Steckbrief

Steckbrief

Informationen zur Wanderung

Thema Felsen und Höhlen, Aussichtspunkte
Region Haßberge
Linien R26
Länge ca. 17 km
Dauer ca. 4,5 Std.

Bewertungen

Ge­samteindruck
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Landschaft
(9)
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Gastronomie
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An­spruch / Kondition
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Weg­be­schrei­bung
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Höhenprofil

Höhe in Metern, Wegstrecke in km
Der Veitenstein

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Vorwort

Vorwort

Nach den ersten Eindrücken von der Alt­stadt Baunachs kann man auf dieser von Schatten spendenden Waldpassagen ge­prägten Tour die Ruhe und Besinnlichkeit sowie die Sanftheit dieses Mittelgebirges auf sich wirken lassen, seinen Gedanken „nachhängen“ und Kraft tanken. Die Weitblicke auf dem Veitenstein mit Rastplatz und Felsenhöhle sorgen für Abwechslung – genauso wie der Judenfriedhof und die Einkehr in Reckendorf bei einer der Pri­vat­brau­e­reien! Die ge­samte Strecke wurde vom Naturpark Haßberge e. V. ab Baunach durchgängig mit dem We­ge­zei­chen Roter Turm  roter Turm  ge­kenn­zeich­net.

Ausblick vom Veitenstein (01.08.2011, VGN © VGN GmbH)
Höhenzüge nach Baunach (01.08.2011, VGN © VGN GmbH)

Die breiten und gut befestigten Forststraßen, ohne allzu große Anstiege, eignen sich durchaus auch zum Radwandern oder Mountainbiken!

Karte

Karte

Wan­der­kar­te "Der Veitenstein – im Süden des Naturparks Haßberge" – Baunach – Dorgendorf – Veitenstein – Reckendorf (02.10.2009)

Weg­be­schrei­bung

Weg­be­schrei­bung

Nach Ver­las­sen des Bahn­hofes gelangen wir zwischen den Hallen der Fa. „Schöner Wohnen“ – Markierung: zunächst das blaugelbe Symbol des Jakobusweges – nach Über­que­ren des Hochwasserdammes zum Mühlensteg. Vorher rechts in der Talaue der Baunach: der Fischpass sowie eine Sonnenuhr und ver­schie­dene Werke eines deutschen Steinmetz-Treffens. Am ge­gen­über­lie­genden Westufer des Flusses nach links.

Baunach Bahn­hof
Aus­gangs­punkt der Wan­de­rung

Vorbei an der 1706 errichteten Schrepfersmühle geht es über eine Treppenanlage zum Ostchor der Kirche St. Oswald, mit einem Relief aus dem 13. Jahrhundert, rechts das Beinhaus (1543). Weiter auf dem Jakobusweg gelangen wir zum Markt­platz (Stadt- und Marktrecht seit 1328, erste urkundliche Erwähnung im Jahre 802) mit seinen einladenden Gasthäusern. Inmitten des Brunnens ein Standbild des gottseligen Überkum, eines Jakobspilgers im frühen Mittelalter. Ab hier wandern wir dem roter Turm folgend – er begleitet uns wie erwähnt durchgängig bis Reckendorf – in der Überkumstraße vorbei am, heute Seniorenzentrum.

Ehem. Schloss Baunach (02.10.2009, VGN © VGN GmbH)

Gegenüber das städtische Bürgerhaus, auf gleicher Höhe das Baunacher Schloss. Nach weiteren 100 m links die „Hölzernen Männer“ (Tor zum Kastenhof aus 1710), folgen wir nun der B 279 in Rich­tung Norden in der Haßbergstraße, die wir nach ca. 100 m im Bereich der Straßenbiegung über­que­ren. Auf dem Fuß- und Radweg dann aus der Stadt hinaus und auf eine Baumgruppe mit der Kapelle „Maria Kulm“ zu.

Dort weisen uns der roter Turm und zu­sätz­lich die Markierungen blaues M linker Hand geradewegs den Weg hinaus aufs freie Feld (Rundwan­der­weg Stiefenberg – nicht dem Radweg folgen). Bei der folgenden Kreu­zung rechts, bald links ab, wandern wir auf dem gepflasterten Weg weiter nach oben. Drehen Sie sich ruhig mal um und genießen die Blicke zurück über die Hügelketten östlich von Bam­berg, nach der Kuppe dann hinein in die Haßberge. Es geht abwärts und bald auf geschottertem Untergrund – den We­ge­zei­chen nach – am Sperrschild für Auto und Motorrad in den Wald hinein. Bei der nächsten nach links führenden Abzweigung (Rastbank) halten wir uns ge­ra­de­aus. Zu­sätz­lich ergänzt durch die nun neu hinzukommenden schwarzen Tafeln des Nordic-Walking-Kurses (P3). Dann im Links­bo­gen stets auf dem Hauptweg bis zur nächsten Kreu­zung im Waldgebiet Erlwiese unterhalb des 394 m hohen Stiefenberges (km 3,7).

