Steckbrief

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Informationen zur Radtour

Region Haßberge
Linien R15 R26
Länge ca. 61,2 km

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Ge­samteindruck
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Landschaft
Gastronomie
An­spruch / Kondition
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Weg­be­schrei­bung
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Höhenprofil

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Liebe Haßberge, wir kommen!

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Vorwort

Vorwort

Liebe Radfahrerinnen und Radfahrer,
steigen Sie in den Zug und starten Sie mit uns in die Haßberge! Wir haben für Sie eine feine Tour im Nordwesten des VGN-Raumes vor­be­rei­tet, deren Start- und Zielpunkte prima mit dem VGN erreichbar sind.

Im Wesentlichen geht es durch den Naturpark Haßberge mit seiner dünn besiedelten, land­wirt­schaft­lich ge­prägten Mittelgebirgslandschaft und einer ganz eigenen Kulturgeschichte. Ursprünglich ist es hier, mal rau, mal lieblich. Offene Wiesentäler, die kleinteilig mit Hecken und Äckern strukturiert sind, wechseln sich ab mit viel Wald. Und immer wieder haben wir wellige Hügel und eine Weitläufigkeit mit unglaublichen Panoramen.

Dabei sind erstaunlich viele Burgruinen und Schlösser anzutreffen und die Orte besitzen nicht nur reichen Fachwerkschmuck, sondern auch Kirchen und Kunstschätze aus allen Jahrhunderten.

Die Tour führt uns auf 61,2 km Länge in Hufeisenform von Ebern zuerst nach Norden, im Bogen nach Nordwesten, dann gen Süden. Vom Baunachtal aus gehts gleich steil rauf zu den Burgruinen Rotenhan, Lichtenstein und Altenstein, dann bei starkem Gefälle runter ins Weisachtal. Auf der Trasse der alten Maro-Bahn entspannt bis Maroldsweisach. Locker hoch bis nach Ermershausen und runter in den Dippachgrund, zum Ermetzbach und zur Baunach. Von da ohne große Mühe hoch bis Manau und jetzt steil runter bis Hofheim. Schließ­lich im Nassachgrund auf der früheren Hofheimerle-Trasse fast eben bis Haßfurt.

Wer es gemütlich angehen will, übernachtet z. B. in Maroldsweisach, Hofheim oder Königsberg. Für sportliche Radler ergibt sich ein spritziger Tagesausflug, der keinesfalls „ohne“ ist.

In unserer Broschüre sehen Sie erst die Tour im Über­blick und dazu das Höhenprofil. Dann folgt die reich bebilderte Weg­be­schrei­bung mit Tipps zu Se­hens­wür­dig­keiten und Abstechern.

Vor den Karten mit dem detaillierten Streckenverlauf ist ein Gastronomie-Verzeichnis eingefügt, das sich an der Abfolge der Ortschaften auf der Tour orientiert. Werk­tags und in den Ferien kann es schwierig sein, ein geöffnetes Lokal zu finden, deshalb lieber vorher anrufen. Essen-Trinken-Symbole sind auf den Landkarten, Übernachtungsmöglichkeiten auf der Gastro-Liste vermerkt. Im Anhang werfen wir noch Schlaglichter auf Plätze und Orte, die wir streifen. Sie sind alphabetisch geordnet, gefolgt von In­for­ma­ti­onen über die Be­son­der­heiten der Haßberge-Region.

Die GPS-Daten dieser Tour können Sie sich auf dieser Website downloaden. Fahr­zeiten er­fah­ren Sie im Internet unter www.vgn.de/fahrplan. Bitte achten Sie auf die Hinweise zur Radmitnahme in den Zügen! Und wenn Sie nun weitere Ausflüge mit dem VGN machen möchten: Es gibt noch jede Menge anderer Tipps unter www.vgn.de/frei­zeit.

Und jetzt: Viel Spaß! Ihr VGN

Karte

Karte

Ge­samtübersicht Wegstrecke – Ebern - Lichtenstein - Pfaffendorf - Maroldsweisach - Ermershausen - Sulzbach - Hofheim - Königsberg - Haßfurt
Kartenausschnitt 1 – Ebern - Buch -Lichtenstein
Kartenausschnitt 2 – Altenstein - Pfaffendorf - Maroldsweisach
Kartenausschnitt 3 – Maroldsweisach - Ermershausen - Dippach - Sulzbach - Manau
Kartenausschnitt 4 – Hofheim - Königsberg - Haßfurt

Weg­be­schrei­bung

Weg­be­schrei­bung

Ebern – Ruine Rotenhan – Ruine Lichtenstein – Ruine Altenstein – Pfaffendorf – Maroldsweisach – Ermershausen – Sulzbach – Hofheim – Königsberg – Haßfurt 61,2 km

Burgruinen auf den Höhen, Schlösser in den Tälern, wildreiche Wälder und idyl­lische Feld-und-Flur-Flecken auf welligem Land und immer wieder traumhafte Panoramen – für nicht ganz unsportliche Genussradler die perfekte Tour, die im ersten Teil einiges Auf und Ab bietet, im zweiten dann flottes Dahinrollen.

Der Gipfelsturm gleich zu Beginn: Zur Ruine Rotenhan sind auf kurzer Strecke 100 Hö­hen­me­ter zu bewältigen und danach gehts noch weiter steil himmelan. Dagegen ist alles Weitere ein Klacks.

Bei mäßigem Rauf und Runter haben wir zwischen Kurzewind und Buch die schönsten Aussichten, sogar bis Kloster Banz. Danach längere Waldstrecke mit noch zwei High­lights: den Ruinen Lichtenstein und Altenstein. Sobald die besichtigt sind, brausen wir runter nach Pfaffendorf.

Jetzt gemütlich auf der alten Maro-Bahn­tras­se parallel zu der Weisach mit ihrer Auenlandschaft bis Maroldsweisach. Danach moderat aufwärts. Solides Panorama, Wald­rand, weite Flur. Bei Ermershausen ein Stück an der verkehrsreichen B 279 ent­lang.

Szenenwechsel, sobald wir in den Dippacher Grund lenken: Abgeschiedenheit, Wildreichtum, kleinteilige Landschaft mit immer neuen schönen Flecken. Am Ermetzbach ent­lang nach Sulzbach, durch den Baunachgrund und ein letztes Mal rauf, diesmal nach Manau. Von da an abwärts nach Hofheim.

