Sandspa­zier­gän­ge (5): Über den Hainberg in den Rednitzgrund

Steckbrief

Steckbrief

Informationen zur Wanderung

Thema Touren am Wasser
Region Städteregion Nürnberg
Linien 61 62 67 70 71 72 113 S2
Länge ca. 11 km
Dauer ca. 3 Std.

Bewertungen

Ge­samteindruck
(6)
(6)
Landschaft
(5)
(5)
Gastronomie
(6)
(6)
An­spruch / Kondition
(6)
(6)
Weg­be­schrei­bung
(7)
(7)

Höhenprofil

Höhe in Metern, Wegstrecke in km
Sandspa­zier­gän­ge (5): Über den Hainberg in den Rednitzgrund

Prospekt-Download

GPS
Informationen zur Wanderung

GPS-Track Download

GPX / Garmin Tourdaten.gpx
Google Earth Tourdaten.kml

Vorwort

Vorwort

Der ehemalige Stand­ortübungsplatz Hainberg wurde 1995 als Na­tur­schutz­ge­biet ausgewiesen. Auf den 213 ha werden bayernweit bedeutsame Sandmagerrasen, Waldgesellschaften und Einzelbäume au  sandigen Böden geschützt. Sie konnten sich auf den mächtigen Sandterrassen ent­wi­ckeln, die während und nach der letzten Eiszeit vor über 10 000 Jahren durch die Rednitz angeschwemmt und durch starke Winde  angeweht wurden. Seine größte Bedeutung hat er als Rückzugsgebiet für seltene Tier- und Pflanzenarten nahe dem dicht besiedelten Bal­lungs­raum.

Auf den offenen Sanden gedeihen hier das rare Silbergras oder das Bergsandglöckchen. In den geschlossenen steppenartigen Rasenflächen blühen Sandgrasnelken, Heidenelken oder der Blaue Natternkopf.

Mannshohe, leuchtend gelb blühende Königskerzen bewachen die Szenerie. Im Sommer bevölkern zahl­reiche Insekten die Sandbiotope. So können Sie auf dem Hainberg z. B. die seltene Blauflügelige Ödlandschrecke, die  Kreiselwespe oder die Heidelerche beobachten.

Geschichtliches

Die bedeutungsvollste Erwähnung in der Geschichte hatte der Hainberg im Sommer 1632, als im 30-jährigen Krieg Wallenstein, der Heerführer der  Katholischen Liga, den Schwedenkönig Gustav Adolf in Nürn­berg belagern wollte.

Wallenstein hatte im Juli 1632 zwischen Stein, Zirndorf, Oberasbach und der Rednitz, im heutigen Na­tur­schutz­ge­biet, ein befestigtes Lager für ca. 80 000 Menschen und rund 15 000 Pferde errichten lassen! Nach dem Abbruch des Lagers war auf dem Hainberg nur noch „nackter Sand“ und es dauerte viele Jahr­zehnte, bis diese Schäden an der Landschaft überwunden waren. Neben Ackerbau ist der Hainberg dann bis zum Jahr 1898 überwiegend als Weidefläche genutzt worden.

Als dann königlich bay­e­rische Soldaten das mit Bedacht gewählte Areal militärisch nutzten, war der Hainberg erneut seiner „grünen Haut“ beraubt. Im Ersten Weltkrieg war auf dem oberen Geländeteil sogar ein Flug­ha­fen.

In der Weimarer Republik nahmen die Truppen der Reichswehr ihre Übungen auf. Zunächst Pferdehufe deren bespannter Artillerie, dann die Panzer der Wehrmacht veränderten das Landschaftsbild weiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg war zunächst die US-Armee auf dem Platz, 1959 dann auch Soldaten der Bundeswehr.

Für die Bauindustrie wurde bis 1992 zu­sätz­lich der begehrte Dünensand abgebaut – bis im Jahre 1994, nach dem Ende des „Kalten Krieges“ und der Wiedervereinigung Deutschlands, der Stand­ortübungsplatz Hainberg entbehrlich geworden war.

Seit dem März 1995 ist der Hainberg nun Na­tur­schutz­ge­biet! Mehr In­for­ma­ti­onen unter:

Karte

Karte

Wan­der­kar­te "Sandspa­zier­gän­ge (5): Über den Hainberg in den Rednitzgrund" – Hainberg - Rednitzgrund

Weg­be­schrei­bung

Weg­be­schrei­bung

Von der Hal­te­stel­le Fürth Süd (Bus­linien 67, 70, 71, 72, 113) aus beginnen wir unsere Tour.

