bis zu einem Sträßchen, dort dann links. Das Panorama hat gewechselt – fast rundherum Weitblicke. Nun nach dem Rechtsbogen abwärts und durch Dörlbach, dann weiter in der Austraße hinab bis zu einer Querstraße (Altdorfer Straße) in Schwarzen­bach.

Ohne Markierung nun ein ganzes Stück nach rechts neben der Straße an der Bus­hal­te­stel­le vorbei, dann links ab in den Heideweg und schräg rechts hinauf (Schwarzen­bacher Bierweg). Zunächst auf Verbundsteinen, dann über die Wiese ge­ra­de­aus hoch und nach einem Holzlagerplatz auf den vor uns liegenden Damm des Ludwig-Donau-Main-Kanals zu. Den Durchlass durch die Hecken fi nden wir halbrechts vor uns. Oben am Fuß- und Radweg dann rechts und weiter am Alten Kanal ent­lang bis zum Liegeplatz des Treidelbootes Elfriede – danach der Gasthof „Zum Ludwigskanal“.

Über die kleine Holzbrücke wandern wir weiter, nun links mit dem Rotkreuz am Kanal und den zahl­reichen, nummerierten Apfelbäumen ent­lang bis zum ersten Übergang. Hier rechts nach oben, die schwarze sieben auf gelb über­nimmt nun wieder die Führung rechts über die Wiese den Hang hinauf. Beim Scheitelpunkt, am Peuntinger Eck, lohnt ein Blick zurück, bevor es geradewegs nach unten und am Weiher vorbei vor zur Straße geht, dort dann links hoch. In der Dorfmitte am Kreisel ge­ra­de­aus in die Sackgasse und im Rechtsbogen hinaus ins offene Feld, Rotkreuz bleibt das We­ge­zei­chen. Kurvenreich geht es hoch bis zum Wald­rand, wo sich zum wiederholten Male eine herrliche Fernsicht bietet. Im Fokus: der Moritzberg (links) und der Nonnenberg.

Zunächst halbrechts weiter mit dem Rotkreuz, auf dem breiten Weg nach oben „verschluckt“ uns der Wald. Vorsicht ist geboten: Mountainbiker haben hier ideale Bedingungen – beiderseitige Rück­sicht ist also angebracht! Auf einem engen Wurzelpfad stetig aufwärts, queren wir schräg nach rechts ein Sträßchen und schwenken danach linker Hand in einen immer sandiger werdenden Weg ein. Bei einer Wegekreu­zung, es geht auf dem rechten Ast weiter ge­ra­de­aus, fügt sich von links kommend die schwarze eins auf gelb mit ein. Ihr folgen wir, dort wo das Rotkreuz links nach oben abzweigt, nach rechts!

Ein angenehmer Waldpfad bringt uns jetzt mit der schwarze eins auf gelb nach unten zu einem Querweg, in dem es links weiter abwärtsgeht. Wir schlendern durch das gut markierte Wald­stück bis zu einem mächtigen Baum. Unter einem abgeknickten Ast hindurch, wird der Weg bedingt durch die Waldarbeiten unebener, die schwarze eins auf gelb verschwindet zusehends. Man kann aber nicht fehlgehen – immer auf dem Hauptweg bleibend, kommen wir im leichten Rechtsbogen zu einer Grünzone, davor rechts und an einem Feld ent­lang, weiter bis zur Straße. Die erste, blaue Infotafeln (Sta­ti­on 8) des Goldkegelweges gibt Sicherheit. Auf der wenig befahrenen Straße nach links, wächst die Spannung. Nach dem Ver­las­sen des Wald­stückes ragt vor uns, genau auf der Ge­mein­degrenze zwischen Ezelsdorf (Ge­mein­de Burgthann) und Buch (Ge­mein­de Postbauer-
Heng), gleich verlaufend mit der Land­kreisgrenze (Nürn­berger Land/Neumarkt) und Bezirksgrenze (Mit­tel­fran­ken/ Ober­pfalz), das Goldkegeldenk­mal nach oben.