Landschaft (02.02.2018, UNTHEIM Presse PR Publikationen © UNTHEIM Presse PR Publikationen)

Auf der alten Hofheimerle-Bahn­tras­se schließ­lich vollkommen unangestrengt über Königsberg nach Haßfurt. Linker Hand lassen wir die Haßberge vorüberziehen und wissen: Dahinter, ein paar Kilometer weiter östlich, haben wir kurz vorher die gleiche Strecke ab Ebern in umgekehrter Rich­tung zurückgelegt. Ein gutes Gefühl.

Markierung: meist allgemeines Radweg­zei­chen, oft mit km-Angaben zum nächsten Ort. Im Lichtensteiner Wald ein kurzes Stück auf dem Wan­der­weg nach Altenstein. Orientierung kein Problem.

Anfahrt mit S1 , R15 oder R2/S1 von Nürn­berg nach Bam­berg und mit R26 von Bam­berg nach Ebern. Rück­fahrt ab Haßfurt mit R15 oder R2/S1 über Bam­berg direkt nach Nürn­berg.

Ebern Bahn­hof
Aus­gangs­punkt

Start­punkt ist am Bahn­hof Ebern. Nach dem Ausstieg aus dem Zug wenden wir uns links zum Bahnübergang. Hier rechts in die Georg-Nadler-Straße, dann in der Häfnergasse bis zur Vorfahrtsstraße namens Klein-Nürn­berg. Da rechts und am Grauturm vorbei ins Zentrum.

Tipp: Grauturm, Heimatmuseum, his­to­risches Rathaus, Markt­platz, Brunnen, Kirche St. Laurentius – fast zu schade, um gleich weiterzufahren!

Leicht abwärts, unten rechts. Nach der Kurve auf den ersten Kreisverkehr zu. Hier ge­ra­de­aus und mit der Bahn­hof­stra­ße an der schmucken Spitalkirche vorbei und über den zweiten Kreisverkehr. Ein Radwegschild offeriert Eyrichshof, unser nächstes Ziel.

Dahin gehts ziemlich schnell rechts weg: Wenn linker Hand die Tankstelle kommt, folgen wir dem Radweghinweis auf Maroldsweisach nach rechts ins Ge­wer­be­ge­biet. Gleich nach den alten Bahn­glei­sen wieder links.

Bevor wir komfortabel auf der Trasse der 1897 eingeweihten und längst stillgelegten Ei­sen­bahn Ebern – Maroldsweisach, dem Maro-Express, weiter­fah­ren, ist aber noch ein Abstecher in­te­res­sant: Nur 700 m entfernt ist ein im Jahr 1633 von der jüdischen Ge­mein­de der Stadt Ebern angelegter Friedhof. Dorthin führt von der Ecke des Fabrikgeländes aus ein sehr steiler Waldweg.

Auf dem Judenfriedhof wurden 2.900 Menschen bestattet, der letzte im Jahr 1912. Ins­ge­samt 1.096 Grabsteine sind noch vorhanden.

Zurück auf der Maro-Trasse radeln wir auf ebener Strecke bis Eyrichshof. Bevor wir uns mit dem Radweg­zei­chen halb rechts nach Kurzewind orientieren, düsen wir aber noch schnell links runter zu dem beeindruckenden Schloss.

Schloss Eyrichshof, ursprünglich ein Renaissancebau der Herren von Rotenhan und im Lauf der Jahrhunderte mehrmals umgestaltet, steht auch heute glänzend da.

Schloss Eyrichshof (02.02.2018, UNTHEIM Presse PR Publikationen © UNTHEIM Presse PR Publikationen)

Zurück auf unserem Weg treten wir beherzt in die Pedale: Es geht aufwärts. Nach dem Ortsende sogar noch steiler. Die Lungen pumpen, das Herz rast und es stellt sich die Frage, warum sich die einzigen beiden Autos ausgerechnet genau vor uns begegnen müssen. Wer sein Rad liebt, schiebt.

Irgendwann stehen wir schnaufend am kleinen Rast- und Infoplatz, der den Einstieg zur Ruine Rotenhan markiert.

Noch die Relikte dieser Felsenburg, die in Handarbeit aus dem Felsen herausmodelliert worden war, lassen ahnen, wie mühsam die Arbeit war und wie imposant das Ergebnis.

Ruine Rotenhan (02.02.2018, UNTHEIM Presse PR Publikationen © UNTHEIM Presse PR Publikationen)

Zurück auf der verkehrsarmen Straße bewältigen wir ein letztes Steil­stück, treten heraus aus dem Wald – und sehen weit, weit in die Ferne. Links am Horizont vier, rechts zwei Windräder. Und dazwischen ragen zwei Türme spitz in den Himmel: Kloster Banz.

Genießerisch lassen wir uns hinunterrollen nach Kurzewind. Schnell sind wir durch und schon wieder bergan un­ter­wegs. Vor dem Wald links und aufwärts auf dem mit kräftigen Eichen gesäumten Sträßchen. Unser erster richtiger Panoramaweg. Das kosten wir aus. Min­des­tens eine Rundblickpause sollte drin sein.

Mäßig abwärts und links. Buch. Nach einem der restaurierten Fach­werk­häuser links weg mit Ziel Lichtenstein. Kurz vor Ortsende der kleine Dorffriedhof mit den schmiedeeisernen Kreuzen. Auf breitem Asphalt sanft bergan.

Oben unbedingt noch mal zurückschauen – diese Landschaft! Rechter Hand sind zwei Windräder auszumachen.

Dann aber erst einmal auf der Autostraße in den Wald. Etwas abwärts bis zur Vorfahrtsstraße, rechts und nach Lichtenstein.

Die blumengeschmückten Fach­werk­häuser sind ebenso eine Augenweide wie das Schloss. Und kaum zu verfehlen: Gleich bei der Kirche steht die imponierende Ruine und schaut herrschaftlich wie einstmals die Burg über das Land.

Grandios sind Burg-Relikte und Panorama. Unterhalb von Ruine Lichtenstein befindet sich ein Felsenlabyrinth mit bizarr geformten Steinen, Höhlen und Grotten.

Ruine Lichtenstein (02.02.2018, UNTHEIM Presse PR Publikationen © UNTHEIM Presse PR Publikationen)

Danach weiter durch den Ort und an der Gabelung hinter den letzten Häusern links. Beim Park­platz mit den Infotafeln und dem ersten Hinweis auf Altenstein, dem nächsten Ruinen-Ziel, in den Wald. Nach der nächsten Gabelung rechts streifen wir nun längere Zeit durch den wunderschönen Misch­wald – mit viel Auf und Ab und stets gut beschildert.