Fürth, Fürth Süd
Aus­gangs­punkt der Wan­de­rung

Ent­lang der Rothen­burger Straße auf der linken Gehsteigseite abwärts in Rich­tung  Oberasbach/Zirndorf. Nach der Bahn­un­ter­füh­rung und der Brücke über die Rednitz, die bei Georgensgmünd durch den Zusammenfluss von Frän­kischer und Schwäbischer Rezart  entsteht, führt unser Weg nach links ins Na­tur­schutz­ge­biet Hainberg.

Wir be­tre­ten ein wichtiges Kern­ge­biet der SandAchse Franken, über das eine Infotafel am We­ges­rand erste Auskünfte gibt.

Wir folgen dem zunächst asphaltierten Weg und halten uns an der ersten Kreu­zung links. Eine kleine Brücke führt über den Asbach, unmittelbar dahinter biegen wir in den Feldweg rechter Hand ein. Im Rechtsbogen führt der Hauptweg am Wald ent­lang. Der Weg steigt zwischen den Kernzo­nen des Na­tur­schutz­ge­bietes leicht an, erklimmt die Steilkante der mächtigen, eiszeit­lichen Sandterrasse und setzt sich auf ihrer weiten freien Hochfläche fort. Weiter auf dem rechten Weg geradewegs zwischen einer Baumreihe auf der rechten und einigen Birkenbäumen auf der linken Seite kommen wir wieder auf eine Kreu­zung, die mit Pflanztrögen aus Betonrohrteilen eingerahmt ist. Einen markanten, alten Baumstamm erkennen wir linker Hand.

Geradewegs weiter wird der Weg schmäler, dann „zweispurig“. Am Horizont tauchen erste Häuser von Unterasbach und eine hohe Einzäunung auf. Noch weit davor, bei der folgenden Gabelung, die wieder mit Betonteilen und Pflanztrögen umgeben ist, halten wir uns links..

Der Fernmeldeturm und das Großkraftwerk Franken (bereits 1911 als Kohle-, dann als Schweröl- und jetzt Gaskraftwerk in Betrieb) fallen ins Blickfeld. Weiter über eine freie Fläche halten wir uns bei der nächsten Kreu­zung ge­ra­de­aus, rechter Hand mehrere Lärchenbäume als Orientierungshilfe. Wieder geht es bei der an­schlie­ßenden Wegeteilung „der Nase nach“ in den Wald hinein.

Nach kurzer Zeit erreichen wir die Straße Stein – Unterasbach, der wir kurz nach links und dann durch die Bahn­un­ter­füh­rung folgen. Ein Fuß-/Radweg nimmt uns in der Mühlstraße, vorbei am Übungsplatz des Vereins Deutscher Schäferhunde und dem Waldsportpark der Stadt Stein, auf. Auch bis und nach dem Talgrund bleiben wir weiter ge­ra­de­aus in der Mühlstraße, ent­lang der Einkaufsmärkte und der Grundschule. Weiter durch die Einbahnstraße kommen wir zur Steiner Hauptstraße, die Stadt­bü­che­rei (erbaut 1520) und  das Werksgebäude der Fa. Faber Castell am Ende der Mühlstraße. Stein, 1296 erstmals als „Steinbrücke“ über die Rednitz belegt, war früher eine der vier Dingstätten des Kaiserlichen Landgerichts Nürn­berg, seit 1385 ist eine Mahlmühle und ab 1458 ein Hammerwerk nach­weisbar.

Mehr In­for­ma­ti­onen zur Stadt Stein unter: www.stadtstein.de

Bus­ver­bin­dungen ab Stein: Zur Hal­te­stel­le Stein Kirche (Busse 63/64zur U2 nach Röthenbach) gehen Sie die Hauptstraße nach rechts bis zur Kirche.

Vorsichtig und geduldig über­que­ren wir die stark befahrene Straße und halten uns nur kurz links. Noch vor der Rednitzbrücke zweigen wir rechts in die Untere Wassergasse ab (Fotomotiv von der Brücke aus!). In reizvoller Lage, direkt am Flussufer, erwartet uns ein idyl­lisches Häuserensemble aus dem 18./19. Jahrhundert. Ein Holzsteg bringt uns am Ufer und dem Alten Spital ent­lang zu einem asphaltierten Querweg. Hier nach links (Rich­tung Freiland-Aquarium), nach einem Holzzaun dann wieder links in den Wie­sen­weg einbiegen.

Am Steiner „Spielplatz an der Krümma“ vorüber, bleiben wir, zahl­reichen Windungen folgend, stetig am ab­wechs­lungs­reichen Rednitzufer. Gegenüber dem Spielplatz befindet sich ein ein­ma­liges Feuchtbiotop.

Bei den folgenden Brücken nach rechts, über das Gehöft Neuwerk weiter bis zum Wald­rand kommt man zu der in Deutschland einzigartigen Anlage der Naturhis­to­rischen Gesellschaft. Folgen Sie den Weg­wei­sern zum Freiland-Aquarium.