An In­for­ma­ti­onen über die Geschichte, die Entdeckung, den neuen Stand­ort und über das Denk­mal selbst mangelt es nicht – lassen Sie sich Zeit. Wieder zur Straße zurück, dort links, ist es nicht mehr weit nach Buch.

Aus dem Ort hinaus, begleiten uns auf dem Rest des Weges zum Bahn­hof (1,9 km vom kleinen Park­platz nach dem Ortsausgang) die örtlichen We­ge­zei­chen weiße eins auf rot und weiße zwei auf rot, zusammen mit dem Goldkegelweg. Im Wald achten wir auf den linken We­ges­rand, wo uns bald die dort angebrachten Markierungen nach rechts den Hang hinableiten. Nach dem Austritt aus dem Misch­wald kann man sich das letzte Mal „sattsehen“. Links: die Zeugenberge rund um Neumarkt, daneben am Horizont: die Höhenzüge zwischen Wei­ßen­burg und Schwabach, rechts „am Bildrand“ ist bei guter Sicht sogar der Nürn­berger Fernmeldeturm zu erkennen. Der Wie­sen­weg bringt uns linker Hand am Wald­rand ent­lang zu einem geteerten Querweg, hier rechts nach unten.

Gegenüber des Sportheimes sind es – an der Skateboardanlage und danach unter der B 8  hindurch – nur noch wenige Meter zum S-Bahn-Hal­te­punkt S3.

Postbauer-Heng Bahn­hof
Ihre Rück­fahr­mög­lich­keiten

Radtour

Natürlich kann man den Goldkegelplatz auch mit dem Rad erreichen. Die Wege zu/von den örtlichen und überregionalen Radwegen sind in der Karte  dunkelblau  eingezeichnet.

Treideln mit der „Elfriede“

Ein echtes Treidelschiff aus der königlich-bay­e­rischen Kanalschifffahrt lädt in Schwarzen­bach zum nostalgischen Treideln ein. Dies ist eine alte Form der  Lastenbewältigung und bezeichnet die Tätigkeit des Schiffeziehens auf Flüssen durch Menschen oder Zugtiere. Die Fahr­zeit für die 2 km lange Strecke beträgt ca. 45 Mi­nu­ten. Während der Fahrt informiert das Schiffsper­sonal über die Geschichte des Kanals.

Goldkegel

Goldkegel

Goldkegel-Skulptur bei Buch

Idee – Der Goldkegel wurde in der Erde gefunden. Als Inszenierung dieser Fundsituation wird der Be­su­cher über einen ebenerdigen Zugang ins Innere des Wiesenhanges geführt. Der Zugang öffnet sich zu einem kreisrunden Platz, ca. 1,60 m unter der Hangoberfläche mit Sitzgelegenheiten und Infomedien. An diesem besonderen Ort kann sich der Be­su­cher – abgetaucht aus dem umgebenden Alltag – in einer konzentrierten Atmosphäre mit der dargestellten Geschichte des Goldkegels aus­ei­nan­dersetzen.

Skulptur – Die Skulptur besteht wie der ursprüngliche Fund aus dem Material Metall. Über eine Unterkonstruktion werden waagrechte goldfarben-beschichtete Rundstäbe angeordnet. Die Form des Goldkegels entsteht exakt im Maßstab 5:1. So wird die hauchdünn getriebene Goldhaut des Originals mit all ihrer Ornamentik als filigrane Stahlstruktur mit den Mitteln unserer Zeit modern interpretiert. Aus der Ferne wirken die Rundstäbe massiv – direkt davorstehend löst sich die Oberfläche trans­pa­rent auf. Tagsüber flimmert die Skulptur golden im Sonnenlicht. In der Dämmerung glimmt sie mit Hilfe von solargespeisten LED-Leuchten geheimnisvoll von innen heraus.

