Sandspa­zier­gän­ge (3): Auf den Sandspuren im Nürn­berger Osten

Steckbrief

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Informationen zur Wanderung

Thema Wiesen und Wälder
Region Städteregion Nürnberg
Linien 5 8 30 31 65 S1
Länge ca. 10,8 km
Dauer ca. 3 Std.

Bewertungen

Ge­samteindruck
(10)
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Landschaft
(8)
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Gastronomie
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An­spruch / Kondition
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Weg­be­schrei­bung
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Höhenprofil

Höhe in Metern, Wegstrecke in km
Sandspa­zier­gän­ge (3): Auf den Sandspuren im Nürn­berger Osten

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Vorwort

Vorwort

Die Wan­de­rung vom Schmausenbuck nach Erlenstegen verfolgt die Zeitgeschichte des Nürn­berger Sandes. Wir beginnen die Zeitreise vor ca. 200 Mio. Jahren, als die hiesigen Sandsteine entstanden. Ihre be­son­ders harten Reste thronen noch als Berge hoch über der Ebene des Nürn­berger Beckens. Ein Beispiel ist der Schmausenbuck.

Wir erforschen dort uralte Sandsteinbrüche und lernen den Burgsandstein und seine große Bedeutung für die Noris kennen. Dem Weg des Regenwassers folgend, das die Steine in Jahrmil­li­onen zu Sandkörnern zermahlen und ins Tal gespült hat, stürzen wir ins Pegnitztal.

Alte Steinbrüche am Schmausenbuck (VGN © VGN GmbH)
Am Tiefgraben (VGN © VGN GmbH)

Dort erleben wir die Eiszeit. Wir buddeln in den mächtigen Sandterrassen, die die Pegnitz – einst ein großer Strom – beiderseits des Flusses aufgeschüttet hat. Nachdem wir nebenbei ein Dornröschenschloss in Oberbürg erobert und einen bunt blühenden Sandmagerrasen bewundert haben, folgen wir den eiszeit­lichen Windstürmen nach Erlenstegen. Aus den offenen Terrassenflächen haben  starke Winde feine Sandkörner ausgeblasen und bis zu mehrere Meter hohe Binnendünen aufgeweht.

Der Erlenstegener Forst ist voll davon. Am Ende einer Abenteuertour durch den Tiefgraben wartet ein Prachtexemplar einer Sanddüne auf uns. Auf der Wan­de­rung erleben wir Natur pur, lernen faszinierende Sandlebensräume kennen und er­fah­ren In­te­res­santes aus der Geschichte des Nürn­berger Ostens.

Karte

Karte

Wan­der­kar­te "Sandspa­zier­gän­ge (3): Auf den Sandspuren im Nürn­berger Osten" – Mögeldorf
Wan­der­kar­te "Sandspa­zier­gän­ge (3): Auf den Sandspuren im Nürn­berger Osten" – Erlenstegen
Wan­der­kar­te "Sandspa­zier­gän­ge (3): Auf den Sandspuren im Nürn­berger Osten" – Erlenstegen

Weg­be­schrei­bung

Weg­be­schrei­bung

Vom Sandstein am Schmausenbuck zur Sanddüne im Erlenstegener Forst

Die ins­ge­samt 10,8 km lange Wan­de­rung kann man am Stück als gemütliche Tagestour un­ter­neh­men oder in drei getrennten Teilabschnitten, etwa in Ver­bin­dung mit dem Besuch des Tiergartens oder Naturgartenbades, erwandern. Start- und Endpunkte der Teilstrecken liegen an Hal­te­stel­len.

Diese Wan­de­rung beginnt an der End­hal­te­stel­le der Stra­ßen­bahn­li­ni­e 5, Tiergarten.

Nürn­berg Tiergarten
Aus­gangs­punkt der Wan­de­rung

Teil 1: Vom Schmausenbuck nach Laufamholz (4,6 km)

Die erste Hälfte verläuft auf dem Anton-Leidinger-Weg Blaustrich, die zweite Hälfte folgt dem Hellblaupunkt. Am Haupteingang zum Tiergarten 1 gehen wir ca. 50 m nach links in Rich­tung Tiergartenhotel und biegen dann nach rechts auf den Anton-Leidinger-Weg Blaustrich ab.