An der nächsten großen Gabelung weichen wir vom Radweg ab und steuern nicht nach Hafenpreppach und zu den Wallanlagen. Stattdessen nehmen wir den Wan­der­weg mit Zielangabe „Altenstein 3,5 km“ nach links.

Sehr reizvoller Weg, der zunehmend schmaler und wurzeliger wird.

Für die modernen Forstfahr­zeuge ist das Fällen der Bäume und Verladen der hochgewachsenen Stämme offensichtlich nur noch eine Mi­nu­tenangelegenheit. Ent­spre­chend gigantisch kommen diese „Erntemaschinen“ daher – und wir ihnen besser nicht in die Quere.

Wir fahren und schieben immer ge­ra­de­aus. An einer Gabelung rechts halten. Weiter durch den Wald. Am Asphaltsträßchen links. Dann Altenstein.

Am Ge­wer­be­ge­biet ent­lang, ge­ra­de­aus in die Siedlung. Vor der Scheune links hinunter. Geradewegs am Freibad vorbei und an der Kreu­zung, wo neben der Bus­hal­te­stel­le ein Nistturm aufragt, links in die Wilhelm-von-Stein-Straße. Weiter abwärts bis zur Kirche und kurz danach links der von einem Holzritter bewachte Zugang zur Burgruine (km 14,7).

Die Figur erinnert an Konrad von Stein, der seine stark befestigte Burg im 15. Jh. erfolgreich gegen die aus Böhmen heranstürmenden Hussiten behauptet hatte.

Ruine Altenstein (02.02.2018, UNTHEIM Presse PR Publikationen © UNTHEIM Presse PR Publikationen)

Ruine Altenstein wird gern für Ausflüge genutzt. Beim Picknick kann man sich auch an der sagenhaften Sicht über die Täler von Baunach und Weisach laben.

Uns loszureißen, fällt schwer. Die Straße abwärts. Doch Obacht: Gleich gehts rechts in die Pfaffendorfer Gasse. Abwärts. Plötzlich sind wir mittendrin zwischen Feldern und Wiesen, von Bienen umsummt. An der nächsten Querstraße links. Stetig abwärts.

Pfaffendorf. An der hochfrequentierten Pfaffendorfer Hauptstraße, der B 279, endet unsere rasante Fahrt abrupt. Vorsichtig über­que­ren wir die Verkehrsstraße und fahren leicht abwärts. Zwischen Schloss und Weiher hindurch.

Vorher – nachher: Nachdem sie ihre Höhenburg Altenstein aufgegeben hatten, waren die Herren von Stein herab ins Tal und in das neue Domizil gezogen. Schlossbau von 1763.

Wir steuern nach der Brücke und vor dem Jägerstüberl nach rechts auf die gute alte Maro-Trasse, die wir von Ebern bis Eyrichshof schon genossen haben.

Reinstes Vergnügen, so an der Weisach ent­lang zu gondeln. Nach den spektakulären Berg- und Talfahrten erwartet uns nun geradezu therapeutisch entspannendes Dahinradeln in der Auenlandschaft. Die Tret-Trasse steigt unmerklich an.

Wir unterqueren die Brücke der B 303. Fast bis Maroldsweisach fahren wir parallel zur B 279, al­ler­dings in einigem Abstand, denn zwischen der Bun­des­stra­ße und unserer Radtrasse fließt die Weisach. Ihr Baum- und Buschbestand dämpft den Autolärm wohltuend.

Vorbei an Todtenweisach und Voccawind. In sanften Bögen bei stets leichtem Höhengewinn dahin.

Nach Weisachbrücke und Wald­stück plötzlich Maroldsweisach (km 22,4).

Zunächst eine lange gerade Straße sachte aufwärts. Rechter Hand zu sehen ist der Backsteinbau des ehemaligen Bahn­hofs­ge­bäu­des, dessen Vorplatz nun als Inlinerund Skatingtrainingsplatz gestaltet ist.

In die querende Straße Zur Weisach biegen wir rechts ein. Kurz hoch zur B 279, die als Hauptstraße fungiert. Da links und weiter hoch. Rechter Hand beginnt die Herrenstraße, aber wir bleiben auf der Hauptstraße, bis wir oben rechts die Kirche sehen. Hier rechts und wir stehen im Zentrum.

Tipp: Kirche, Schloss, Brauereigasthof: ein schönes Ensemble. Nur 2 km von Maro entfernt wird am Zeilberg im großen Stil Basalt abgebaut. Um den Steinbruch herum führt ein Steinerlebnispfad. Phänomenale Fernsicht!

Wer sich nicht schon vorher festgelegt hat, kann nun noch mal überlegen, ob nur ein Zwischenstopp drin ist oder ob das Etappenziel erreicht und ein Bett für die Nacht zu suchen ist.

In jedem Fall ver­las­sen wir Maroldsweisach voll neuer Energie und Tatendrang. Dicht an der Kirche beginnt die Meininger Straße und mit ihr unser Radweg nach Ermershausen. An der Grasinsel mit Laterne links vorbei und oben rechts in die Allertshäuser Straße.

Am Ortsende der Radweg. Auf ihm an Allertshausen vorüber und oben, an der Kreu­zung, links über die B 279 auf den Ermershäuser Weg. Ein langes Wegstück auf der Höhe entfaltet sich ab­wechs­lungs­reich. Nähe und Ferne ändern mit jeder Radumdrehung ihre Gestalt, Weite und Tiefe formen sich jedes Mal neu.

Dann runter nach Ermershausen. Glücklicherweise erspart uns ein kurzer Radweg die große Kreu­zung. Wer dem Schwerlastverkehr an Werk­tagen sicher ausweichen will, tut gut daran, auf dem Gehsteig der Hauptstraße ent­langzuschieben

Tipp: In­te­res­sant, dieses Rathaus-und- Kirche-Ensemble mit der symbolträchtigen „Freiheitsglocke“.

Am Ende führt uns ein Radweg aus dem Ort und nach einem kleine Schwenk neben die B 279.

Jetzt können wir aufatmen. Und uns umschauen. Die Weite, diese so sanft geschwungene Landschaft! Diese fast kitschigen Fotomotive!

Doch Obacht! Unvermittelt schickt uns die Radwegweisung nach links über die B 279. Sieht gar nicht so aus, aber ein Radweg­zei­chen über dem zugewucherten Trampelpfad lotst uns dort über einen kleinen Graben am Holzgeländer und weiter nach rechts.

Auf Schotter und Unkraut geht es an einer Sickergrube vorbei.

Aber gleich da zeigt sich unser Radwegsymbol. Mit ihm links abwärts, nun am Dippacher Grundgraben ent­lang.