Entwurf von Platz und Skulptur: sturm + schmidtarchitekten, Seligenporten
Beratung und Bauleitung: Landschaftsarchitekt Martin Kölbl, Pilsach
Skulptur: Kebinger, Kompetenz in Metall, Neumarkt i. d. OPf.
Beleuchtung: Firma Rego, Berg

Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete, gefördert durch das Bay­e­rische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den europäischen Wirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

Skulptur (19.10.2012, VGN © VGN GmbH)

Geschichtliches zum Goldkegel

Auffindung und erste wissenschaftliche Einordnung

Am Brentenberg, unweit dieses Denk­mals, rodete 1953 Michael Dörner aus Ezelsdorf Baumwurzeln, um Feuerholz zu gewinnen. Nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche traf er dabei auf ein hinderliches Blech, welches er völlig zerhackte und achtlos zur Seite warf. Erst gegen Mittag, als die Sonne den Aprilschnee zu schmelzen begann und Licht auf die dünnen Blechteile fiel, wurde die Frau des Mannes, die gekommen war, um ihm sein Mittagessen zu bringen, auf die funkelnden Stücke aufmerksam. Sie sammelte diese sehr dünnen verzierten „Blechteilchen“ ein und brachte die Fundstücke zu einem im Ort ansässigen Zahnarzt. Dieser stellte durch eine Schmelzprobe fest, dass es sich wirklich um Gold handelte.

Auf Ver­mitt­lung durch den Nürn­berger Kaufmann Gabriel wurden die Fragmente ins Germanische Nationalmuseum gebracht, wo sie der damalige Leiter der vor- und frühgeschichtlichen Samm­lung, Dr. Georg Raschke, als Gegenstück zum Goldenen Hut von Schifferstadt erkannte und sie auch bald darauf ankaufen konnte. Bei den wenig später erfolgten Nachgrabungen kamen noch weitere Fragmente in einer Tiefe bis zu 80 cm zu Tage.

Datierung

Eine Datierung des Goldhutes kann nur im Vergleich mit den drei weiteren Vergleichsstücken vor­ge­nom­men werden: Der „Goldene Hut“ von Schifferstadt, 1835 gefunden, weist von den vier Kegeln die ein­fachste Verzierung auf. Drei mitgefundene Beile erlauben eine Datierung dieses Goldhutes in die späte  Bronzezeit (1400–1200 v. Chr.). In Avanton bei Poitiers ist 1844 der „Cône d’Avanton“ entdeckt worden. Nähere Fundumstände sind nicht überliefert. Die Verzierungen auf diesem Stück sind detailreicher als die des Schifferstädter Goldhutes. Er wird zu Beginn der Urnenfelderkultur, um 1200 v. Chr.,  hergestellt worden sein.

Im Jahr 1996 wurde vom Museum für Vorund Frühgeschichte, Berlin, ein Goldhut ohne Fundangabe erworben. Aufgrund seiner komplexeren Verzierung wird er in die Urnenfelderzeit, zwischen dem 11. und dem 9. Jh. vor Christus datiert.

Der Ezeldorf-Bucher Goldkegel, 1953 gefunden, ist wohl der jüngste der vier bekannten Goldhüte. Nicht zuletzt weil seine Verzierung die meisten Va­ri­an­ten zeigt, wird seine Entstehung eben­falls  in der Zeit der Urnenfelderkultur, zwischen 11. und 9. Jh. vor Christus, an­ge­nom­men.

Die Verbergung der Goldhüte

Rätselhaft ist noch immer, warum, wie und wann der Goldkegel von Ezelsdorf-Buch und seine Pendants im Erdboden vergraben wurden.

Der Goldkegel wurde als Einzelfund ohne Beifunde geborgen. Da bei der Nachuntersuchung durch Dr. Raschke noch in einer Tiefe von ca. 80 cm Fragmente des Goldkegels gefunden wurden, kann man vermuten, dass er  aufrecht stehend vergraben worden war.Ganz ähnlich scheint, nach den Knicken zu urteilen, die bei ihm der Erddruck verursachte, auch der Berliner Goldhut senkrecht im Boden gestanden zu haben. Vom Schifferstädter Goldhut, 1835 entdeckt, ist durch einen genauen Fundbericht bekannt, dass er auf einer Sandsteinplatte stand und drei sog. Absatzbeile um ihn herum angelehnt waren. Vom „Cône d’Avanton“ sind die Fundumstände nicht näher beschrieben.

