Durch 3 Land­kreise - Vom Obermain-Jura in die Frän­kische Schweiz

Steckbrief

Steckbrief

Informationen zur Radtour

Region Bayerischer Jura (Oberpfalz), Fränkische Schweiz, Oberes Maintal (Lichtenfels)
Linien 265 1230 R2/S1 R22 R24
Länge ca. 75 km
Dauer ca. 1 Tag

Bewertungen

Ge­samteindruck
Landschaft
Gastronomie
An­spruch / Kondition
Weg­be­schrei­bung
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Höhenprofil

Höhe in Metern, Wegstrecke in km
Durch 3 Land­kreise - Vom Obermain-Jura in die Frän­kische Schweiz

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Vorwort

Vorwort

45–75 km Radvergnügen: Bizarre Felsentäler, luftige Höhen, sprudelnde Quellen, urfrän­kische Dörfer, weite Flussauen – und natürlich mit besten Brauereien am Weg. Auch für E-Bikes ge­eig­net!

Von Nord nach Süd, vom Obermaintal über die Weismainalb in die Frän­kische Schweiz, sozusagen der Länge nach durch die drei Land­kreise Lichten­fels, Bam­berg und Forch­heim! Eine facettenreiche Tour, an drei Quellen vorbei und zum Ursprung des großen und des kleinen Tummlers nahe der Heroldsmühle. Zahl­reiche weitere Mühlen liegen am Weg und so manches Wasserrad dreht sich noch. Von Burgkunstadt ins reizvolle Kleinziegenfelder Tal, dann über die Höhen der nördlichen Frankenalb ins Wiesent-, ins Aufseß-, ins Leinleiter- und wieder ins Wiesenttal! Wir fahren in der ersten Streckenhälfte durch tief eingeschnittene Felstäler – wildromantisch und bizarr mit kleinen Dörfchen und Mühlen, danach geht’s auf und ab – schließ­lich die karge Albhochebene hinauf. Hinter Laibarös erreichen wir mit 507 m ü. NN den höchsten Punkt und kilometermäßig ungefähr die Hälfte der Tour. Nun geht’s im Prinzip fast nur noch bergab, wenn auch immer wieder mal mit kleineren Zacken als Gegenanstieg. Im Leinleitertal, an Heiligenstadt und Veilbronn vorbei, rollen wir recht gemütlich dahin und ab Ebermannstadt nahezu eben durch das nun breit gewordene Wiesenttal. Ent­lang der idyl­lischen Bahnstrecke der Wiesenttalbahn geht’s am Walberla vorbei zu unserem Ziel­ort Forch­heim.

Die ge­samte Strecke ist gut 75 km lang, kann aber bestens abgekürzt werden: Mit dem Gottesgarten-Express können Sie die Tour bei­spiels­wei­se auch erst ab Weismain (67,5 km) oder im felsendurchsetzten Kleinziegenfelder Tal ab der Weihersmühle (61 km) starten. Spätestens hier empfehlen wir den Einstieg in unsere Tour durch 3 Land­kreise, der Bus fährt aber noch weiter und hält auch in Kleinziegenfeld Grund (58,5 km), einen halben Kilometer vor der Weismainquelle.

Ab Ebermannstadt könnten Sie dann eventuell noch die letzten 13,5 km mit dem Zug durchs Wiesenttal bummeln, so dass Sie mit minimal 45 km ab Kleinziegenfeld Grund auch eine schöne erlebnisreiche Tour haben, die an den meisten High­lights vorbeiführt. Am Endbahn­hof Forch­heim bringen Sie schnelle und häufige Ver­bin­dungen in den Groß­raum Nürn­berg. Unser Start­bahn­hof Burgkunstadt ist über Lichten­fels mit der R24 sehr gut zu erreichen. Die Tour kann gleich zu Beginn etwas abkürzt und gleich im felsdurchsetzten Kleinziegenfelder Tal gestartet werden. Hier sei vom 1. Mai bis 1. No­vem­ber an Sonn- und Fei­er­tagen die Frei­zeit­li­ni­e 1230 des VGN, der Gottesgarten-Express, empfohlen.

Steigen Sie ein, lassen Sie sich inspirieren und mit dem VGN ins Obermaintal bringen! Das TagesTicket Plus zum Genuss im ganzen VGN-Gebiet gilt für bis zu 6 Per­so­nen (max. 2 ab 18 Jahren) – statt Per­so­nen dürfen Fahr­räder mit. Das TagesTicket Plus gilt an einem Tag oder ein ganzes Wo­chen­en­de: Am Sams­tag gekauft, ist der Sonn­tag mit drin.

Karte

Karte

Radfahr­kar­te Teil 1 und 2 – Altenkunstadt - Weismain - Kleinziegenfeld - Treunitz (22.05.2019)
Radfahr­kar­te Teil 3 und 4 – Königsfeld - Heiligenstadt - Veilbronn - Ebermannstadt (22.05.2019)
Radfahr­kar­te Teil 5 – Ebermannstadt - Forch­heim (22.05.2019)

Weg­be­schrei­bung

Weg­be­schrei­bung

Der Gottesgarten-Express 1230

Der Gottesgarten-Express fährt an Sonn- und Fei­er­tagen vom 1.5.–1.11. (auch am 15.8., Mariä Him­mel­fahrt) und bietet Platz für über 20 Fahr­räder. Auch E-Bikes können mit­ge­nom­men werden. Gruppen ab 6 Per­so­nen bitte spätestens 2 Tage vorher bis 17 Uhr anmelden bei Deuber Reisen, 96260 Weismain, Tel. 09220 911-0, E-Mail: info@deuber-reisen.de

Hal­te­stel­len auf der Tour:
Bahn­hof Burgkunstadt, Altenkunstadt, Weismain Kirchplatz, Weismain Hollfelder Straße, Erlach (b. Weismain), Schammendorf, Waßmannsmühle, Weihersmühle, Kleinziegenfeld Grund

Infos zur Anreise auch in unserem Frei­zeit­li­ni­enprospekt:

Frei­zeit­li­ni­e 1230 - Der Gottesgarten-Express
Burgkunstadt - Altenkunstadt - Weismain - Weihersmühle - Kleinziegenfeld - Görau

Verlaufsübersicht:

Burgkunstadt Bf.Weismain, Kirchplatz (7,5 km) – Waßmannsmühle (12,0 km) – Weihersmühle (13,7 km) – Schrepfersmühle (14,5 km) – Kleinziegenfeld Grund (16,2 km) – Kleinziegenfeld Weismainquelle (16,9 km) – Stadelhofen (20,5 km) – Treunitz (25,1 km) – Königsfeld Aufseßquelle (31,6 km) – Laibarös (35,8 km) – Abzweig Schleife Tummler-Heroldsmühle-Leinleiterquelle (39,4 km) – Leinleiterquelle (42,7 km) – Oberleinleiter ( 44,7 km) – Heiligenstadt (48,8 km) – Veilbronn (52,5 km) – Ebermannstadt, Abzweig Bf. (60,9 km) – Pretzfeld Bf. (63,9 km) – Kirchehrenbach Bf. (67,9 km) – Forch­heim Bf. (74,8 km)

An den markierten Hal­te­stel­len bzw. Bahn­sta­ti­onen können Sie zum Abkürzen später in die Tour ein­stei­gen oder diese früher beenden und ein anderes Mal fortsetzen.