Sogleich verklingt das Auto-Gebrause und wir tauchen ein in wohltuendes Grün und Wald-und-Wiesen-Ruhe. Vor uns fliehen zwei Rehe und angesichts der vielen Jägersitze wissen sie, was sie tun.

In einer Kurve erscheint ma­le­risch Dippach. Beim Nähertreten kommt rechts das Gemäuer der ehemaligen Burg mit dem angebauten früheren Schulhaus ins Gesichtsfeld.

Den kleinen Adelssitz, von dem noch Außenmauer und Torturm erkennbar sind, umgab einst ein Wassergraben.

Leicht aufwärts vorbei und rechts. Kurz vor Ortsende rechts, neben dem Weiher her und links zum Friedhof. Aufwärts. Leichtes Auf und Ab und lang gezogener Bogen im schönen Dippacher Grund.

Über die Staatsstraße und die Ermetzbachbrücke, dann gleich rechts. Unangestrengtes Dahinradeln in Schlingen, die dem Ermetzbach nach­emp­fun­den sind. Es geht am Wald­rand ent­lang. Wir passieren die Fuchsmühle.

Ohne Markierung nach Sulzbach hinein, bis sich die Straße gabelt. Hier rechts und über ein Brücklein – leiser Abschied vom Ermetzbach. Kurz darauf an der nächsten Gabelung links und aus dem Ort hinaus in die freie Natur.

Nach der Rechtskurve an der Fahresmühle links. Über die Baunachbrücke, hoch zur Kreu­zung und auf der wenig befahrenen Kreisstraße rechts bis Manau.

An der Kreu­zung links und an der Kirche vorbei durch die kleine Ortschaft, die gleich an der Gabelung schon wieder zu Ende ist.

Rechter Hand zu erkennen ist Schloss Bettenburg, ein echtes Haßberge-Wahrzeichen. Leider aus­schließ­lich privat genutzt, sodass wir besichtigungslos weiterziehen.

Also nach links lenken und schnurgerade aufwärts, jetzt immerzu auf dem Plattenbeton. Oben rechts, wieder schnurgerade, dieses Mal abwärts. Nach dem Wald­stück erst so richtig abwärts. Unten beim Querweg rechts aufwärts. Oben links.

Wir erreichen einen Park­platz am Restaurant Burgblick. Da nehmen wir den Radweg neben der Kreisstraße abwärts. Ein­fach rollen lassen, ohne abzuzweigen.

Dann Hofheim (km 43,9). Unser Radweg endet. Also müssen wir auf der viel befahrenen Manauer Straße bis zur Goßmannsdorfer Straße. Hier rechts und vor bis zum Kreisel. Wir orientieren uns am Tor, durch das wir in die Alt­stadt gelangen. Auf der Hauptstraße bis zum Frän­kischen Hof, nach links in die grüne Marktstraße und aufwärts zum Markt­platz.

Bildschön ist nicht nur das Apothekenhaus, die ganze Alt­stadt von Hofheim ist wie aus dem Bilderbuch.

Vom Markplatz aus starten wir zu einer aus­gie­bigen Sightseeing-Runde. Anschauen, Rasten und/oder Übernachten – eine Sattel-Pause in dem altfrän­kischen Ambiente sollte man sich gönnen.

Der weitere Weg: Von Kirche und Markt­platz kommend lenken wir an­schlie­ßend an der Sparkasse vorbei auf das Kopfsteinpflaster der Bahn­hof­stra­ße und ge­ra­de­aus über die Kreu­zung auf den alten Bahn­hof zu. Hier ist zumindest ein Fotoshooting angesagt: alte Loks, Waggons, Signalanlagen und andere Relikte aus der guten alten Ei­sen­bahnzeit des letzten Jahrhunderts.

Wir fahren an diesem Museumsgelände ent­lang und jetzt auf der Trasse der ehemaligen Bahnlinie Haßfurt – Hofheim, kurz: Hofheimerle. An der Industriestraße wechseln wir über die Staatsstraße. 17 km nach Haßfurt sind an der Supermarktecke angezeigt.

Links sehen wir die Haßberge vorüberziehen, von rechts her quaken die Frösche. Unter der B 303-Un­ter­füh­rung hindurch. In langen Bögen radeln wir dahin.

Unbeschwert und unangestrengt folgen wir einer Rich­tung: dem Süden.

Irgendwann streifen wir den Ortsrand von Junkersdorf und steuern ge­ra­de­aus über die Straße. Im späten Frühjahr ist rundherum alles grün. Zur Erntezeit sind hier riesige Mähmaschinen und Transporter im Einsatz. Wir nähern uns Königsberg. An einer Kreu­zung werden uns ge­ra­de­aus noch 1,2 km signalisiert.

Dann Königsberg (km 52,6). Am alten Bahn­hofs­ge­bäu­de vorbei und vor zur Vorfahrtsstraße mit Infotafel, wo wir später mit dem Radweghinweis Haßfurt rechts in die Hellinger Straße abbiegen. Vorher aber schwenken wir zum Sightseeing links in die Bahn­hof­stra­ße, dann rechts in die Regiomontanusstraße. Oben links in die Eduard-Lingel-Straße und durch die Kirchgasse zum Markt­platz.

In Königsberg steht die Alt­stadt als Ganzes unter Denk­malschutz. Kaum zu fassen, dass dieser Fachwerk-Traum Realität sein soll.

Königsberg (02.02.2018, UNTHEIM Presse PR Publikationen © UNTHEIM Presse PR Publikationen)

Zur Fortsetzung unserer Tour fahren wir denselben Weg zurück und weiter auf der Hellinger Straße. Der Radweg führt am Fabrikgelände der „Frän­kischen“ ent­lang. Ein paar Hundert Meter nach Ortsende, dort, wo auch der Solarpark endet, links über die kleine Brücke. Weites Feld.

An der Infotafel schickt uns der Fuß-/Radweg in der Mitte abwärts. Die alte Hofheimerle-Trasse ist hier kerzengerade angelegt. Ein­faches, ener­gie­spa­rendes Radeln und Schauen.

Während die Erntearbeiten voll im Gang sind, stoßen wir auf die Autostraße und eine groß angelegte Kreu­zung. Mit kleinem Rechts­schwenk folgen wir der Radwegbeschilderung hinüber. Es geht nicht nach Prappach, sondern mit dem Radweg­zei­chen weiter auf der alten Trasse.