In ganz Europa werden immer wieder einzelne oder Gruppen von Ge­gen­stän­den, so­ge­nannte Hort- oder Depotfunde, entdeckt. Dabei kann es sich um Verstecke oder um Opferungen handeln. Geopfert wurde immer der per­sön­liche Besitz der Opfernden.

Bei den Goldkegeln und weiteren in ganz Westeuropa verbreiteten, eben­falls mit konzentrischen Kreismotiven verzierten goldenen Scheiben und Schalen, handelt es sich dagegen um Sakralgerät und damit wohl nicht um Opfergaben im eigentlichen Sinn. Man könnte vielmehr vermuten, dass derartige  Ge­gen­stän­de erst nach ihrer kultischen Verwendung, wohl erst am Ende der Bronzezeit vergraben wurden.

Die Menschen der Bronzezeit und ihr wichtigster Rohstoff

Zu Beginn des zweiten Jahrtausends vor Christus wurde Stein als Hauptwerkstoff, zur Herstellung von Waffen und Werkzeugen, durch ein neues Material, die Bronze, ersetzt. Bronze ist eine Legierung und besteht aus Kupfer
mit einer Zugabe von ca. 11 % Zinn. Die Technik der Härtung von Eisen mit Kohlenstoff zu Stahl wird erst mit Beginn der Eisenzeit um 800 v. Chr. bekannt.

Etwa ab 1100 vor Christus entstanden große befestigte Höhensiedlungen, wie auf dem nahe gelegenen Buchberg bei Neumarkt, dem Hesselberg nördlich  des Nördlinger Ries oder dem Bullenheimer Berg, Lkr. Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim, deren Wallanlagen noch heute sichtbar sind. Das  bereits vorhandene Handelsnetz wurde weiter ausgebaut, nicht zuletzt um das Zinn, das vorwiegend aus Cornwall in Südwestengland oder aus Afghanistan stammte und dringend zur Bronzeherstellung be­nö­tigt wurde, an seine Abnehmer zu bringen.

Die Beziehungen in weit entfernte Regionen führten auch zu einem regen kulturellen und technologischen Austausch.

Herstellung und Restaurierung

Der Goldhut ist vermutlich aus einem einzigen Stück Gold, das in etwa die Größe einer Streichholzschachtel hat, ohne Naht auf die Ge­samtlänge ausgetrieben worden. Er hat heute eine Höhe von 88,3 cm, bei einem Durchmesser von maximal 21 cm. Die mittlere Materialstärke beträgt 0,078 mm. Damit wiegt der Goldhut in seinem heutigen Zustand 310 g. Würde das Gewicht der fehlenden Stücke (Krempe) berück­sichtigt, ergäbe sich ein anzunehmendes Ge­samtgewicht von 331,4 g.

Bei den 1953 erfolgten Nachgrabungen am Fundort wurde keine Krempe gefunden, jedoch weitere lose Fragmente. Ein ganz schmales Bronzeband mit Goldumwicklung stammt möglicherweise vom ehemaligen Krempenrand.

Bei der Restaurierung im Römisch-Germanischen-Zentralmuseum in Mainz wurden alle Fragmente auf einen mit Glasfaser verstärkten Kunstharzkegel aufgebracht. Die Fehlstellen wurden optisch angeglichen. Möglicherweise wurde der ursprüngliche Hut durch ein Leder- oder Filzfutter zu­sätz­lich stabilisiert. Festigkeit gibt ihm aber vor allem seine wellblechartige Oberfläche mit den horizontalen gerippten Wülsten.

Ge­prägt wurde der Ezelsdorfer Goldhut mit ver­schie­denen Ornamenten/Symbolen. Ins­ge­samt kamen zwanzig un­ter­schied­liche Musterpunzen, sechs Ornamenträdchen und ein Zierkamm zum Einsatz.