Burgkunstadt Bahn­hof
Aus­gangs­punkt

Zur Radbus­hal­te­stel­le Haltestelle Gottesgarten-Express 1230

Der Gottesgarten-Express hält vor dem Bahn­hofs­ge­bäu­de in Burgkunstadt. Dorthin gelangen Sie bar­ri­e­re­frei über den beschrankten Bahnübergang vorne links (aus Rich­tung Lichten­fels).

Im Land­kreis Lichten­fels geht’s los: Zu unserem Tourstart per Rad (aus Fahrt­rich­tung Lichten­fels ankommend) in Fahrt­rich­tung nach vorne auf die Straße zu, fahren dort nach rechts in die Bahn­hofsstraße, weiter ge­ra­de­aus im Links­bo­gen und die 2. Straße rechts über die Mainbrücke. Ca. 700 m südöstlich der Brücke (= Blick nach links) fließt der Weismain in den Main.

Weißmain oder Weismain?
Wie ist denn das nun mit Weiß und Weis und dem Main? Der Weißmain oder der Weismain? Beginnen wir am Anfang: Der weithin bekannte Main hat zwei Quellflüsse, den Weißen Main und den Roten Main. Und natürlich zahl­reiche kleine Nebenflüsse, die sich mit ihm vereinen. Einer dieser kleinen Nebenflüsse ist der Weismain, der im felsumsäumten Kleinziegenfelder Tal entspringt und gleich darauf an mehreren Mühlen vorbeikommt, bevor er durch Weismain und weiter, immer entgegen unserer Tourstrecke, fließt.

Der Ursprung des großen Flusses Main, das ist der Weißmain, der am Ochsenkopf im Fich­tel­ge­bir­ge entspringt (siehe VGN-Radwandertipp „Sonn­tagstouren im Fich­tel­ge­bir­ge“). Der Rote Main hat seinen Ursprung ganz unspektakulär südlich von Bayreuth. Bei Kulmbach, keine 20 km östlich von hier, vereinen sich die beiden zum Main. Und der fließt vereinigt gleich hier zu unserem Tourstart zwischen Burgkunstadt und Altenkunstadt hindurch und nimmt dabei auch den kleinen Weismain auf. Alles klar! Dann kann’s losgehen…

Ca. 600 m nach der Mainbrücke, nach dem Ein­kaufs­zen­trum, biegen wir unmittelbar vor der Fa. Baur links (ohne Radwe­ge­zei­chen) in die Friedrich-Baur-Straße ab, folgen der Rechtskurve und dem Linksknick und fahren vorne am Fluss nach rechts, an unserem Weismain ent­lang.

Nach 1,1 km, in Sichtweite des Kreisverkehrs der Staatsstraße, geht’s mit Radwe­ge­zei­chen links über die kleine Brücke, danach rechts mit Radweg Weismain zwischen den Sportanlagen weiter, ab jetzt dem Radwe­ge­zei­chen folgen. Am Wehr vor Woffendorf glitzert der Weismain in der Sonne, an der Fischtreppe mit den großen Steinblöcken lässt es sich herrlich über den Fluss balancieren, ein schöner Platz!

Immer leicht ansteigend, umrahmt von bis jetzt sanfthügeliger Landschaft nach Weismain. Un­ter­wegs ein Blick nach rechts: Der hohe Berg neben uns, eigentlich ein Hochplateau, ist zwar nicht der höchste, aber der bekannteste hier und der nördlichste der Frankenalb, der Kordigast, be­ste­hend aus zwei Teilbergen, wobei der Kleine Kordigast mit 538,1 m ü. NN höher ist als der Große mit 535,7 m ü. NN. Ein beliebtes Wanderziel mit großartigen Weitblicken, besiedelt schon im 4. und 5. Jh. v. Chr. von den Kelten.

Radweg ab Burgkunstadt (05.08.2018, S. Dassler © VGN GmbH)

Kurz nach dem Ortsanfang Weismain mit Radweg Weismain Mitte nach links in den Ort, nach 160 m rechts, nach einem halben Kilometer ge­ra­de­aus an der Fa. Dechant vorbei und auf die alte Stadtmauer zu. Hier ver­las­sen wir dem Radweg und fahren ge­ra­de­aus ohne Markierung durch den steinernen Torbogen neben dem Stadtturm.

Hier im so­ge­nannten „Kastenhof“ finden Sie neben his­to­rischen Gebäuden auch in­te­res­sante Sta­ti­onen des Stadtökologischen Lehrpfades, den Beginn des stadthis­to­rischen Rund­ganges, ein WC, die Tourist-Info sowie das se­hens­werte Nordjura-Museum. Der Kastner war, nebenbei bemerkt, ein bischöflicher Steuerbeamter, der hier seinen Arbeitsplatz hatte.

Das NordJURA-Museum
Das schmucke his­to­rische Gebäude, 1701 bis 1703 nach Plänen von Johann Leonhard Dientzenhofer errichtet, zeigt In­te­res­santes aus der Region: Entstehung der Jura-Landschaft, die Wehrhaftigkeit, das Brauwesen, Schäferei, Nutzung des Wassers für Mühlen, Fischerei, Textilhandwerk und mehr. Werktäglich von 9–12 und 13–16 Uhr geöffnet, Frei­tagnachmittag und sams­tags geschlossen, sonn­tags von 14–17 Uhr Führungen, andere Öffn­ungs­zeiten nach Ver­ein­ba­rung – Tel. 09575 9220-12 Quelle und Infos: www.stadt-weismain.de/bildung-kultur/nordjura-museum/

Durch das ge­gen­über­lie­gende Steinerne Tor geht’s wieder hinaus und linksherum um die Kirche St. Martin mit dreischiffiger Halle aus dem 15. Jh., tagsüber zur Besichtigung geöffnet.