Baumgesäumt beginnt der Weg leicht abwärts. Die Schatten unter den Rädern werden länger. Haßberge, ade! Langer Abschied von einer langen Tour. Wehmut im Pedal.

Dann kurz durch ein Wäldchen, kurz durch eine Baumallee. Ein Bilderbuch-Radweg. Sogar die Seitenstreifen sind gemäht.

Straßenquerung und Info: Haßfurt noch 3,9 km. Wir fahren weiter, wieder durch ein Wald­stückchen und erreichen schließ­lich die Ortsumgehung von Haßfurt. Auf der ge­gen­über­lie­genden Stra­ßen­sei­te verläuft der Radweg. Links hinunter wären es 3,1 km bis zur Stadtmitte. Wir wollen aber nicht durch das Ge­wer­be­ge­biet, deshalb wählen wir den Radweg in die andere Rich­tung.

Also nach der Querung die Tangente ent­lang rechts etwas aufwärts. Über die Brüder-Becker-Straße und weiter fast bis zum Kreisel. Fast, denn schon vor diesem Kreisel wenden wir uns links auf dem Fuß-/Radweg hinunter zum Supermarkt und fahren, nachdem der Radweg irgendwann endet, weiter auf der Hofheimer Straße auf den spitzen Kirchturm weit unten zu.

Vor dem weiteren Kreisel schickt uns die Radweg zur Umfahrung in Rich­tung Stadtmitte rechts weg, durch die Un­ter­füh­rung und wieder hoch über die Brücke.

Nach der Kirche rechts, hin zum Torturm, vor dem es rechts hinunter zum Bahn­hof geht (km 61,2). Doch wir haben nur einen Katzensprung zur In­nen­stadt und, wenn vor der Heimfahrt noch Zeit bleibt, ist ein Besuch angesagt. Also am Turm vorbei in die Alt­stadt.

Zumindest die wappengeschmückte Ritterkapelle, das Wahrzeichen der Stadt, sollte man sich ansehen. Zu­sätz­lich warten natürlich noch andere Kapellen und Kirchen, das Alte Rathaus, Bürgerhäuser, Türme und, und, und – von der Gastronomie gar nicht erst zu reden.

Haßfurt Bahn­hof
Rück­fahr­mög­lich­keiten

Einkehren

Einkehren

Gastronomie 1 (19.02.2018)
Gastronomie 2 (19.02.2018)

Bitte informieren Sie sich in Ihrem eigenen Interesse vorab über die aktuellen Öffn­ungs­zeiten und Ruhe­tage. Korrekturen können an frei­zeit@vgn.de gemailt werden.

Wis­sens­wertes

Wis­sens­wertes

Ruine Altenstein

Auf seinem Hügel weithin sichtbar grüßt das höchstgelegene Dorf der Haßberge und mit ihm eine der größten Ruinen Frankens von 450 m über NN herab. Von da oben ist der Weitblick über das Weisachtal und sogar bis Bam­berg spektakulär. Als Sitz derer von Stein zu Altenstein ist die Burg seit dem 13. Jh. belegt. Heute spräche man vom Mehrgenerationenhaus, damals lieferte das Gebäude eins der ersten Zeugnisse für das Zusammenleben mehrerer Familien mit jeweils eigener Kemenate unter einem Dach. Ganerbe nannte man so einen Besitz, über den die Erben nur ge­mein­sam verfügen konnten. 1296 lebten acht Familien hier, 1441 die Familien von zehn Brüdern und Vettern.

Nachdem die Burg im 30-jährigen Krieg starken Schaden genommen hatte, wollte die von Steins hier nicht mehr groß investieren. 1703 bezogen sie ihr neues Schloss in Pfaffendorf und, bis sie im 19. Jh. ausstarben, war Burg Altenstein schon fast so ruiniert wie heute.

www.burg-altenstein.de

Einen Blick wert:
Bei der Ruine ist das Burgenin­for­ma­ti­onszentrum:
www.deutscher-burgenwinkel.de

Ruine Dippach

Von einer Burg zu sprechen, ist etwas übertrieben, denn es handelt sich eigentlich nur um ein befestigtes Haus. Was es so bemerkenswert macht: Während ähnliche Bauwerke im Lauf der Zeit entweder aufgelassen oder zu Schlössern ausgebaut wurden, ging diese Entwicklung an Dippach vorüber.

Und so liefert das Gemäuer ein seltenes Beispiel für ein wehrhaftes Weiherhaus, das im späten Mittelalter einem kleinen Adligen oder einem Dienstmann des Grundherren als Wohn- und Amtssitz gedient haben mochte. Für eine Ritterburg war es ein­fach zu klein dimensioniert.

Doch im Schutze der dicken Mauern und umgeben von einem Wassergraben konnte man immerhin kleinere Überfälle abwehren und Verteidigungsfähigkeit demonstrieren – zumindest bis Verstärkung eintraf. Denn lange hätte es einem richtigen Angriff nicht standhalten können.

www.hassberge-tourismus.de

Einen Blick wert:
12 m hoher Torturm, heute noch bis zu 6 m hohe und über 1 m dicke Umfassungsmauern

Ebern

Dass Ebern ab 1216 zum Hochstift Würzburg gehörte, prägte seine Geschichte bis zur Säkularisation 1803. Der Ende 14. Jh. gewagte Versuch, sich wegen der Steuerlast aus der Ab­hän­gig­keit zu lösen und mit zehn anderen Städten als reichunmittelbar zu profilieren, misslang.

Vergeblich erhob man sich auch im Bauernkrieg; nicht etwa gegen die kirchliche Obrigkeit, sondern gegen reiche Bürger und niederen Adel. 1525 plünderten die Eberner diverse Güter, Schlösser und Burgen – und mussten bitter büßen. Bischof Konrad per­sön­lich leitete die Strafexpedition, ließ die Stadt mörderische Geldstrafen zahlen und die elf Rädelsführer auf dem Markt­platz enthaupten.

Doch wenn alles normal lief, durfte Ebern unter kirchlicher Obhut wachsen und gedeihen. So erneuerte Bischof Johann Philipp von Schönborn Mitte 17. Jh. das Schankrecht und es wurde rege gebaut.

www.ebern.de

Einen Blick wert:
- Hist. Alt­stadt mit Rathaus, Markt­platz, St. Laurentius, hist. Kellerhäuser
- Sechs der neun Kegel des „Kegelspiels“ – Türme der Stadtbefestigung plus Kirchturm – sind er­hal­ten, darunter der Grauturm mit Glockenspiel.
- Heimatmuseum mit über 3.500 Exponaten, geöffnet So. und Fei­er­tag, 14 – 17 Uhr, www.heimatmuseum-ebern.de

Ermershausen

Ein Widerstandsnest stellt man sich eigentlich anders vor, und doch gab es Zeiten des Aufruhrs. Das war 1978. Da stürmten Polizei-Hundertschaften in einer Nacht-und-Nebel-Aktion das Rathaus und beschlagnahmten Unterlagen, die zur Durch­füh­rung der Gebietsreform nötig waren.