Funktion des Goldhutes

Bis 1995 wurde die Interpretation des Goldhutes als Kultpfahlbekrönung weithin akzeptiert. Erst Sabine Gerloff plädierte in einem 1995 erschienenen Beitrag für seine Verwendung als Kopfbekrönung. Spätestens seit Bekanntwerden des Berliner Goldhutes be­ste­hen keine Zweifel mehr, dass die vier Goldhüte Kopfbedeckungen mit Krempe waren. Die einem menschlichen Kopf ent­spre­chenden Durchmesser des Schifferstädter und des Berliner Goldhutes sowie deren ovale Grundformen machen dies deutlich.

Cha­rak­te­ris­tisch für die ge­samte Fundgruppe, zu der ja nicht nur die Goldkegel, sondern auch Goldkalotten, Goldgefäße und Goldscheiben mit ganz ähnlicher Kreisornamentik zählen, ist, dass sie meist als  Einzelge­gen­stän­de verborgen wurden, sehr selten mit Beifunden und noch  seltener als Grabbeigabe. Dass die Objekte, die wir als „Goldenes  Sakralgerät“ der Bronzezeit ansprechen können, so selten als Grabbeigaben gefunden wurden, lässt vermuten, dass solche Ge­gen­stän­de, die religiösen Handlungen dienten, nicht Besitz Einzelner waren. Vermutlich wurden diese Kopfbedeckungen bei sakralen Anlässen zwar von Priestern getragen, sie waren aber wohl nicht deren Besitz. Gold, als profaner Besitz Einzelner, tritt vermehrt erst in Gräbern der Hallstattzeit ab 800 v. Chr. auf.

Der Entschlüsselung des Ornaments ist Wilfried Menghin einen großen Schritt nähergekommen. Er konnte zeigen, dass es sich bei den goldenen Kegelhüten um „Manifesta­ti­onen bronzezeit­licher Kalenderwerke“ handelt, indem er das komplexe Zahlengefüge und die Zahlenrhythmik erklärt, die im Ornament der Kreisverzierungen zu finden sind. Die Untersuchungen von Wilfried Menghin zeigen im Vergleich mit den drei weiteren er­hal­tenen Kegeln, dass die festgestellte Zahlenrhythmik frappierende Bezüge zu den stets wiederkehrenden Werten aufweist, wie sie bei astronomisch-kalendarischen Beobachtungen auftreten. Vermutlich sollte die Übertragung der Ergebnisse dieser so intensiven Beobachtung der Gestirne auf das Ornament des Kegels in magischer Weise die Ver­bin­dung des Priesters zur verehrten Gottheit, der Sonne, fördern. Man darf annehmen, dass der Beginn solcher Beobachtungen schon viele Generationen zuvor, spätestens im Mittelneolithikum, erfolgte. In dieser Zeit wurden die ersten  Kreisgrabenanlagen (ähnlich Stonehenge) errichtet, die als Sakralorte und zur Beobachtung der Gestirne dienten.

Die Samm­lung Vor- und Frühgeschichte

(200.000 v. Chr.–800 n. Chr.) im Germanischen Nationalmuseum Nbg.

Lange bevor es schriftliche Quellen gab, lernten die Menschen das Feuer zu beherrschen sowie den Gebrauch von Werkzeugen. Sie lebten von der Jagd und den Früchten, die ihnen die Natur bot. Damit begann die kulturelle Evolution.

Aspekte der Präsentation: Die Präsentation zeigt die Entwicklung von Werkzeugen, Schmuckstücken, Gefäßen und Waffen aus Europa: von der Steinzeit bis zum Karolingerreich. Die Aus­stel­lung beginnt mit einem ca. 120.000 Jahre alten Faustkeil, einem aus Feuerstein hergestellten  Universalwerkzeug. Zu den bedeutendsten Objekten zählen der Goldkegel von Ezelsdorf-Buch – die Kopfbedeckung eines bronzezeit­lichen Sonnenpriesters.

Einkehren

Einkehren

Bitte informieren Sie sich in Ihrem eigenen Interesse vorab über die aktuellen Öffn­ungs­zeiten und Ruhe­tage. Korrekturen können an frei­zeit@vgn.de gemailt werden.