Der Waldpfad schlängelt sich durch die Grubenlandschaft der uralten Steinbrüche, die mit mächtigen Buchen, Eichen und Föhren bewachsen sind. Während wir den Schmausenbuck 2 erklimmen, begleiten uns seltsam anmutende Tiergeräusche aus dem benachbarten Zoo. Ein kurzer Treppenanstieg, und wir stehen vor dem Aussichtsturm 3, der auf einem Felskopf mitten in einem riesigen Grubenkrater thront.

Hinweis: Die Turmsaison beginnt im Mai und dauert bis Sep­tem­ber. In diesen Monaten können Be­su­cher*innen den Turm jeweils an Sonn- und Fei­er­tagen von 13 bis 17 Uhr erklimmen. Während des Reichswaldfestes im Juli hat der Turm ausnahmsweise auch am Sams­tag geöffnet. Der Eintritt kostet 2,30 €, für Kinder bis 14 Jahre 1,50 €. (Stand 02.07.2018) Quelle: www.nuernberg.de/internet/liegenschaftsamt/schmausenbuckturm.html

Nach der Turmbesichtigung folgen wir dem Anton-Leidinger-Weg an seiner Rückseite. Wir durchqueren die geschichtsträchtigen Sandsteingruben.

Der aufmerksame Beobachter kann an den Felswänden uralte Abbauspuren sowie Zunftzeichen der Steinmetze entdecken. Bald darauf quert unser Weg die Schneise einer Stromleitung. Hier gedeiht eine märchenhafte Heidekraut-Heide 4 .

Wer Lust hat, kann einen kurzen Abstecher auf dem Sandweg nach rechts ent­lang der Schneise zum höchsten Punkt des Klingenberges machen. Auf einer sonnigen Bank kann  man von dort die Aussicht über den südlichen Reichswald mit der Langwasser-Skyline im Hintergrund genießen. Wir setzen unsere Wan­de­rung auf dem Anton-Leidinger-Weg fort. Er verläuft nun auf dem Plateau des Burgsandstein-Höhenzugs, der sich vom Schmausenbuck bis zum Moritzberg erstreckt.

Der Bergrücken ist von einem lichten Kiefernwald bedeckt, in dem nun junge Buchen und Eichen hochkommen. Die Kiefern sind Pioniere, die den harten steinigen Untergrund für an­spruchsvollere Baumarten, die Laubbäume, urbar machen.

Nach ca. 1 km ab der Schneise erreichen wir die Alten Steinbrüche 5. Unser Waldpfad mündet in einen geschotterten Forst­weg. Kurz darauf kommen wir an eine Kreu­zung, an der eine uralte Eiche steht. Hier ver­las­sen wir den Anton-Leidinger-Weg und folgen ab jetzt der Markierung Hellblaupunkt, die uns nach Laufamholz (1,5 km) und an­schlie­ßend bis Erlenstegen (4 km) führen wird. Wir steigen zunächst auf einem gewundenen Pfad die steile Burgsandstein-Höhenstufe ab und stoßen an­schlie­ßend an eine breite, geschotterte Forststraße.

Die Umgebung wird flach, im Unterwuchs des Misch­waldes stehen mannshohe Farne und Pfeifengrashorste, die  Bodennässe anzeigen. Wir befinden uns auf dem sog. Letten, einer Schicht aus Lehm und Ton, die den Sandsteinschichten zwischengelagert ist. Auf dem flach abfallenden Letten gehen wir bis zum Ortsrand von Laufamholz 6. Am Wald­rand beginnt die Sandterrasse der Pegnitz, auf der die ganze Ortschaft steht. Durch den Ort folgen wir weiter dem Hellblaupunkt, zuerst ent­lang der Straße In der Finstermail.

Wer hier die Wan­de­rung beenden möchte, biegt vor der Bahn­un­ter­füh­rung nach rechts in die Straße „Am Behlanger“ und erreicht nach ca. 300 m die S-Bahn-Hal­te­stel­le Laufamholz.