Die Ermershäuser mit ihrem Bürgermeister an der Spitze hatten sich geweigert, sie herauszurücken. Sie wollten nicht nach Maroldsweisach. Das ist zwar nur 2 km entfernt, doch man empfand viel Trennendes, nicht nur die Land­kreisgrenze und den Berg dazwischen.

Also schaltete man fortan auf passiven Widerstand, vermied möglichst jeden Ämtergang und versuchte, sich, so gut es ging, selbst zu organisieren. Nach zehn Jahren wollte Sebastian Freiherr von Rotenhan nicht mehr länger zusehen und initiierte ge­mein­sames politisches Engagement: Nahezu das ganze Dorf trat in die CSU ein, gründete einen Ortsverband und setzte bei Wahlen seine Kandidaten durch. Auf Landtagsebene wurde dann kurze Zeit später der entscheidende Beschluss gefasst: Seit 1994 ist Ermershausen wieder selbst­stän­dig und mit ihren nicht mal 600 Bürgerinnen und Bürgern die kleinste Ge­mein­de in Unterfranken.

www.ermershausen.de

Einen Blick wert:
Kirche, Rathaus und Glocke, die an den Aufstand erinnert

Schloss Eyrichshof

Nachdem man ihre Höhenburg in den Felsen über dem Baunachgrund zerstört hatte, fingen die Freiherren von Rotenhan wieder unten an. Im Tal, wo jetzt die Schlossanlage mit englischem Park eine Augenweide bietet, bauten sie einen ihrer Wirtschaftshöfe zur Burg aus. Die fiel den Aufständischen im Bauernkrieg 1525 zum Opfer. Also bauten sie wieder. Diesmal eine Wasserburg mit Zugbrücke und Ringmauer. Alles auf Dauer ausgelegt, hätten die von Rotenhan nicht selbst mehrmals umgestaltet.

Mitte 18. Jh. wich der Nordtrakt einem Rokokobau, der Wassergraben einem Rasen und nach Restaurierungsarbeiten folgten Ende 19. Jh. die letzten größeren Umbauten. Fazit: das schönste Schloss weit und breit.

www.rotenhan.com

Einen Blick wert:
Glanzvoller Rahmen für Feiern aller Art

Haßfurt

Woher sich der Name ableiten lässt, ist in der Sprachforschung unklar. Vom Hasen, wie er auch im Stadtwappen vorkommt, oder von hasu, dem alten germanischen Wort für Nebel. Von archäologischer Seite aber steht fest, dass bereits vor mehr als 1.500 Jahren eine germanische Siedlung hier am Main existiert haben muss: die Furt als Keimzelle für das vor allem im Mittelalter blühende Gemeinwesen, dem auch der moderne Radwanderer so gern auf der Spur ist.

www.hassfurt.de

Einen Blick wert:
- Ritterkapelle, 15. Jh., mit 230 Adelswappen am Außenfries
- Hl.-Geist-Kapelle, um 1450
- Altes Rathaus, Anfang 16. Jh.; Rathaus, 1719 als Amtshaus der Würzburger Fürstbischöfe errichtet
- Unterer und Oberer Turm, vor 1230; spätmittelalterl. Fröschturm, Brückentorturm 1616
- Viele Bürgerhäuser mit Fachwerkfassaden v. a. in der Hauptstraße
- Hist. Mainmühle, 1430

Hofheim i.UFr.

Neues zu schaffen und Altes zu bewahren ist in Hofheim vorbildlich gelungen. Frän­kische Beschaulichkeit und aktives Gestalten sind im schmucken Fachwerkstädtchen keine Gegensätze. Ein ehemaliger Wehrturm und Reste der alten Stadtmauer sind Zeugen einer wechselvollen Geschichte. Genauso wie die Bettenburg – Wahrzeichen der Haßberge –, die etwas au­ßer­halb der Stadt gelegen ist. Bei einem his­to­rischen Stadt­spa­zier­gang lohnt es sich, die kleinen und großen Be­son­der­heiten der Stadt zu entdecken.

www.stadt-hofheim.de

Einen Blick wert:
- Fachwerk über Fachwerk, die Apotheke ist eines der ältesten Bürgerhäuser im Land­kreis, im Jahre 1463 gebaut als Zehnthof; die Fassade des Frän­kischen Hofs schmücken zu­sätz­lich Wappenschilder.
- Reste der Stadtmauer mit fünf Türmen in der Poststraße, in der Oberen u. Unteren Sennigstraße, im Philosophenweg u. der Ringstraße
- Drei Torhäuser, 1713–16: Oberes, Unteres u. Kapellentor
- Kath. Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer, urspr. Spätgotik mit spätgot. Holzplastiken St. Barbara u. hl. Diakon, öfters umgestaltet
- Kreuzkapelle mit klassizist. Hochaltar, Chor von 1601

Königsberg i.Bay.

Schlagen Sie doch einmal ein Märchenbuch aus früheren Tagen auf: Nicht selten sind da ein his­to­rischer Markt­platz mit Brunnen, Fach­werk­häuser mit verzierten Haus­türen, verwinkelte Gässchen und alte Pflasterstraßen abgebildet. Dieses Bild könnte aus dem Städtchen Königsberg i.Bay. stammen. Ein Kleinod, liebevoll aufgenommen in die ma­le­rische Landschaft der Haßberge. Mit ihrem berühmten Sohn, dem Astronomen und Mathematiker Regiomontanus, sowie anderen namhaften Per­sön­lichkeiten ist die Bevölkerung stolz auf ihre Stadt. Geschichte aus mehreren Jahrhunderten wird hier erlebbar. Die Stauferburg auf dem Schloßberg „blickt“ würdevoll in die Umgebung. Königsberg präsentiert sich als ruhiger und erholsamer Ort, ohne im mindesten verschlafen zu wirken.