Freiland-Aquarium & -Terrarium Stein

Stein
Tel: 0911 227970
1. Mai bis 30. Sept. an Wo­chen­en­den und Fei­er­tagen, von 9 – 18 Uhr

Nach einem Besuch folgen Sie direkt dem Radweg Rich­tung Gerasmühle oder gehen auf gleichem Weg zur Rednitz zurück, dann weiter rechts am Ufer ent­lang!

Nach der ersten Holzbrücke wandern wir weiter auf der gleichen Uferseite, un­ter­schied­lichste Häuser und Villen auf der ge­gen­über­lie­genden Seite im Blickfeld. Nach dem Sportgelände des TV Eibach ver­las­sen wir bei der nächsten Eisenbrücke das Flussufer und steuern rechter Hand auf den Wald­rand zu. Ein breiter, asphaltierter Weg bringt uns linker Hand zum Steiner Ortsteil Gerasmühle. Ca. einen halben Kilometer vor der Gerasmühle, dort wo der Weg eine Stromleitungstrasse quert, stehen rechter Hand einige alte exotische Bäume. Im Ort angekommen, halten wir uns links abwärts (Jagdweg) und folgen an den alten Sandsteinhäusern ent­lang an­schlie­ßend nach rechts der Lohhofer Straße. Die Markierungen blauer Ring und Ja­kobs­weg (weiße Muschel auf blauem Grund) Pilgermuschel auf blau sind ab sofort unsere We­ge­zei­chen.

Ca. 50 m nach dem Winzerhof, um 1880 entstanden, heißt es links einschwenken. Wieder führt der Waldweg zwischen alten Bäumen an der Rednitz ent­lang, gegenüber die Hochhäuser von Eibach, davor in der Aue der uralte Weiler Koppenhof, der in den Analen zusammen mit Gerasmühle und Lohhof als Gentnersdorf geführt wird. Über die Steinbrücke nach links biegen wir ca. 100 m danach – den beiden Markierungen folgend – nach rechts in den Wiesengrund ein und bleiben immer am Hauptweg. Im Links­bo­gen dann über einen Graben bis zu den ersten Häusern „Im Unteren Grund“. Ab hier folgen wir bis zum Bahn­hof Rei­chels­dorf nur noch geradewegs durch die Häuserreihen dem Ja­kobs­weg, der blauer Ring zweigt rechts ab. Über die Fußgängerampel der Rei­chels­dorfer Hauptstraße und nun links schräg hoch,  steuern wir auf den Kirchturm zu.

Dort rechts vorbei (Im Steinlach) und in einer Spielstraße weiter bis zum Rei­chels­dorfer Bahn­hof, dem Endpunkt unserer Wan­de­rung (Rück­fahrt­mög­lich­keiten: S2 oder Bus­linie 62).

Rei­chels­dorf Bahn­hof
Ihre Rück­fahr­mög­lich­keit

Einkehren

Einkehren

Nürn­berg

EPIDAVROS - Griechische Taverne mit Bier­gar­ten

Waldstromerstraße 66
90453 Nürn­berg
Tel: 0911 6383093
Öffn­ungs­zeiten: Mo.–Do. von 17–24 Uhr; Fr., Sa., So. von 11.30–14.30 und 17–24 Uhr

Impressionen

Der Freizeittipp in Bildern

Kommentare

Kommentare

13. Mai 2018 16:54 Uhr, Buschenwanderer, Coburg

Tolle Tour. Durch das wunderschöne NSG Hainberg sind wir ja schon mit der VGN Wanderung "Auf Wallensteins Spuren" gewandert. Und das schöne Häuserensemple in Stein mit dem anschließenden Weg an der Rednitz entlang rundet diese Wanderung gut ab.

30. März 2018 21:43 Uhr, Nick, Nürnberg

Noch eine Anmerkung während der Brutzeit:

Etwa bei Punkt 49.424698, 10.990486, nach 1,76 km läuft der gpx-Track durch die Kernzone, deren Betreten zur Brutzeit verboten ist. Ein Weg führt aber - in scharfem Haken - außen herum. Diesen Weg sollte man nehmen (Bei Übertrag des gpx-Tracks auf komoot geschieht das automatisch - im Original nicht)

30. März 2018 21:07 Uhr, Nick, Nürnberg

Wunderschöner Weg, gerade jetzt im Vorfrühling! Wir haben eine kleine Variante eingefügt: Statt durch Stein zu laufen sind wir an der Unterführung links gegangen, zum Fluss, und dann den Fluss entlang (eindrucksvolle Aussicht nach Gebersdorf). Schließlich sind wir in Stein wieder auf den Hauptweg zurückgekommen usw. Diese Variante ist aber nicht kinderwagen-geeignet.

Kommentar verfassen

freiwillige Angaben

(wird nicht veröffentlicht)