An der Hauptstraße rechts. Hier ist auch die Bushaltesstelle Kirchplatz (1230). Gegenüber der Kirche fällt das ockergelbe Rathaus mit altrosa umrandeten Fenstern und markantem Treppengiebel ins Auge, das so­ge­nannte „Steinerne Haus“.

Weismain ist voll von altertümlichen Fach­werk­häusern, schönen alten Holztüren, Toren und Brunnen, vielleicht nehmen Sie sich etwas Zeit und Muße zum Schauen! Nur etwas werden Sie hier nicht finden: die Weismainquelle! Mit dem Rathaus auf der linken Seite ge­ra­de­aus und gut aus geschildert mit Radwe­ge­zei­chen Stadelhofen / Kleinziegenfeld weiter.

Nach 3 km geht’s vor und hinter dem idyl­lischen Schrammendorf steile Rampen rauf und runter und rauf, danach auf der Straße weiter, immer ansteigend, aber gut fahrbar, mit erstem Blick auf die typischen bizarren Fels­for­ma­ti­onen.

In einer ganzen Wasserbeckenkette, 300 m vor der Waßmannsmühle (Bus­hal­te­stel­le 1230), werden die wohlschmeckenden Forellen gezüchtet.

Wir befahren jetzt das ein­drucks­vollste Stück im Kleinziegenfelder Tal! Unten mäandriert der klare Bach, oben fahren wir und haben „Tiefblicke“ auf seine zahl­reichen kleinen Wehre. Immer näher rücken die hohen Felsen, ausgewaschen vom einstigen Jurameer, an den Straßenrand, bis sie an der Weihersmühle (Bus­hal­te­stel­le 1230), einer ehemaligen Getreidemühle, fast ganz daran kleben.

Weihersmühle (04.02.2019, G. Härer © G. Härer)

10 Einwohner zählt dieser Ortteil von Weismain immerhin noch (Stand: 2/2018), im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war er ein bedeutender Halte- und Versorgungspunkt auf der wichtigen Ver­bin­dungs­stra­ße von Bam­berg nach Kulmbach. Seit dem 15. Jh. besitzt die Gastwirtschaft das Schankrecht, seit dem 17. Jh. auch das Braurecht. Auch heutzutage kann man sich im wiedereröffneten Gast­haus die wunderbar frischen Forellen schmecken lassen. Ein weitverzweigtes Wasseruniversum mit altem hölzernen unterschlächtigen Mühlrad, mit Brücklein, bemoosten Felsen am plätschernden Bach und natürlich Forellenteichen, lädt zum Gucken und Staunen ein. Ziegen springen behände die steilen Hänge hinab, am hohen Felsen baumelt ein Seil, Haken und Ösen fordern Kletterer heraus …

Daneben ein schöner Blick auf die mittlerweile selten gewordenen und geschützten Wacholderheiden am Hang. Der hohe Berg obendrüber, das ist der Wallersberg, mit der gleichnamigen Ortschaft, bereits in der späten Bronzezeit besiedelt. In den 1920er-Jahren kamen immer mehr Touristen ins Kleinziegenfelder Tal, weshalb die Bewohner die kurvige Bergstraße von der Weihersmühle herauf zur leichteren Erreichbarkeit ihres Ortes in Eigenleistung ausbauten, und zwar aufwändig mit stützenden Trockenmauern zum Schutze der Kehren im steilen Hang.

Weiter geht’s auf der engen Talstraße mit Radwe­ge­zei­chen, nach einem knappen Dreiviertelkilometer lädt schon die nächste Mühle, die Schrepfersmühle, 1736 als Papiermühle errichtet, zur Einkehr in Gesellschaft vieler Tiere ein.

Gut 1,6 km weiter, sind wir beim unteren Teil von Kleinziegenfeld angelangt, mit der Bus­hal­te­stel­le Kleinziegenfeld Grund und der kleinen spitztürmigen Kirche. Hier mit Radwe­ge­zei­chen links im Tal bleiben, ebenso beim nächsten Abzweig links (Radweg Stadelhofen).

150 m vor uns und 20 m über uns, da ist ER, der weithin bekannte Radler Claudius oben auf dem Fels. Ganz jung ist er nicht mehr: 1905 wollte man ein Wahrzeichen für Kleinziegenfeld haben und stellte den Herrn auf dem Rad mit Hut, Knickerbockern und Gamaschen samt einer zünftigen Frankenfahne auf den Felsen.

Radfahrer Claudius (05.08.2018, S. Dassler © VGN GmbH)

Ein paar Meter weiter vorne kommt SIE endlich, am Hang des Schlossberges: die Weismainquelle! Nach über 16 km entgegenkommen, immer am Ufer ent­lang, sind wir beim Ursprung des Weismains angelangt.

Die Weismainquelle
Schauen wir ins Brunnenbecken hinein, steigen ständig Wasserbläschen an ver­schie­denen Stellen auf und hinterlassen konzentrische Kreise, von unten erzeugt! 20 Liter pro Sekunde (!) schüttet die Weismainquelle aus, nur wenige Meter daneben konnte somit schon die erste Mühle be­trie­ben werden, auch der kleine Weiher gegenüber wird von der Quelle gespeist. Ab 1915 diente sie auch der Trinkwas­ser­ver­sor­gung des deutlich höher gelegenenen Stadelhofen. Mit langen Schöpfkellen und Eimern holten hier früher die Kleinziegenfelder ihr Wasser heraus. Bis 1965 gab es dazu eine steinerne Treppe.

Gefasst wurde die Quelle 1903 von Johann Hübner, der auch die Kleinziegenfelder Kirche erbaut hat. Eichenpfähle als stabiles Fundament für die Kalkstein-Quader wurden dabei in den Boden gerammt. Quelle: Infotafel an der Quelle Quelle und Infos: de.wikipedia.org/wiki/Weismain_(Fluss)

Wir folgen dem Radwe­ge­zei­chen, es geht am Kin­der­spiel­platz und Unterstand der Naturfreunde vorbei, und haben nun das Vergnügen, die bizarren Dolomit- und Kalksteinfelsenformationen ent­lang der sonnenbeschienenen Wacholderhänge im Na­tur­schutz­ge­biet auf kleinen Wegen ohne Autoverkehr zu genießen.

Wacholderhänge
Wacholderhänge sind durch die jahrhundertealte Beweidung mit Schafen entstanden, denn das steile und felsige Gelände war für den Ackerbau nicht nutzbar. Schafe fressen fast alles, aber der Wacholder ist ihnen zu dornig, den lassen sie stehen. So haben hier durch die volle Sonneneinstrahlung die Pflanzen, die Wärme und Trockenheit lieben und während der Wärmeperioden der letzten Eiszeit eingewandert sind, ähnliche gute Bedingungen wie in heißen trockenen Steppengebieten.