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Einen Blick wert:
- Die ganze Alt­stadt steht unter Denk­malschutz: Rathaus, Brunnen, Salzmarkt, Regiomontanushaus und viele andere Häuser mit ihrem reichen Fachwerkschmuck. Wirklich ein Märchen.
- Got. Marienkirche, im 15. Jh. erbaut auf Burgfundamenten
- Burgruine Königsberg

Ruine Lichtenstein

Kurz nach 1200 bauten die Herren von Stein ihre erste Burg hoch über dem Weisachtal und standen immer dem Hochstift Würzburg zu Diensten – bis auf ein kurzes Intermezzo Mitte 13. Jh.: Da mussten sie sich dem Hochstift Bam­berg unterwerfen und bekamen dafür erkleckliche Summen.

Die Würzburger aber kehrten den Spieß um und sicherten sich die strategisch wichtige Veste fortan auch durch Lehenspolitik. Mitte 14. Jh. sieht man hier mehrere Teilburgen und Kemenaten, die sich die Stein-Männer nicht nur familienintern teilten, sondern auch mit anderen Lehensmännern. Erst im 16. Jh. gehörte Lichtenstein wieder allein denen von Stein.

www.hassberge-tourismus.de

Einen Blick wert:
Doppelburg, der Südteil ist bewohnt, der Rest imposante Ruine Felsenlabyrinth unter der Ruine

Maroldsweisach

Wie stolz die „Marokaner“ auf ihren berühmten „Sohn“ Johannes Rau sind, haben sie nicht nur mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1996 zum Ausdruck gebracht. Das zeigen sie auch jetzt noch. Auf ihrer In­ter­net­sei­te ist das Dankesschreiben des 1999 neu gewählten Bundespräsidenten für die Glückwünsche aus Maroldsweisach veröf­fent­licht.

Als Zehnjähriger war Johannes Rau 1941/42 im Rahmen der Kinderlandverschickung während des Krieges hier untergebracht. Ein Jahr nur, und doch hielt er ein Leben lang Ver­bin­dung. Er pflegte nicht nur per­sön­liche Kon­takte, sondern setzte sich auch für sein Maro ein. So übernahm er 1994 die Schirmherrschaft beim Jubiläum zur 875-jährigen erstmaligen urkundlichen Erwähnung sowie der 225-jährigen Verleihung des Marktrechts. Zwei Jahre später wurde er Ehrenbürger von Maroldsweisach, fünf Jahre später Präsident der Bundesrepublik Deutschland.

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Einen Blick wert:
- Ev.-luth. Pfarrkirche, 18. Jh., Turm 17. Jh.
- Schloss von 1768, außen klassizistisch, innen Rokoko, heute in Privatbesitz

Pfaffendorf

„Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“: Nach dieser Devise betreiben die heutigen Besitzer des Pfaffendorfer Schlosses vom Orden der Salesianer Don Boscos ihre Jugendarbeit. Das Zitat stammt von Don Bosco, der die Gesellschaft des heiligen Franz von Sales 1859 gründete und später heiliggesprochen wurde. Nach den Jesuiten mit 17.000 und den Franziskanern mit 16.000 sind die Salesianer Don Boscos mit über 15.000 Mitgliedern heute der drittgrößte Männerorden weltweit.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bauten sie in Pfaffendorf ein Zentrum für Jugendhilfe auf und widmeten sich lernbehinderten und schwer erziehbaren Kindern und Jugendlichen. Das von einem Park umgebene Schloss, das die Herren von Stein von Altenstein als Familiensitz hatten errichten lassen, dient nun als Schule und Internat.

Einen Blick wert:
Schloss, 1763 erbaut von einem Schüler des Barockbaumeisters Balthasar Neumann

Ruine Rotenhan

Als echte Rarität zählt Ruine Rotenhan zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns. Einst beherrschte die Burg die wichtige Straße Bam­berg – Fulda.

Bis 1323 war die Burg intakt, dann wurde sie auf Betreiben des Würzburger Bischofs per Königs-Order geschleift: Punktsieg im Baunachtaler Machtgerangel gegen die wegen Falschmünzerei angeschwärzten Herren von Rotenhan und ihren Dienstherrn, den Dauerkonkurrenten Bam­berg. Die Burg durften sie nie mehr aufbauen, aber das Material konnten die Herren von Rotenhan für ihr neues Zuhause in Eyrichshof ver­wen­den.

Der König war in Gedanken wahrscheinlich anderswo: Er hatte gerade seinen innerdeutschen Gegenkönig niedergerungen und sich mit dem Papst in einen Machtkampf verwickelt, der noch zu Kirchenbann, Kaiserkrönung ohne Papst, Gegenpapst und endlose Verstrickungen auf europäischer Ebene führen sollte.

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Einen Blick wert:
Ruine der Burg, die im 12. Jh.
in den Sandsteinfelsen gebaut
wurde

Haßberge Landschaft

Unsere Radtour führt im ersten Teil durch eine echte Mittelgebirgslandschaft, im zweiten durch flaches Gäubodenland. Bis kurz vor Hofheim radeln wir durch den Naturpark Haßberge, danach au­ßer­halb seiner westlichen Grenze im weitläufigen Nassachtal bis Haßfurt. Dabei lernen wir eine Landschaft kennen, wie sie vielgestaltiger und ursprünglicher nicht sein kann.

Über 510 m hoch sind die Haßberge stellenweise und be­ste­hen großenteils aus Sandsteinkeuper, aber auch aus vulkanischem Gestein, dem Basalt. Diese Kombination und der Jahrmil­li­onen andauernden Erosion haben wir ein außerordentlich ab­wechs­lungs­reiches Landschaftsrelief mit vielen High­lights zu verdanken.

Von oben herab hat man herrliche Ausblicke. Von den Burgruinen Lichtenstein (380 m) und Altenstein (452 m), die direkt an unserer Fahrradstrecke liegen, ebenso wie von dem 463 m hohen Basalthügel bei Maroldsweisach, dem Zeilberg. Von ihm aus kann man bis in die Rhön und den Thüringer Wald sehen. Mit Fernblicken verwöhnt werden wir des Öfteren auch un­ter­wegs. So schaut man bei­spiels­wei­se vom Panoramaweg zwischen Kurzewind und Buch kilometerweit nach Osten über den Itzgrund und das Coburger Land bis Kloster Banz oder von der Höhe bei Manau hinunter über das Hofheimer Becken hinweg nach Westen.

Nördlich von Ebern sind weitläufige, zerklüftete Felslandschaften zu finden, wie sie im Mittelalter gern für den Bau von Burgen verwendet wurden. Wir treffen sogar die Ruine einer echten Felsenburg, Rotenhan, und auch weitläufige Felsenlabyrinthe wie etwa bei Burg und Ruine Lichtenstein. Die Schichtung des Untergrundes ist aber manchenorts so labil, dass es immer wieder zu Abrutschen und Einstürzen kommt, wie bei Ruine Altenstein. Hier helfen nur noch aufwendige Stützungsmaßnahmen.