Blick auf Dorgendorf (VGN © VGN GmbH)

Bei der Waldabteilung „Seewiese“ gibt der Holzweg­wei­ser rechter Hand mit dem roter Turm und dem Hinweis Dorgendorf (1 km) die Rich­tung vor. Auf dem Weg rechts nach unten haben wir schon die ersten Häuser von Dorgendorf, einem Stadtteil von Baunach im Land­kreis Bam­berg, im Blick. Am Ende des Waldes rechter Hand eine Ruhebank, der nach weiteren 100 m eine noch besser positionierte folgt, was der freie Ausblick über das idyl­lisch gelegene Dorf bis hin zu den Haßbergen auch be­stä­tigt. Weiter nach unten stoßen wir auf die Dorfstraße (Kirchweg) und schwenken vor dem Haus Nr. 9 nach links. Im an­schlie­ßenden Rechtsbogen steht linker Hand die Herz-Jesu-Kirche, die sich harmonisch in das Ge­samtbild des schmucken Ortes einfügt.

Nach dem Gasthof Stiefenburg – geöffnet: Sonn­tag ab 11 Uhr, ansonsten nach telefonischer Ver­ein­ba­rung unter Tel. 0171 6486979 – können wir uns hier an der Wan­der­ta­fel neu „einnorden“. Hinter dem kleinen Brunnen folgen wir wie gehabt dem roter Turm nun in der Talstraße über eine Brücke nach rechts, dann nach ca. 200 m nach links in die Sommerleite (Zone 30). Vorbei an etlichen Erdkellern treffen wir auf eine Gabelung: Die Sommerleite verlässt uns nach rechts – wir bleiben weiter im großen Links­bo­gen und folgen der Georg-Görtler-Straße nach oben. Dann ge­ra­de­aus auf dem mittlerweile gepflasterten Fahr­weg. Rechts des Weges ein frei stehender Strommast – unser roter Turm be­stä­tigt den richtigen Weg.

Altes Bauernhaus in Dorgendorf (01.08.2011, VGN © VGN GmbH)

Genießen Sie den herrlichen Ausblick in Rich­tung Südosten, der bei guter Sicht bis hin zur Giechburg bei Scheßlitz reicht. Der jetzt geschotterte Weg bringt uns bis zum Wald­rand – hier auf den Querweg dann links abbiegen. Gleich danach durch eine Schranke in den Wald hinein bis zu einer größeren Kreu­zung – eine große Eiche direkt in der Mitte. Hier nun nicht auf dem Burgenweg grüner Turm nach rechts, sondern zuversichtlich dem roter Turm ge­ra­de­aus in dem breiten, jetzt schwarz geschotterten Hauptweg folgen.

Der Weg windet sich in kurz aufeinanderfolgenden Bögen, mal flach, mal leicht ansteigend, bis zur nächsten Gabelung. Hier ist nur ergänzend der Holzweg­wei­ser „Veitenstein: 3 km“ zu beachten. Der Rich­tungspfeil ist al­ler­dings etwas ungenau angebracht, da etwas zu schräg versetzt. Alle abzweigenden Markierungen ignorieren wir. Der nahezu ge­ra­de­aus führende Hauptweg, nicht der grasige Weg schräg nach oben, bleibt unterhalb des waldigen Bergrückens am Lußberg unser Weg. Im Waldgebiet „Hofsee“ (km 7,5) verlässt uns bald der schwarz ausgeschilderte Nordic-Walking-Kurs nach links abwärts.

Wir bleiben permanent auf dem Hauptweg, auf dem uns der zielsicher zunächst durch das Waldgebiet „Tonlöcher“ und gut markiert weiter über alle Kreu­zungen führt. Letztendlich verläuft der dann schwarz geschotterte Weg zunächst ge­ra­de­aus, dann in einem steiler werdenden Rechtsbogen nun end­gül­tig hinauf zum Aussichtsplateau – mit schönem Rastplatz und Hütte (Unterstellmöglichkeit) des 461 m hohen Veitensteins. Eine herrliche Aussicht (Panoramatafel) lädt zum Ver­wei­len ein.