Wer die Wan­de­rung bis Erlenstegen fortsetzen möchte, folgt weiter der Markierung Hellblaupunkt. Ab der Brandstraße halten wir uns an die Beschreibung der Teilroute 2.

Teil 2: Pegnitztal von Laufamholz nach Erlenstegen (3,3 km)

Dieses Teil­stück beginnt an der S-Bahn-Hal­te­stel­le Laufamholz. Wir gehen zunächst die Happurger Straße Rich­tung Nürn­berg und biegen an der ersten Gabelung rechts in die Brandstraße ein. Ab hier führt uns die Markierung Blaupunkt bis Erlenstegen. Nach wenigen Schritten gelangen wir in die Moritzberg-Straße. Hier in der Orts­mit­te stehen noch einige Sandsteinhäuser. Ein besonderes Schmuckstück ist das mittelalterliche Anwesen in der Mortizberg-Straße 52, in dem der Forstbetrieb residiert. Vor dem gehöft wacht ein Brunnen aus Sandstein. Das Objekt liegt nur wenige Meter rechts der Ein­mün­dung der Brandstraße. Nach der Begutachtung des Gebäudes setzen wir unseren Blaupunkt-Weg fort. Von der Moritzberg-Straße biegen wir nach rechts in die Winner Zeile ein. An Ihrem Ende über­que­ren wir die Laufamholz-Straße und treten in das Land­schafts­schutz­ge­biet Pegnitztal Ost ein. Eine schattige  Allee aus uralten, knorrigen Linden führt uns direkt zur Schlossruine Oberbürg 7. Links der Allee schimmert ein ausgedehnter Sandmagerrasen 8 durch die Baumreihe hindurch. Das Rosameer aus Sandgrasnelken und Heidenelken lockt im Sommer nicht nur unsere Blicke, sondern auch zahl­reiche Insekten an. Nach der Erforschung des Dornröschenschlosses setzen wir unsere Wan­de­rung am Ende der Allee in Rich­tung Nürn­berg fort. Der Weg läuft zuerst auf einer leicht erhöhten Böschung oberhalb der Talaue. Es ist die eiszeit­liche Sandterrasse 9, die hier der Fluss vor Jahrtausenden aufgeschüttet hat. Kurz darauf steigen wir in die Talaue ab und folgen bis zum "Erlensteg" der Pegnitz 10.

Auf dem Weg durch das tal passieren wir das Schloss Unterbürg und weitere Se­hens­wür­dig­keiten, wie z. B. den Na­tur­er­leb­nispfad Pegnitztal Ost 11, die in der Wan­de­rung "Sandlebensräume" an der Pegnitz (s. Kapitel 2) beschrieben sind. Nach ca. 1 km Strecke am linken Flussufer ent­lang, quert unser Hellblaupunkt-Weg die Pegnitz und steigt die jenseitige Flussterrasse am Wasserwerk vorbei zur Erlenstegen-Straße (B14) hoch. Wir laufen ent­lang der ehemaligen Goldstraße nach Prag stadt­ein­wärts bis zur End­hal­te­stel­le der Stra­ßen­bahn­li­ni­e 8.

Auf dem Weg passieren wir linker Hand ein mittelalterliches Gebäudeensemble, das unsere Aufmerksamkeit verdient. Zu Zeiten Kaisers Karl IV. (1347-1378) lag hier die Grenze zu Böhmen 12. Eine Marter aus Sandstein und eine Steintafel, die sich an das erste Gebäude neben dem Tor schmiegen, erinnern an diesen Umstand.

Teil 3: Tiefgraben von Erlenstegen zum Nordostpark (2,9 km)

Wer diese Teilroute als eigenständige Wan­de­rung unternimmt, sollte vor Beginn einen kurzen Abstecher zur Gedenkstätte an die ehemalige Lan­des­gren­ze zu Böhmen 12 einlegen. Sie befindet sich ca. 200 m stadt­aus­wärts rechts der Erlenstegen-Straße (B14).