Vor allem in den höheren Lagen geht es durch herrlich dichten Misch­wald, wie wir zwischen Lichtenstein und Altenstein er­fah­ren.

Nach Osten, zum Baunachtal hin, flacht der von vielen Flüssen und ihren Tälern zerklüftete Haßberge-Rücken ganz allmählich ab. Nach Westen hin haben wir eine schroffe Kante als Ergebnis des Nebeneinanders von weichem und hartem Gestein und der Erosion. Das bemerken wir an der rasanten Abfahrt ins Hofheimer Becken hinunter. Wenn wir dann unten sind, geht es nur noch plan dem Main entgegen.

Wenn wir so durch den Naturpark radeln, fällt vor allem auf, wie ausgesprochen ab­wechs­lungs­reich die Landschaft ist. Da haben wir einerseits ausgedehnte Mischwälder mit Eichen und Buchen, in denen nicht selten Spuren von Wildschweinen und Rehen anzutreffen sind.

Andererseits fahren wir durch eine offene Wiesen- und Ackerlandschaft, die immer wieder von Flüssen und Bächen, Baumreihen, Hecken und Streu­obst­wie­sen untergliedert ist. Feuchtwiesen und Trockenrasen bilden viele kleine und große Na­tur­schutz­ge­biete und Biotope und die wiederum bieten den perfekten Lebensraum auch für seltene Pflanzen und Tiere. Dann Szenenwechsel, sobald wir aus den Haßbergen und dem Naturpark heraus sind und nach Süden lenken: An dem steil abfallenden Haßbergtrauf und zum Main hin wachsen Weinreben, die die Wärme lieben. Hier haben wir das breite Tal der Nassach und fruchtbaren Gäuboden.

Auf der ganzen Tour bewegen wir uns in einer uralten Kulturlandschaft, in der schon aus der Bronzezeit Siedlungsreste nachgewiesen sind. Die Kelten waren da und danach kamen die Germanen. Bis heute prägen Strukturen der Landnahme und Verteidigung im frühen Mittelalter das Bild.

Um die Grenze gegen die Slawen im Osten zu sichern, entstanden etliche Burgen, die durch den Rennweg auf dem Kamm des Mittelgebirgszugs von Nord nach Süd verbunden waren. Später, als diese Art der Verteidigung nicht mehr funktionierte, zog der Adel von den Höhen herunter in die Täler und baute Schlösser.

Auffallend ist, wie viele Burgruinen und Schlösser heute noch anzutreffen sind, so viele wie selten in Franken. In fast jedem Dorf steht heute noch ein Herrensitz, der vom Zusammenspiel von Rittern und Bauern, weltlichen und geistlichen Herrschaften in der Vergangenheit erzählt. Und von ihren Reibereien. Die waren vorprogrammiert, denn neben und zwischen den vielen kleinen Gebieten der Reichsritter waren da ja noch die Territorien der eigentlichen Potentaten.

Jahr­hun­der­te­lang be­stimmte das Hochstift Würzburg die Geschicke im größten Teil des heutigen Naturparks. Nur im Süden behauptete sich Dauerrivale Hochstift Bam­berg in Zeil und einigen kleineren Orten. Andere, wie Königsberg, gehörten zur sachsen-coburgischen Herrschaft. Je nach Interessenlage bevorzugte man mal die eine oder andere Koalition, schuf Fakten und schrieb die Geschichte, die wir nun lebhaft er­fah­ren.

Ausflugstipps

Ausflugstipps

Rund 200 Publikationen mit Frei­zeit-Tipps hält der VGN bereit, etwa 130 enthalten Wan­de­rungen, die anderen Radtouren, Erlebnistage und Städtetouren. Alle Vorschläge stehen ge­druckt und/oder online zum Download zur Ver­fü­gung unter www.vgn.de/frei­zeit. Auch die GPSDaten jeder einzelnen Tour sind downloadbar. Ein­fach diesen QR-Code scannen und GPS aufs Smart­phone laden.

Naturpark-Runden im Bam­berger Norden (1): Ebern-Runde im Itz-Baunach-Hügelland
Ebern – Fierst – Ruine Rotenhan – Buch – Ruine Lichtenstein – Hafenpreppach – Seßlach – Untermerzbach – Oberer Berg – Fierst – Ebern
Naturpark-Runden im Bam­berger Norden (2): Vom Oberen Berg flussab bis Bam­berg
Ebern – Fierst – Untermerzbach – Hemmendorf – Gleusdorf – Mürsbach – Höfen – Rattelsdorf (Ebing) – Höfen – Baunach – Kemmern – Hallstadt – Bam­berg
Naturpark-Runden im Bam­berger Norden (3): Achterbahn im Naturpark Hassberge
Ebern – Eyrichshof – Pfarrweisach – Altenstein – Pfaffendorf – Leuzendorf – Bramberg – Jesserndorf – Bühl – Köslau – Kirchlauter – Appendorf – Baunach
Über den Veitenstein ins Ebelsbachtal
Reckendorf - Lußberg - Gleisenau - Ebelsbach
Zum Zeiler Käppele
Ebelsbach-Eltmann - Steinbach - Ziegelanger - Zeil a. M.
Von Ebern in den Burgenwinkel Haßberge
Ebern – Ruine Rotenhan – Ruine Lichtenstein – Sagenpfad
3 Tage Haßberge: Burgruinen, Wald und Weite
Ebern - Jesserndorf - Hofheim i. Ufr. - Königsberg i. Bay. - Zeil a. M.
Haßfurt
Se­hens­wür­dig­keiten & Stadt­plan
Zeil am Main
Se­hens­wür­dig­keiten & Stadt­plan, auch mit Info und Tipps zu Sand am Main!

Impressionen

Der Freizeittipp in Bildern

Kommentare

Kommentare

30. Juli 2018 21:52 Uhr

Die Tour hat mir sehr gut gefallen. Sie war abwechslungsreich mit vielen alten Burgruinen sowie einer reizvollenLandschaft. Ich habe die Tour mit einem E Bike durchgeführt was natürlich manchen Aufstieg sehr erleichtert hat. Den beschriebenen Waldabschnitt vor Altenstein würde ich nicht mehr nehmen da dieser Weg nur als sehr wurzelreicher Wanderweg bezeichnet werden kann. Mit einem Mountain bike läßt sich dieser Abschnitt jedoch sicher gut meistern

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