Genauso ist der Apollofalter, den es hier noch gibt, ein Relikt aus der Eiszeit. Er liebt trockenheiße Felsköpfe, die einzige Futterpflanze seiner Raupen ist die Weiße Fetthenne, die dort wächst. Wanderschäfer sorgen nun im Frühjahr und im Herbst durch Beweidung für die Offenhaltung der Flächen, damit das extreme klimatische Umfeld für die selten gewordenen Schmetterlinge und Pflanzen, wie z. B. auch den Gefransten Enzian, der den Schafen zu bitter ist, er­hal­ten bleibt. Quelle und Infos: www.regierung.oberfranken.bayern.de/imperia/md/content/regofr/umwelt/natur/schutzgebiete/infotafel/tafel_wallersberg.pdf

Es geht die Bocksleite hinauf, ca. 500 m nach dem Spielplatz am Abzweig rechts (Radweg Stadelhofen), nach weiteren 700 m am Verzweig ohne Markierung (beim Weg mit dem runden Kanaldeckel) im großen Bogen nach rechts (Radwe­ge­zei­chen nach links zeigt nach Krögelstein und Fesseldorf)!

Genau hier ist übrigens die Land­kreisgrenze: Weiter geht’s nun im Land­kreis Bam­berg. Durch schönen Misch­wald, an der Ein­mün­dung links und hinauf zur Teerstraße, dort rechts, nach knapp 200 m wieder links in den kleinen Weg mit schönem Blick auf das 1,2 km entfernte Stadelhofen.

Bei einem großen grünen Tor (rechts) ge­ra­de­aus in den Plattenweg (der von links kommt). Am Ende des Plattenweges die Straße queren, nach Stadelhofen hinein, am Verzweig links und auf die Kirche zu.

Am Dorfplatz ge­ra­de­aus (Radweg) durch die Hollfelder Straße, an der nächsten Ein­mün­dung zur Rechten „Am Sportplatz“ ge­ra­de­aus, gleich darauf rechts ab (im Links­bo­gen der Hauptstraße) und mit Radweg Treunitz unter der Autobahn hindurch. Immer ge­ra­de­aus, dem Radweg folgen, es geht durch moosbedeckten Wald. Im Wald an einer Kreu­zung ist der Radweg links versetzt.

Gut 3,5 km hinter Stadelhofen an der Straße rechts und auf dieser kurvenreich nach Treunitz hinein. Wir stoßen nach dem Gasthof zum Wiesenttal auf die noch ganz junge Wiesent. Die hätten wir hier nicht unbedingt erwartet! (Die Wiesentquelle ist keine 4 km von hier, in Steinfeld, wo man rechtsabbiegend hinkäme.)

Es geht links ab, die Hühner gackern, der Hahn kräht laut und vernehmlich, ein kleines moosbedecktes Wasserrad dreht sich idyl­lisch im noch schmalen Flüsschen neben der eben­falls kleinen Kirche Hl. Sebastian, meist offen und Mitte des 19. Jh. im neoromanischen Stil errichtet. Bemerkenswert ist die his­to­rische Orgel von 1850, 2011 renoviert.

Durchs Paradiestal
Treunitz – Paradiestal – Schederndorf – Steinfeld

Nur 300 m ent­lang des Flüsschens durch das Felsendorf: Vor dem orangen Haus ver­las­sen wir das Wiesenttal schon wieder. Wir biegen rechts ab, über das kleine Brücklein hinüber, um nach kurzen 4 km ins Paralleltal der ebensojungen Aufseß zu kommen. Felsenkellergesäumt geht’s zunächst mit dem Radwe­ge­zei­chen einige Hö­hen­me­ter hinauf.

Oben an der Kreu­zung mit der Scheune / Garage aus grauen Steinblöcken biegen wir ohne Markierung links ab (Radwe­ge­zei­chen geht ge­ra­de­aus), unter einer kleinen Stromleitung hindurch. Flott geht’s bergab, in der Senke ge­ra­de­aus und mit Schwung wieder hinauf, an der gepflasterten Kreu­zung mit der Holzscheune zur Linken eben­falls ge­ra­de­aus in den geschotterten Weg – und weiter ge­ra­de­aus dem Hauptweg folgen.

Der Holperweg endet, auf geteertem Weg geht’s zur Autostraße vor, diese queren (WW Kotzendorf) und nach Kotzendorf hinein. Das Flüsschen neben uns ist, unschwer zu erraten, die Aufseß. Wir folgen ihr, nun wieder mit Radwe­ge­zei­chen: Im Ort rechts und am Hang hinüber nach Königsfeld, am markanten Na­tur­denk­mal Sulzenstein vorbei.

Lebensraum für seltene Pflanzen und Insekten
Trockenwarme sonnenbeschienene Felsen kombiniert mit feuchten Wiesen im Aufseßtal werden als Lebensraum für schützenswerte Pflanzen und Insekten be­son­ders gepflegt. Um diese von der Schäferei ge­prägte his­to­rische Kulturlandschaft auf dem „blühenden“ Jura zu er­hal­ten, wird der Sulzenstein regelmäßig mit Ziegen beweidet, damit er nicht unter Buschwerk verschwindet. In dieser Gegend kommen noch Berg-Lauch, Kartäuser-Nelke, Wilde Möhre, Ästige Graslilie, Braune Tageule und Scheidige Kronwicke vor, ebenso wie Wildbienen und das eigentümliche 6-Fleck-Widderchen, ein kleiner schwarz-roter Nachtfalter, dessen Raupe aber gelb mit schwarzen Punkten ist.

Radwe­ge­zei­chen folgen, es geht vor Königsfeld zur Straße hoch, dort rechts und hinab, nach der Brücke links und auf der Hauptstraße durch den Ort, an der Aufseß ent­lang – ein richtiger Dorfbach, im Sommer wunderschön mit Blumenkästen geschmückt. In der Orts­mit­te weist der Radweg nach Heiligenstadt nach links auch auf den Jakobsberg hinauf, wir fahren hier ge­ra­de­aus: Radweg Laibarös.

Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere
Der Abstecher auf den Jakobsberg führt uns zur weithin sichtbaren Kirche „St. Jakobus der Ältere und Katharina“ hinauf, mit einer „Welschen Haube“ auf dem Turm, mit Rokoko-Hochaltar und von ein­hei­mischen Künstlern geschaffener barocker Innerausstattung. Wie so viele Kirchen in Franken ist sie im weit zurückreichenden Ursprung eine Wehrkirche, in der die Bevölkerung Schutz und Zuflucht fand. Das lässt sich trotz vieler Epochenwechsel, An- und Umbauten noch gut nach­emp­fin­den. Quelle und Infos: https://pfarrei-koenigsfeld.de/kirchen/st-jakobus-der-aeltere/

Weiter geht’s an der Aufseß ent­lang (Radweg Laibarös) zur Aufseßquelle, am Ortsende unauffällig links drinnen in der Wiese, mit dachförmigem Geländer und Stufen zum Hinabsteigen.

Die Karstquelle ist ein Na­tur­denk­mal, die wasserreiche Aufseß sammelt in ihrem Verlauf noch Zuflüsse aus weiteren unterirdischen Karstquellen und Klüften ein. Vorne an der Kreu­zung rechts, nach 400 m links mit Radwe­ge­zei­chen in den gepflasterten Weg nach Huppendorf.

An der Kreu­zung vor dem Brauereigasthof mit Radweg Laibarös nach rechts und kurz steil hinauf, oben links, Radweg folgen und im Ab und Auf immer ge­ra­de­aus nach Laibarös, immerhin schon auf 470 m ü. NN gelegen, hinein.

Bier und mehr
Am Ortseingang sieht man schon die markante rot-grüne Lagerhalle für das „ortsansässige“ Huppendorfer Bier. In der Braugaststätte Grasser gibt’s noch viel Selbstgemachtes: Man braut hier nicht nur ständig vier Biersorten und ein Saisonbier, brennt nicht nur Schnäpse aus den Früchten umliegender Streu­obst­wie­sen, auch eigenerzeugter Whiskey, ein Huppendorfer Single Malt, ist hier auf Nachfrage zu haben. Schweinebraten und Hausmacherwurst kommen von Schweinen aus dem Stall nebenan und werden hier ganz ohne Transportweg geschlachtet, Wild stammt aus eigener Jagd, Gemüse und Kartoffeln sind Eigenbau oder aus der Region.

Auch hier gibt’s heute noch eine Gastwirtschaft für die 139 Einwohner (Stand: 2009). Dazu hat sich viel Brauchtum in dem kleinen Ort er­hal­ten, vom Osterbrunnenschmücken über 2-mal Kirch­weih feiern und Johannisfeuer entzünden, wofür die Kinder im Ort von Haus zu Haus ziehen und Brennmaterial sammeln, bis hin zur Gügelwallfahrt, um des verheerenden Wolkenbruches von 1791 zu gedenken. Im Ort nach der Bus­hal­te­stel­le links den Berg hoch (Radweg Heiligenstadt), beim Gast­haus Engert vorbei und nun immer mit Radwe­ge­zei­chen in weiterem Auf und Ab ganz rauf auf den Jura.

Weitblick (05.08.2018, S. Dassler © VGN GmbH)

Die Hochebene ist reichlich uneben, überall gibt’s kleine Hänge, schön anzuschauen. 1,5 km hinter Laibarös sind wir mit 507 m ü. NN schließ­lich auf dem höchstem Punkt unserer Tour angekommen, haben den Transalb hinauf geschafft (das b ist für die Franken, die Tour ist ja auch in Franken ;-)).

Jetzt geht’s fast nur noch – wenn auch mit ein paar kleineren Gegenanstiegen – haupt­säch­lich hinab, wir lassen es nun flott ins obere Leinleitertal rollen. Hier beginnt auch schon das Trockental mit Karstquellen und Tummlern, das sich bis zur Leinleiterquelle hinzieht.

An der Ein­mün­dung vor dem nächsten Dorf (Geisdorf) links hinab (Radwegmarkierung). 1,6 km danach – links ist ein Steinbruch, eine Fossilienfundstelle, rechts eine Parkbucht – abbremsen und spitzwinklig links abbiegen. Wir fahren hier (ohne Radwegschild) eine Schleife mit den High­lights im Trockental der Leinleiter.

Abkürzung – 3,6 km weniger
Wer die Schleife mit Fossilienfundstelle, zum Kleinen und zum Großen Tummler, zur Leinleiterquelle und zur Heroldsmühle auslassen möchte, fährt hier ein­fach ge­ra­de­aus nach Oberleinleiter (Radwe­ge­zei­chen) weiter, versäumt dann al­ler­dings auch was.

Wir folgen zunächst immer dem geteerten Weg. Der Steinbruch am Anfang ist ein Schwammriff des ehemaligen Jura-Meeres: Ammoniten, Schwämme, Seeigel und mehr hat man hier versteinert gefunden, als zahl­reiche er­hal­tene Zeugen der Meereswelt vor ca. 155 Mil­li­onen Jahren.

Nach kurvigen 1,6 km biegen wir in den (ungeteerten) Weg nach rechts mit zahl­reichen Wandermarkierungen ab, folgen an der nächsten Kreu­zung dem Bierkrugsymbol ge­ra­de­aus.

Wir sind jetzt im schönsten Teil des reizvollen Leinleitertales: Wanderer haben Vorrang, bitte schieben Sie ggf. Ihr Rad!

Nach wenigen hundert Metern stoßen wir zuerst auf den Kleinen, dann auf den Großen Tummler.

Kleiner und Großer Tummler
Im oberen Teil des Leinleitertales gibt es zwar ein Bach­bett, aber keinen ganzjährig fließenden Bach. Die meiste Zeit des Jahres ist es ein so­ge­nanntes Trockental, denn nur nach starken Niederschlägen, vornehmlich im Winter und im Frühjahr zur Schneeschmelze, sprudeln die zwei Karstquellen des unterirdischen Karsthöhlensystems. Das Wasser schießt dann manchmal sogar in hohen Fontänen heraus. Der Große Tummler spült dabei auch Steine aus seinem Felsenloch-Höhleneingang, am langen Bach­bett davor sieht man es. Die Öffnung ist nur ca. 30 cm hoch und hat so nur sehr wenig Platz zum Hineinkriechen und Erforschen. Der Fluss kann aber den ganzen Talboden bis zur Heroldsmühle überfluten, so dass es dann trockenen Fußes kein Durchkommen mehr gibt.

Kurvenreich geht’s weiter, manchmal auch mit nassen Stellen. Nach weiteren 800 m sind wir an der Leinleiterquelle angelangt, die ganzjährig schüttet – ein schöner Rastplatz.