Zurück zum Hauptweg treffen wir zu­sätz­lich auf das We­ge­zei­chen Hufeisen, das uns zusammen mit dem roter Turm nur bis zur nächsten größeren Kreu­zung bei einer Blockhütte, mit dem Gedenkstein des Forstmeisters Giglberger, begleitet, uns dort aber nach links verlässt.

Der Veitenstein (mundartlich gesprochen: „Feid’nstaa“)

Am westlichen Rand des Lußberges ragt der große, verwitterte Sandsteinfelsen heraus, dessen Kante ca. 15 m abfällt und dem Wanderer eine herrliche Aussicht weit hinein in die Haßberge bietet. Eine Panoramatafel erläutert die Fernsicht. Die Be­son­der­heit ist seine Felsenhöhle und das Querkelesloch (ein Kluftwasserstollen) mit seinen Inschriften, Zeichen und Hufspuren, das zwischen 1973–76 durch die drei Brüder Kröder aus Scheinfurt sowie die freiwilligen Helfer Leo Hofmann, Gottfried und Roland Wolf freigelegt wurde.

Von der frühen Besiedelung rund um den Veitenstein zeugen etliche Steinfragmente und hochin­te­res­sante Funde auch aus der Lußberger Töpferei, allen voran ein Schachbrett, einer der wahrscheinlich ältesten Funde dieser Art in Mitteleuropa (Original befindet sich in der Prähis­to­rischen Staatssamm­lung in München).

Die verschlossene, nur über Steigleitern begehbare Naturhöhle kann nur nach Voran­mel­dung beim Haßbergeverein Veitenstein-Breitbrunn besichtigt werden. Eine Infotafel gibt Auskunft rund um den Veitenstein.

Besichtigung nur vom 20.4.–20.10.
Kon­takt und Voran­mel­dungen:

Haßbergeverein Veitenstein-Breitbrunn, Wolfgang Wolf Tel. 09536 1342 u. 0151 19311446 oder 09536 1012 oder 253
Internet: www.hassbergverein-veitenstein.de.tl
An­sprech­part­ner: Herr Hofmann
An­mel­dung bitte eine Woche vorher!

Wir vertrauen nach wie vor dem roter Turm, laufen ge­ra­de­aus weiter und passieren nach weiteren ca. 1,8 km vor einer Kreu­zung links eine Schutzhütte. Wir folgen weiter dem roter Turm (auch Beschilderung Reitweg) und erreichen nach weiteren 300 m eine Wege-Gabelung mit dem „Eugen-Hahn-Gedenkstein“. Der hier stehende Weg­wei­ser zeigt auch die Rich­tungen nach Dorgendorf und Priegendorf an. Wir folgen talwärts in Rich­tung Reckendorf (auch Wildschweinweg) und erreichen nach 1,0 km den rechts am Waldsaum liegenden Judenfriedhof – Eingang in der Talsenke.

Judenfriedhof (15.10.2002, VGN © VGN GmbH)
Judenfriedhof

In Reckendorf hat sich nach dem Dreißigjährigen Krieg die jüdische Bevölkerung derartig vergrößert, dass ihr Anteil zeitweise 40% der Ortseinwohner betrug. Bezogen auf ganz Oberfranken war sie in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Bayreuth die zahlenmäßig größte Kultusge­mein­de.

So kam es, dass man schon im 18. Jahrhundert den Antrag stellte, seine Toten nicht mehr im ca. 12 km entlegenen Friedhof von Ebern bestatten zu müssen, sondern einen Begräbnisplatz in Ortsnähe errichten wollte. Im Jahr 1798 durfte dieser schließ­lich südwestlich des Dorfes auf einem öden Grundstück am Wald­rand angelegt werden. Die letzte Bestattung fand im Jahr 1930 statt.

Aufgrund der topografischen Gegebenheiten wurden die Grabsteine nicht wie üblicherweise nach Osten, gen Jerusalem, sondern westlich ausgerichtet. Unter diesen mehr als 400 Epitaphien treten zwei ehemals im weißen Marmor gehauene Steine in Form einer Schriftrolle be­son­ders hervor. Sie wurden von den Nachfahren der Familie Walter und Hellmann in Auftrag gegeben, die in Amerika mittlerweile zu Vermögen gekommen waren. Die anderen Steine stellen u. a. ein ergreifendes Beispiel jüdischer Symbolik und handwerklicher Bildhauerkunst dar.