An der End­hal­te­stel­le der Stra­ßen­bahn­li­ni­e Nr. 8 über­que­ren wir die Hauptstraße, gehen wenige Schritte stadt­aus­wärts und biegen nach links in die Zapfengasse rotes Andreaskreuz Rotring ein. An der Güntersbühler Straße biegen wir nach links ab und passieren eine schmucke Sandsteinvilla, die uns daran erinnert, dass Erlenstegen 13 schon immer eine exklusive Wohnlage war. Dahinter erstreckt sich der Zaun des Naturgartenbades . Wir folgen dem Zaun und ver­las­sen alsbald  die Güntersbühler Straße auf einem Fußweg nach links.

Am Ende des Freibades be­tre­ten wir den Tiefgraben 15 – einen grünen Dom mit steilen Sandwänden und Dach aus Kronen von mächtigen Ahornen, Eichen und Erlen. Auf dem moorigen Talgrund gedeiht ein feuchter Auwald. Die Talhänge und Hochflächen dagegen be­ste­hen aus extrem trockenen Flugsanden, auf denen ein karger Kiefernwald stockt. Wir gehen stromaufwärts am Bach ent­lang, wobei es egal ist, ob wir den Weg links oder rechts des Baches nehmen.

Nach ca. 500 m vereinigen sich beide Wege, um in einer Bahn­un­ter­füh­rung aus Sandstein zu verschwinden.

Bevor wir durch den mächtigen Bahndamm der 1877 eröffneten Bahnlinie nach Bayreuth hindurchtauchen, empfiehlt sich ein kurzer Abstecher zu der oberhalb des Tiefgrabens gelegenen Sanddünenlandschaft. Wer auf eine kleine Wüstenexpedition Lust hat, folgt dem schmalen Fußpfad, der rechts der Un­ter­füh­rung auf den Bahndamm hochsteigt, biegt oben links ab, überquert den Tiefgraben und landet unvermittelt an einem Dünenaufschluss.

Nach der Un­ter­füh­rung folgen wir dem mit Blaustrich und Rotring markierten Waldweg am Tiefgraben ent­lang. Der Bach und das Tal verändern schlagartig ihr Gesicht. Das Bach­bett und die Talsohle werden wesentlich schmäler, der Bachlauf muss sich nun durch den harten Sandstein  hindurchwinden. Mächtige Föhren und Fichten stehen auf knorrigen Wurzeln fest im Sandstein verankert. Der Weg biegt nach rechts ab, wir bleiben am Tiefgraben und gelangen kurz darauf an eine Brücke. Bevor wir die Brücke ansteuern, können wir uns eine Rast im nahen Ausflugsrestaurant Schießhaus 16 mit einem gemütlichen Bier­gar­ten und Minigolfanlage gönnen. Ein kurzer Abstecher auf dem Blaustrich Rotring -Weg bringt uns dorthin.

Nach der Rast setzen wir unsere Wan­de­rung an der Brücke über den Tiefgraben fort. Jenseits des Grabens laufen wir noch ca. 100 m am Bach ent­lang. Der Weg verlässt den Bachlauf und folgt bis zur Querung der Stadenstraße dem Zaun vom Schießverein. Die flache Bodenwelle, die der Weg überquert, ist eine winzige Sanddüne. Wir über­que­ren die Stadenstraße und gehen den kleinen Pfad, der direkt links am Tor zum Vereinsgelände der Hundefreunde Nürn­berg-Fürth e. V. ins Dickicht führt. Am Zaunende gehen wir ca. 30 m nach rechts und biegen den nächsten Pfad nach links ab. Nach wenigen Schritten gelangen wir zu einer Lichtung, auf der eine riesige offene Sanddüne 17 thront. Wir über­que­ren die Sanddüne und laufen noch wenige Schritte durch den Kiefernwald an ihrer Nordseite bis zur breiten Forststraße, die bereits von der Scheitelhöhe der Düne gut sichtbar durch den lichten Wald schimmert.

Auf der geschotterten Forststraße laufen wir noch ca. 500 m nach links bis zur Thurn-und-Taxis-Straße. Dort gehen wir rechts und erreichen nach wenigen Schritten die Hal­te­stel­le der Bus­linien 30und 31 Nordostpark, die uns zur U-Bahn-Sta­ti­on Herrnhütte bringt.

Nürn­berg Nordostpark
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