An Fischteichen vorbei nun vor zur Heroldsmühle, eine der ältesten Mühlen Frankens, schon 1355 erwähnt – und auch mit einem der größten Mühlräder Deutschlands! 7,20 m misst das eiserne Teil aus dem Jahre 1916, angetrieben sowohl unterschlächtig durch den Bach, als auch oberschlächtig, mit Hilfe einer hohen Steinsäule.

Beim Mühlrad rechts, nach der Brücke links zur Straße vor und weiter mit Radweg Heiligenstadt auf dem linksseitigen Radweg nach Oberleinleiter.

Weithin bekannt ist dort die Brauerei Ott. Das süffige Bier, die hochgelobten Hähnchen und manches mehr aus der bodenständigen Küche verlocken hier schon wieder zur Rast.

60 m nach der Brauerei Ott ist das Radweg-Schild sehr hoch oben über der Straße aufgehängt, geht’s rechts über die Leinleiter. Abseits der Straße auf dem schönen ruhigen Radweg mit etwas Auf und Ab und mit bestem Über­blick flott das Leinleitertal hinab!

Burggrub mit seinem Schloss aus dem 18. Jh. wird passiert. Weiter geht’s am bewaldeten Hang, dann hinein nach Zoggendorf und – immer gut mit Radwegeschild markiert – nach Heiligenstadt. Ein 5000 qm großes Wasserbiotop, inklusive Naturbadeteich und Kneippanlage ist gleich am Ortsanfang unten im Leinleitergrund, hoch darüber grüßt groß und mächtig Schloss Greifenstein.

Heiligenstadt
Der Name hat nichts mit „Heiligen“ zu tun, sondern geht auf die Lage an einer Halde (= Abhang) zurück. Se­hens­wert sind die denk­mal­ge­schützten Fach­werk­häuser um den Markt­platz in der gepflasterten Orts­mit­te, die Pfarrkirche St.-Veit-Michael, mit reicher Innenausstattung samt prächtigen Decken- und Emporenmalereien; der Kirchturm geht auf einen Bergfried zurück.

Bei der Kirche mit Radweg Ebermannstadt links über die Leinleiter hinüber zum Markt­platz, danach wieder herüber und weiter mit Radweg nach Traindorf. Viele kleine Wasserwehre und Kanälchen in den ehemaligen Wässerwiesen prägen diese wunderbare kleinräumige Flusslandschaft.

1,5 km hinter Traindorf bitte auf­pas­sen! Wir ver­las­sen den Radweg
bei einer Bank mit Gelbstrich-Markierung (Gelbstrich) nach links: Ein geschotterter Weg führt hoch zur Straße, dort rechts und nach 100 m links abbiegen (WW Siegritz bzw. Naturfreundehaus / Kletterwald). Nach weiteren 250 m ist links die Schulmühle. Eine Frau brennt hier prämierte Obstbrände – und auch anderes Schönes gibt es hier zu er­wer­ben. Das Mühlrad dreht sich noch, idyl­lisch schlängelt sich der Schullenbach daran vorbei.

Unser Weg geht aber nach der Brücke rechts und nach Veilbronn hinein, ein Eldorado für Kletterer und Naturfreunde am Fuße des bezaubernden Leidingshofer Tales. Veilbronn bedeutet „viele Brunnen“. Der Ort besann sich schon früh auf den Fremdenverkehr, wovon heutzutage die stattlichen Gasthäuser und das Hotel zeugen. Dazu trug aber auch die Ei­sen­bahn bei, die ab 1915 von Ebermannstadt nach Heiligenstadt fuhr, unsere heutige Radwegtrasse. Nach der Gastwirtschaft rechts aus dem Ort hinaus (Radwe­ge­zei­chen An­bin­dung Radtouren), am Radweg vorne links. Mit Radwe­ge­zei­chen weiter … halt, nicht so schnell, was ist 600 m hinter Veilbronn, ganz unspektakulär? Die Land­kreisgrenze!

Durchs Leinleiter-, Wern- und Leidingshofertal
Ebermannstadt – Gasseldorf – Leinleitertal – Veilbronner Höhenweg – Werntal – Heiligenstadt – Leidingshofer Tal – Streitburg – Streitberg – Gasseldorf

Weiter geht’s im Land­kreis Forch­heim durch Unterleinleiter und nach Gasseldorf, wo ein gewisser, 1772 hier geborener Georg Lahner zunächst als Frankfurter Metzgergeselle die „Frankfurter Würstchen“ erfand, bevor er 1803 nach Wien zog und so selbige als „Wiener Würstchen“ weltbekannt wurden. In Gasseldorf nach der Leinleiterbrücke ver­las­sen wir den Radweg bei der Bus­hal­te­stel­le „Anna-Felbinger-Straße" und fahren auf der linken Stra­ßen­sei­te neben dem Bushäuschen in den kleinen Weg (WW „Ebser Mare“). Es geht über die Leinleiter, unter der B470 und unter den Bahn­glei­sen hindurch – sonn­tags fährt hier die his­to­rische Dampfbahn von Ebermannstadt nach Behringersmühle – und weiter an der Leinleiter ent­lang. Nach kurzem Stück verabschiedet sich dann die Leinleiter nach rechts! Radweg geht auch nach rechts, wir aber fahren ge­ra­de­aus (ohne Radmarkierung) weiter Rich­tung „Ebser Mare“. Auf dem Weg er­hal­ten wir einen tollen Blick auf den Frän­kischen Zuckerhut! Jetzt sind wir im weit ausladenden unteren Wiesenttal angelangt! Schöner Blick nach links Rich­tung Streitberg und Muggendorf!

Zum Zuckerhut
Bergwandern: Wöhr/Burggailenreuth – Burgruine Neideck/Druidenhain – (frän­kischer) Zuckerhut – Wallerwarte – Schüsselstein – Pretzfelder Keller – Pretzfeld

Die breite Wiesent kommt von da und nimmt wenige Meter weiter flussabwärts die Leinleiter in sich auf.


Nach dem Wehr geht’s auf dem schmalen Weg links ums Schwimmbad herum, danach nach links über die Brücke des Wasserkraftwerkes und hoch zur Straße, dort rechts. Schöner Blick von oben auf Ebermannstadt!

Bei Erreichen der Staatsstraße auf dem Radweg bleiben und wieder hinunter an die Wiesent, an der Kanuausstiegsstelle mit Bier­kel­ler am Ortsanfang vorbei, 150 m danach rechts über die Wiesent-Holzbrücke, an der Ein­mün­dung links halten und vor auf die Hauptstraße zu dem his­to­rischen Wasserschöpfrad von 1603 und dem „Relief von Ebermannstadt“.