Der Schlüssel für den Judenfriedhof ist bei der Ge­mein­de Reckendorf.

Ge­mein­de Reckendorf

Bahn­hof­stra­ße 20
Reckendorf
Tel: 09544 20307

An der nächsten Kreu­zung halten wir uns rechts und erreichen nach ca. 300 m am Wald­rand eine Asphalt-Straße. Vor uns liegt nun im Osten unterhalb der bewaldeten Hügelkette des Grehberges (nördlicher Teil) der Weiler Zeitzenhof und an­schlie­ßend der Kraiberg (südlicher Teil), davor die Siedlungen von Reckendorf östlich der Bahnlinie. Nach weiteren 200 m bietet die beschilderte „Schöne Aussicht“ auf einer Anhöhe rechts des Weges einen lohnenden Fernblick bis zu den Windkraftanlagen von Hemmendorf östlich von Ebern und in das Baunach und Maintal in Rich­tung Bam­berg.

Weiter talwärts führt uns der Weg (im Volksmund „Kühtrieb“) vorbei an Brennholzlagerungen links des Weges, nach ca. 700 m an die B 279, im Ein­mün­dungs­be­reich die Lourdeskapelle (Öffn­ungs­zeiten nach Ver­ein­ba­rung – Kon­takt wie oben). Hier nach links der Hauptstraße bis zum Dorfplatz folgen. Nun trennen uns nur noch 500 m vom Bahn­hof Reckendorf, der roter Turm begleitet uns auf dem letzten Teil­stück unserer Wan­de­rung.

Der Weg zum Bahn­hof führt rechts durch die Bahn­hof­stra­ße  zum Hal­te­punkt der Re­gi­o­nal­bahn R26. Achten Sie hier trotz des Stun­den­taktes auf die nur alle zwei Stunden günstigen Ab­fahrts­zeiten in den Bal­lungs­raum!

Reckendorf Bahn­hof
Ihre Rück­fahr­mög­lich­keit
Reckendorf

Zur Ver­wal­tungs­ge­mein­schaft Baunach ge­hö­rend, hat Reckendorf seit seiner ersten Erwähnung im Jahr 855 in der Geschichte nur wenige Spuren hinterlassen. So weisen z. B. eine Synagoge und ein versteckter Friedhof darauf hin, dass in früherer Zeit bis zu einem Drittel der Einwohner Juden waren.

Früher befand sich in der Orts­mit­te ein Schloss, das al­ler­dings im Bauernkrieg zerstört wurde. In dem einst dazuge­hö­renden Gesindehaus ist heute die Schlosswirtschaft untergebracht. Einen Besuch durchaus lohnenswert ist die romanisch-frühgotische Pfarrkirche St. Nikolaus mit einem Renaissance-Epitaph (Grab). ´

Mehr zu Reckendorf unter www.vg-baunach.de

Einkehren

Einkehren

Bitte informieren Sie sich in Ihrem eigenen Interesse vorab über die aktuellen Öffn­ungs­zeiten und Ruhe­tage. Korrekturen können an frei­zeit@vgn.de gemailt werden.

Dorgendorf

Gasthof Stufenburg

Dorgendorf
Tel: 0171 6486979
Sonn­tag ab 11 Uhr, ansonsten nach telefonischer Ver­ein­ba­rung.

Reckendorf

Brauerei Gaststätte Schroll

Hauptstraße 38
Reckendorf
Tel: 09544 20338
Geöffnet: täglich ab 9 Uhr; Ruhetag: Don­ners­tag

Gasthof und Schlossbrauerei

Mühlweg 8
Reckendorf
Tel: 09544 94950
Mo., Do.–Sa. von 10–13.30 Uhr und ab 16 Uhr; Mi. ab 16 Uhr; Ruhetag: Di., So. und Fei­er­tage: ab 9.30 Uhr, Mai–Ende Au­gust: Schlossgarten geöffnet, tgl. ab 16 Uhr, So./Fei­er­tage ab 14.30 Uhr

Impressionen

Der Freizeittipp in Bildern

Kommentare

Kommentare

2. Februar 2014 16:16 Uhr, Frank Gieseler, Erlangen

Ideale Winterwanderung. Man sollte jedoch beachten, dass die Einkehr sehr problematisch ist aufgrund der Öffnungszeiten der Gasthäuser. Rucksackverpflegung ideal und dann die Runde bis Baunach zurück und Schlusseinkehr in Bamberg beim Umsteigen.
Die XXL_Tour unter:
http://www.gps-tour.info/de/touren/detail.127378.html
einsehbar.

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