Burgthann-Ezelsdorf

Gaststätte „Zur Linde“

Hauptstraße 29
90559 Burgthann-Ezelsdorf
Tel: 09188 305261
Di.–Sa. ab 17 Uhr, Küche ab 17.30 Uhr, Ruhe­tage: Sonn­tag und Mon­tag

Sportgaststätte FC Ezelsdorf

Bucher Straße
90559 Burgthann-Ezelsdorf
Tel: 09188 1717
Di.–Fr. von 6–24 Uhr, Sa. von 14–24 Uhr, So. von 9–24 Uhr, Ruhetag: Mon­tag

Postbauer-Heng

Alder Wolfgang Bäckerei

Hauptstraße 18
Postbauer-Heng
Tel: 09188 3133
Ruhetag: Sonn­tag

Café & Bäckerei Kraus

Neumarkter Straße 25
Postbauer-Heng
Tel: 09188 1721
Ruhetag: Mon­tag

Café Feihl mit Bäckerei

Centrum 12
Postbauer-Heng
Tel: 09188 1840
Sams­tag- und Sonn­tag­nach­mit­tag geschlossen

Café „Der Beck“ mit Bäckerei

Hauptstraße 14
Postbauer-Heng
Tel: 09188 919070

Eisdiele Vivaldi Café, Pizzeria

Markt­platz 11
Postbauer-Heng
Tel: 09188 305576
im Winter geschlossen

Gabriel’s Restaurant, Eiscafé

Centrum 12
Postbauer-Heng
Tel: 09188 541

Gast­haus „Goldene Krone“

Buch 38
92353 Postbauer-Heng
Tel: 09188 871
Do.–Di. von 10–1 Uhr, Ruhetag: Mitt­woch

Gasthof „Zum Ludwigskanal“

Postbauer-Heng
Tel: 09183 250
Mo. von 10–15 Uhr, Mi. ab 15 Uhr, Do.–So. ab 10 Uhr, Ruhetag: Diens­tag

Hotel Postbauer-Heng

Markt­platz 17
Postbauer-Heng
Tel: 09188 3009818
Fax: 09188 3009819
Familienfeiern und Tagungen ab 15 Per­so­nen

Sportgaststätte Henger SV
Pächter: Nikolaos Pantechakis

Centrum 22
Postbauer-Heng
Tel: 09188 903567
Ruhetag: Mon­tag

Sportgaststätte SV Postbauer „Am Aicha“

Am Grünberg 1
Postbauer-Heng
Tel: 09188 903987
Ruhetag: Mon­tag

Stiegler Gasthof & Hotel

Neumarkter Straße 29
Postbauer-Heng
Tel: 09188 95030
Fax: 09188 905964

Impressionen

Der Freizeittipp in Bildern

Kommentare

Kommentare

2. November 2014 19:56 Uhr, Katja, Nürnberg

Wir haben die Wanderung (15 km) am 01.11. gemacht. Die Mischung von Natur und Kultur hat allen Teilnehmern sehr gut gefallen. Es gibt viele schöne Plätze, an denen man verweilen und sich mit mitgebrachtem Proviant stärken kann.
Die Wanderung war gut beschrieben und mit Hilfe des geladenen gpx-Tracks ohne Probleme nachzuwandern. Was wir allerdings nicht gefunden habe, war der mächtige Baum mit dem abgeknickten Ast - der ist mittlerweile vielleicht schon aus dem Weg geräumt :)

28. Juli 2014 20:49 Uhr, Buschenwanderer, Coburg

Das romantische Naturdenkmal Löwengrube, der mit Seerosen und Schilf geschmückte Ludwigskanal und dann noch das Goldkegeldenkmal - dazu eine Wanderung mit viel Natur auf Feld- und Waldpfaden. Was braucht's mehr?!
Etwas aufpassen sollte man beim Abzweig des Wanderweges Nr. 1. Er führt an der Kreuzung neben dem Baum mit der Wandertafel als schmaler Waldpfad nach links abwärts. Auf den ersten Metern ist keine Markierung zu sehen.

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