Sankt Nepomuk, der Brückenheilige passt gegenüber auf und über ihm geht der Blick hinauf zur 513 m hohen Wallerwarte mit Aussichtsturm von 1931, ganzjährig zugänglich.

Um die Hänge lohnenswert weiter zu Fuß zu erforschen und für Weitblicke von hoch oben, auch auf die heutige Tour, gibt es die VGN Wandertipps:

Auf den Höhen im unteren Wiesenttal
Ebermannstadt – Pretzfeld – Leutenbach – Schlaifhausen – Wiesenthau
Über den Wolken
Ebermannstadt – Burg Feuerstein – Flugplatz – Reifenberger Keller – Pretzfeld

Ebermannstadt
Die ganze Alt­stadt liegt auf einer Insel zwischen den beiden Wiesentarmen. Die schönen his­to­rischen Fach­werk­häuser, die den Kern der Stadt auch noch heute be­son­ders prägen, entstanden nach den Verwüstungen der 1796 durchziehenden Franzosen, wobei die Marienkapelle aber verschont blieb. Au­ßer­halb der ehemaligen Stadtmauern sind auch noch die beiden urtümlichen Scheunenviertel er­hal­ten.

Beim Wasserrad über die Wiesent und auf der Hauptstraße geradewegs durch die In­nen­stadt, über den Markt­platz und ge­ra­de­aus weiter.

Die Marienkapelle (kleiner Abstecher, 40 m vom Weg)
Versteckt und inzwischen gänzlich umbaut, übersieht man das se­hens­werte älteste Gebäude Ebermannstadts leider leicht: 100 m nach dem Markt­platz, wenige Meter nach der Buchhandlung zur Rechten mit WW Marienkapelle (auf der linken Stra­ßen­sei­te angebracht) nach rechts in den gepflasterten Weg „Kapellenplatz“. Nach dem Abstecher wieder zurück und nach rechts in die Hauptstraße. Der kleine Platz, der die Marienkapelle umgibt, dürfte der Kern der thüringischen Ortssiedlung gewesen sein, die schon vor dem 6. Jahrhundert bestanden haben dürfte und als der Ursprung Ebermannstadts gilt. Im gotischen Turm aus dem 14. Jh. befinden sich Schießscharten. Die ehemalige Wehrkirche wurde immer wieder zerstört und immer wieder prächtig aufgebaut. 1796, als die Franzosen das ganze Stadtviertel niederbrannten, blieb die Kapelle verschont, man sprach vom „Wunder der Marienkapelle“. 1838-1859 diente sie als Ersatz-Stadtpfarrkirche, da die große Stadtpfarrkirche St. Nikolaus wegen Baufälligkeit neu erbaut werden musste. Danach retteten Spenden die Kapelle mit der berühmten Strahlenmadonna und der se­hens­werten spätbarocken Innenausstattung. Von 1946–1961 durfte die junge evangelische Ge­mein­de hier ihre Gottesdienste abhalten, bis ihre eigene Kirche fertig war. Seit 1978 wurde die Kapelle mit ihrer wertvollen Innenausstattung restauriert und präsentiert sich nun als das kostbarste Kleinod der Stadt. Quelle und Infos: stnikolaus-ebermannstadt.kirche-bam­berg.de/kirchen/marienkapelle1/beschreibung

Auf der Hauptstraße ge­ra­de­aus weiter und auf die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus zu, die Bahn­hofsstraße queren, ge­ra­de­aus weiter (Radweg Forch­heim).

Alternativ zum Bahn­hof und mit der Wiesenttalbahn Rich­tung Forch­heim: Hierzu links in die Bahn­hof­stra­ße einbiegen – es sind nur noch ca. 400 m bis zum Bahn­hof.

Ebermannstadt Bahn­hof
Rück­fahr­mög­lich­keiten

Die Wiesenttalbahn R22
Die Wiesenttalbahn fährt täglich und zumeist stündlich, mit Stellplätzen für Fahr­räder in den komfortablen agilis-Zügen. Abfahrt Ebermannstadt: kurz nach der vollen Stunde. Hal­te­stel­len auf der Tour sind: Ebermannstadt – Pretzfeld – Kirchehrenbach – Forch­heim.

Mit dem Rad weiter nach Forch­heim:

Radwe­ge­zei­chen folgen, nach dem nächsten Linksabbiegen (WW Stadt­wer­ke) sind wir schon im Scheunenviertel.

Bevor es erneut geradewegs über die Wiesent geht, ruft rechts am Eck der idyl­lische Wiesent-Garten zur Einkehr im his­to­rischen Ambiente direkt am Fluss. Ge­ra­de­aus über die Wiesent-Brücke (bei Hochwasser vor der Brücke nach links über die ausgeschilderte Um­lei­tung). Hier darf der Fluss wieder schön mäandrieren, die renaturierte Aue dient durch das Flutmuldensystem (Infotafel) gleichzeitig dem Hochwasserschutz. Immer ge­ra­de­aus weiter nach Pretzfeld.

Links drüben sieht man die Hänge mit den unzählig vielen Kirschbäumen, die in dieser günstigen Lage her­vor­ra­gend gedeihen, weshalb Pretzfeld als das größte Süßkirschenan­bau­ge­biet Europas gilt. Gefeiert wird das mit einem großen Kirschenfest im Juli. Der Weg wird zum Pflasterweg und geht schließ­lich ent­lang der Wiesenttalbahn vor zur Staatsstraße.

Ge­ra­de­aus leicht links versetzt an den mächtigen Schlossmauern vorbei. Das stattliche, immer noch gut er­hal­tene Schloss mit seinen zwei mittelalterlichen Rundtürmen wurde 1182 erstmal genannt, 1720 umgebaut. Im Rittersaal hängen Werke des Neoimpressionisten Carl Hermann, der hier im Ort wohnte.

Nach den Schlossmauern geht unser Weg rechts (Radweg Kirchehrenbach, WW Gaststätte Herbst) zum Bahn­hof. Zum Bahn­hof Radwegaus­schil­de­rung folgen, danach (immer mit bis Forch­heim-Reuth) an der bekannten Pretzfelder Fruchtsaftkelterei vorbei.

Kleine Ortsrunde
Es lohnt sich eine kleine Zusatzrunde durch den Ort: Nach dem Schloss links, die Straße „Schlossberg“ hoch, mit einem Blick in den Innenhof des Schlosses. Oben auf dem Radweg neben der Kirche zum Torbogen vor. Die Pfarrkirche St. Kilian, 1739 im Rokokostil errichtet, ist im Inneren mit einem monumentalen Hochaltar von 1783 ausgestattet.

Die Hauptstraße vor der Kirche queren – direkt gegenüber kann man sich beim Wurstau­to­maten der Metzgerei Lamm mit Brotzeit versorgen. Nun leicht rechts versetzt ge­ra­de­aus in die Egloffsteiner Straße.

Wer zur Brauerei Nikl und zur Brennerei Haas möchte, hat noch 150 m ge­ra­de­aus (als Abstecher). Unser Weg geht gleich nach der Sparkasse rechts bergab in die Modleingasse. Unten stoßen wir neben der Bus­hal­te­stel­le auf den alten holzbeheizten Backofen am Mühlbach. Hier werden sams­tags die bekannten Pretzfelder Bauernbrote gebacken, die man am Nachmittag kaufen kann (am besten mit Vorbe­stel­lung). Nun nach rechts in die Schulstraße, auf das Rathaus zu, nach der Rechtskurve links. Nach weiteren 170 m ist die kleine Ortsrunde beendet. Nach links geht’s zum Bahn­hof (Radweg Kirchehrenbach, Gaststätte Herbst).

Es geht zwischen den Sportanlagen hindurch, die kleine Brücke führt über die Trubach, die einen guten halben Kilometer von hier in die Wiesent rechts drüben mündet. Ein ganzes System von kleinen Wasserkanälen und Wehren (so­ge­nannten Schützen) sorgte einst für die not­wen­dige Bewässerung der Wiesen und den Antrieb der ver­schie­denen Mühlen. Es war genau geregelt, wer wann was nutzen durfte (siehe Infotafel). Nach der Brücke rechts, der Radweg führt uns nun an der Bahn ent­lang. Links schiebt sich das Walberla ins Bild und vorne, noch in der Ferne: der Kirchturm von Kirchehrenbach. Rechts oben ist die weiße Kapelle Sankt Nikolaus auf dem Reifenberg.

Die Bahnübergänge sind unbeschrankt, die agilis Züge machen sich durch lautes Pfeifen überdeutlich bemerkbar.

Ab Ortsanfang müssen wir an der Hauptstraße ent­lang, die Orts­durch­fahrt ist gespickt mit Gasthäusern.

Nach der Kirche fahren wir bei der Druckknopfampel rechts den Berg hinunter zum Bahn­hof, nach dem beschrankten Bahnübergang links (Radweg Forch­heim). An der Kreu­zung vor dem Friedhof in freiem Gelände rechts und gleich wieder links halten.

Nach knapp 1,5 km dominiert der rote Ziegelstein-Wasserkraftwerkbau den Wiesengrund mit vielen Wasserarmen und einer Fischtreppe, gut von der Brücke am Wehr zu sehen.

Danach die Straße vor Reuth queren und ge­ra­de­aus weiter (Radwegaus­schil­de­rung), im Blickfeld links vorne hoch oben am Hang: Pinzberg. Bei einem Kreuz am Weg im Rechtsbogen weiter und über ein Bachbrücklein, die 2. Brücke führt über die Wiesent, hier links. Leider geht’s nun auf die stark befahrene B 470, wir bleiben da aber nur für gut 600 m und wenden uns dann ohne Markierung wieder dem idyl­lischen Wiesentgrund zu: Nach den Einkaufsmärkten biegen wir vor der Postagentur (rechtsseitig, samt großem gelben Standbriefkasten) nach links in die Straße „Handwerkerhof“ ein. An der Schreinerei Hölzlein in einer Rechtskurve vorbei (Rad-/Fußweg), nach dem an­schlie­ßenden Haus mit Metallzaun sofort links in den kleinen Rad-/Fußweg – Rechtskurve und voilà! Da ist sie wieder, unsere Wiesent, wild und naturbelassen – und ohne Verkehrslärm. Wunderbarer Promenadenweg! Mit kleinen hölzernen Flussterrassen samt Sitzgelegenheiten.

Immer ge­ra­de­aus, nach gut 500 m zur Rechten ein Radreparaturservice, die „Radgarage“. Ins­ge­samt 1,5 km haben wir das Vergnügen nochmal am Fluss ent­langzuradeln, dann geht’s nicht mehr ge­ra­de­aus. Nach dem großen roten Ziegelbau nach rechts die Konrad-Ott-Straße hoch zur B 470, dort links. Nach 200 m haben wir unser Tourziel erreicht: Hier geht’s von hinten zum Bahn­hof Forch­heim, mit Durchgang zur In­nen­stadt, ein Aufzug ist vorne rechts. Rich­tung Bam­berg oder Nürn­berg geht’s mit der R2/S1 zügig zurück.

Forch­heim Bahn­hof
Rück­fahr­mög­lich­keiten
Bahn­hof Forch­heim (05.08.2018, S. Dassler © VGN GmbH)

Mehr Lust und Laune auf Forch­heim?

Auch dafür gibt’s eine Ausgabe der VGN-Städtetouren. Wenn die Zeit nicht mehr reicht, dann kommen Sie doch ein­fach nochmal hierher, zum Sehen und Staunen und Genießen! Das Annafest Ende Juli im Kellerwald ist ja weithin bekannt. Ebenso das große gotische Rathaus, eines der prächtigsten Fachwerkensembles Frankens – im De­zem­ber dient es als riesiger Adventskalender – mitten in der Stadt am Markt­platz. Aber auch das vielfältige Pfalzmuseum und die mittelalterliche  Stadtbefestigung lohnen einen Besuch. Viele Ecken gibt’s zu entdecken, fahren Sie mal am bedenkenswert „Schiefen Haus“ vorbei, dort gibt’s auch die alten hölzernen Fischkästen an der Wiesent noch … Auf geht’s!

Forch­heim
Se­hens­wür­dig­keiten & Stadt­plan der Königstadt

Auch die Frei­zeit­li­ni­e 265 entführt Sie zwischen 1. Mai und 1. No­vem­ber zu noch mehr Frei­zeitzielen. Von Forch­heim aus gibt es viel zu entdecken...

Frei­zeit­li­ni­en 230, 265, 343 - Frän­kische Schweiz II
Mit den Brauereien-Linien in die Fränksische Schweiz: Brauereien-Wander-Express, Hallerndorfer-Keller-Express und Bier,- Brotzeit- und Burgen-Express
Über die Rettener Kanzel zum Reifenberger Keller
Bierwan­de­rung: Forch­heim (Ofr.) – Serlbach – Rettener Kanzel – Vexierkapelle – Reifenberger Keller – Pretzfeld/Ebermannstadt

Einkehren

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Detaillierte In­for­ma­ti­onen und zahl­reiche Ein­kehr­tipps finden Sie in unserem Ringbuch zum Download.

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